Sondermodell Hyundai i10 GO! im Test

Hyundai´s Kampfzwerg i10 stürmt als Sondermodell nicht nur in die Herzen der Fußballfans. Weshalb auch wir "Go, i10 Go!" rufen, erfahren Sie im folgenden Bericht.

Passend zur Fußballeuropameisterschaft hat Hyundai das Sondermodell GO! herausgebracht, dem nicht nur die Modelle i20, i30, ix20 und Tucson angehören, sondern das auch dem kleinsten Modell eine besondere Ausstattung angedeihen lässt. Obwohl auch der 87 PS-starke Stadtflitzer als EURO 2016-Sondermodell zur Verfügung steht, haben wir uns für diesen Test für den 66 PS-starken Nachwuchs entschieden. Immerhin soll bekanntlich besonders in den Kleinen Großes stecken.

Der i10 GO! basiert auf der herkömmlichen Comfort-Ausstattung der Koreaner, wurde aber durch spezielle Features ergänzt, die einen Preisvorteil von 1.650 Euro bringen. Damit liegt der Preis für den Fußballchamp bei 10.990 Euro. Dafür packt Hyundai aber einiges an Zusatzausstattung in die Trainingstasche: Bereits von außen erkennt man die Sonderedition. Zum einen besitzt der kleine Cityflitzer neben einem LED-Tagfahrlicht sogar Nebelscheinwerfer. Für eine ansprechendere Optik sorgen die Radzierblenden für die 14-Zöller in Schwarz sowie eine Privacy-Fensterverglasung ab der B-Säule.

Aber auch der Innenraum wurde mit zusätzlichen Features aufgerüstet. So besitzt der i10 GO! eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die über das Lenkrad und Sprachansagen gesteuert werden kann. Zwei zusätzliche Lautsprecher hinten erweitern das Sounderlebnis des serienmäßigen CD-Radios mit MP3-Radio auf vier. Ein weiteres Highlight ist das bereits erwähnte Lederlenkrad, das neben der Steuerung der Multimediaanlage auch noch Bedienelemente für den Tempomat/Tempobegrenzer und den Bordcomputer bereit hält. Obwohl der i10 aufgrund seiner Abmessungen von knappen 3,66 Metern und einer Breite von 1,66 Metern ohnehin recht übersichtlich ist, ermöglicht die Einparkhilfe hinten die Einfahrt in noch kleinere Lücken.

So wie man den GO! von außen erkennt, zeigt er im Innenraum ebenfalls typische Fanmerkmale: Die Ziernähte an den Sitzen und am Lenkrad sind in Blau/Weiß gehalten. Die Kopfstützen vorne ziert ebenfalls eine i10-Bestickung. Recht gefällig erscheint das in Schwarz/Anthrazit gehaltene Interieur, das ebenfalls als Zusatzausstattung im i10 GO! dabei ist. Ansonsten freut man sich serienmäßig über angenehmen Komfort wie unter anderem eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne wie hinten, zahlreiche Fahrassistenten und elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel in Wagenfarbe. Apropos Wagenfarbe: In unserem Fall ist die Polar White-Lackierung nicht aufpreispflichtig. Die fünf weiteren Möglichkeiten kosten 450 Euro extra.

So klein der i10 in seinen Abmessungen ist, vorne haben Fahrer und Beifahrer genug Platz, um nicht miteinander ins Raufen zu kommen. Die Sitze sind manuell verstellbar, und auch das Lenkrad lässt sich höhenverstellen, sodass man relativ leicht eine bequeme Position hinter dem Lenkrad findet. Den Sitzkomfort finden wir recht angenehm, wobei der relativ geringe Seitenhalt bei diesem Fahrzeug nicht stört. Ansonsten überzeugt uns der koreanische Gassenfloh durch die gute Verarbeitung. Natürlich sind auch in Anbetracht des Preises die verwendeten Materialien eher pflegeleicht. Trotzdem wirkt das Ambiente  des Interieurs nicht billig.

Um als Stadtflitzer besonders bei den Käufern zu punkten, bietet der i10 zahlreiche Ablagemöglichkeiten. Man ist erstaunt, woher die Ingenieure den Platz dafür hergenommen haben. Getränkehalter finden sich sogar in allen Türverkleidungen. Ablagen vorne wie hinter dem Schalthebel verstauen Kleinigkeiten. Selbst das Handschuhfach braucht sich ob seiner Größe nicht zu verstecken. Das Kofferraumvolumen beginnt bei erstaunlichen 252 Litern und lässt sich dank 60:40 umklappbarer Rückbank auf 1.046 Liter erweitern.

So bequem man vorne reist, einige Abstriche sind - nicht zuletzt konzeptbedingt - im Fond zu machen. Doch wer den i10 als Stadtauto für kurze Strecken nützt, kann dies durchaus mit einer Viererbelegung in Angriff nehmen. Zwar gibt es einen dritten Gurt hinten, diese Lösung ist aber nur mit drei eher zarteren Personen anzuraten. Kopffreiheit ist vorne wie hinten jedoch genügend.

Der kleinste Benziner des i10 besitzt einen Hubraum von knapp einem Liter und ist ein Dreizylinder. Dies verschweigt der Koreaner keinesfalls, denn der raue Motor macht sich besonders beim Antritt akustisch bemerkbar. Nimmt man das Gas dann weg und cruist mit ihm dahin, fällt der Motor nicht mehr auf, sodass man ihm die harsche Akustik beim Beschleunigen nicht übel nimmt. Zumal erstaunlicherweise - wie man im Volksmund sagt - wenigstens was weitergeht. Mit seinen 66 PS ist er nicht gerade eine Rennsemmel, doch im Alltagsbetrieb unerwartet gut unterwegs. Mit einem Beschleunigungswert von 14,9 Sekunden auf 100 km/h und einem Drehmoment von 95 Nm wird er nicht zum Stürmer ernannt, aber dank dem gut übersetzten 5-Gang-Schaltgetriebe lassen sich Überholmanöver auch ohne Herzklopfen in Angriff nehmen.

Erstaunlich gut meistert der Hyundai Autobahnfahrten. Hat man seine gewünschte Geschwindigkeit erreicht, so bleiben sowohl Wind- als auch Motorgeräusche in einem recht angenehmen Bereich. Problemlos lässt es sich mit ihm im Mittelfeld mitschwimmen. Kaum zu glauben, dass die Höchstgeschwindigkeit mit 155 km/h angegeben wird. Wie bereits erwähnt wurde das 5-Gang-Getriebe so gut abgestimmt, dass kein 6. vermisst wird - weder vom Motorsound her noch von der Performance. Wer jedoch gerne zügig unterwegs ist, darf sich über den größeren Durst nicht wundern. Die Angabe zum Durchschnittsverbrauch liegt laut Hersteller bei 4,7 Litern. Wir lagen während unserer Testzeit im Bereich von 5,5 bis 6,2 Liter.

Selbst beim Fahrwerk haben wir beim i10 GO! nichts auszusetzen. Sportlich wäre jetzt übertrieben, aber doch straffer als wir erwartet hätten, lässt sich der Cityflitzer selbst beim Dribbling um Pylonen herum - sprich Lastwechsel - nicht aus der Ruhe bringen. Seine Lenkung wurde passend dazu ebenfalls auf die Ansprüche der Stadt ausgelegt.

Insgesamt hat uns der Hyundai i10 GO! doch in seiner Gesamterscheinung beeindruckt. Sein optischer Auftritt blendet nicht, er hat definitiv auch sehr gute innere Werte. Allein der Kofferraum macht ihn zum Einkaufswagen im übertragenen Sinne. In Anbetracht des Preises bietet der Cityflitzer jede Menge an Komfort- und Sicherheitsfeatures. Seine Motorisierung passt ebenfalls perfekt für den urbanen Alltag. Nach unserer Ansicht ist der i10 GO! der Sieger der Herzen und auf jeden Fall einen genaueren Blick wert. Vielleicht erstürmt er nicht das Podest bei der Geschwindigkeit, doch sicherlich gewinnt er den Siegerpokal bei all jenen, die ein kleines, gut ausgestattetes Auto zu einem niedrigen Preis suchen.

Was uns gefällt:

Optik, GO-Ausstattung, Motorperformance

Was uns nicht gefällt:

Rauer Dreizylinder, Verbrauch könnte niedriger sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

Kommentare

Markenwelt