Hyundai Tiburon 2.7 V6 : Testbericht

In 8,2 Sekunden von null auf 100 km/h

Der Eindruck täuscht nicht. Dieses Auto zieht im Straßenverkehr die Blicke auf sich. Keine Frage: Hyundai ist mit dem Tiburon ein echter Hingucker gelungen, dessen Karosserieform begeistert. Vom Ferrari des kleinen Mannes ist da hin und wieder die Rede. Fakt ist, dass sportliche Coupés für unter 30.000 Euro rar gesät sind. Erst recht mit einem V6 unter der Haube.

Das Korea-Coupé ist nicht nur optisch gelungen, sondern bietet auch Ohrenschmaus. Sonor klingt der Motor aus den beiden Endröhren, um bei durchgetretenem Gaspedal in ein dezentes Fauchen überzugehen. Keine Frage, so muss ein Sportwagen klingen. Zwar kann das Sechszylinder-Triebwerk nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten, aber mit 220 km/h Höchstgeschwindigkeit und 8,2 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h muss sich der Hyundai auch nicht verstecken.

Der V6 ist kein Motor mit hochschnellender Drehzahlmessernadel und kann angesichts der doch recht bescheidenen Leistung von 121 kW / 165 PS nicht mit spektakulärer Kraftentfaltung aufwarten. Das 2,7-Liter-Aggregat gibt seine Leistung konstant ab. Ab 3.400 U/min legt die Einspritzung in den oberen Gängen aber gerne noch einmal ein paar Kohlen nach.

Die Schaltwege des 6-Gang-Getriebes sind kurz ausgelegt . Auf Wunsch ist auch eine Automatik erhältlich . Der Viersitzer erfreut durch hohe Spurstabilität mit ganz leichtem Hang zum Übersteuern. Das ESP mit Traktionskontrolle kann sich da vornehm zurückhalten. Die Federung ist sportlich, aber nicht unkomfortabel abgestimmt. Nur bei mit sehr hohem Tempo genommenen Querfugen in Autobahnkurven kommt vorne eine leichte Nervosität ins Fahrwerk.

Die straff gepolsterten Sitze sind bequem und der Seitenhalt ist der sportlichen Auslegung des Autos angepasst. Fünf klar gegliederte Rundinstrumente und runde Lüftungsdüsen sorgen für sportliches Flair. Neben gut ablesbarem Tachometer und Drehzahlmesser finden sich in der Mittelkonsole eine analoge Anzeige für den Momentanverbrauch , ein Voltmeter und eine Drehmomentanzeige. Das serienmäßige Lederlenkrad, der Alu-Schalthebel sowie die Aluminium-Pedalerie unterstreichen den sportlichen Anspruch ebenfalls.

Das dynamisch gezeichnete Blechkleid hat in Verbindung mit der niedrigen Sitzposition und den kleinen Fenstern allerdings seinen Preis. Die Abmessungen des Coupés sind beim Parken nur schwer abzuschätzen . Meistens ist der Abstand zur Bordsteinkante oder zum Vordermann aber deutlich größer als man geschätzt hat. Fondpassagiere müssen wegen der stark abfallenden Heckscheibe auf Kopfstützen verzichten. Ein Aufkleber in der Innenseite der Heckklappe warnt sogar davor, beim Schließen des Kofferraums doch bitte darauf zu achten, dass kein Kopf eines Mitfahrers in Mitleidenschaft gezogen wird. Dafür wird der Käufer mit einem 312 Liter großen alltagstauglichen Kofferraum belohnt, der sich durch Umlegen der beiden Rücksitzlehnen noch vergrößern lässt.

Keine Frage, man muss lange suchen, um ein alltagstaugliches Sportcoupé mit vier Sitzen unter 30.000 Euro zu finden, und einen V6 hat schon erst recht kein Konkurrent in dieser Preisklasse unter der Haube. Wem die aufregende Form allein genügt, der bekommt den noch günstigeren 2-Liter-Vierzylinder mit 105 kW / 143 PS . Mit dem kleineren Motor kostet der Hyundai Tiburon fast 5.000 Euro weniger , und dem Fahrer werden immerhin auch noch 208 km/h Spitzengeschwindigkeit geboten.

Technische Daten: Hyundai Tiburon 2.7 V6

Länge x Breite x Höhe: 4,40 x 1,76 m x 1,33 m
Motor (Bauart, Hubraum): V6-Benziner, 2.656 ccm
Max. Leistung: 121 kW / 165 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment: 245 Nm (bei 4.000 U/min)
Verbrauch NEFZ im Mittel: 9,9 Liter
CO2-Emission: 236 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Leergewicht/Zuladung: 1.428 kg/332 kg
Kofferraum: 312 Liter
Anhängelast: 1.400 kg
Basispreis: 29.990 Euro

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