Infiniti FX 30d S Premium - Testbericht

Für das Modelljahr 2012 hat Infiniti den FX nochmals im Detail verfeinert. In unserem Test zeigt der noble SUV, was er kann.

In Nordamerika ist Infiniti seit Jahren sehr erfolgreich unterwegs, der Erfolg in Europa lässt noch etwas auf sich warten. Mit dem überarbeiteten FX zeigt Infiniti aber einen in vielen Details nochmals verbesserten Offroader, welcher das Herz der Kunden erobern soll.

Zu erkennen ist der neue Modelljahrgang vor allem an feinen Detailänderungen der Optik, wie etwa den chromverzierten Nebelscheinwerfern, noch hochwertiger wirkenden Materialien im Innenraum und einer neuen Tachobeleuchtung, die ebenfalls den Premium-Charakter des Autos weiter unterstreicht.

Für unseren Test haben wird den V6 Diesel in der Ausstattungslinie S Premium gewählt, der beim Listenpreis von 76.786 Euro schon überkomplett ausgestattet ist und kaum noch Wünsche unerfüllt lässt. So sind neben ESP, ABS und sechs Airbags schon ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalteassistent mit Spurverlassenswarner, ein Rundumsicht-Monitor inkl. Rückfahrkamera, das Connectiviti+ Festplattennavigationssystem, feinste Sportledersitze mit Klimatisierung, ein Fahrwerk mit elektronischer Dämpferregelung, 21"-Leichtmetallfelgen, ein Bose Soundsystem mit 11 Lautsprechern, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Licht- und Regensensor, eine Einparkhilfe vorne und hinten, eine elektrische Heckklappe sowie Bi-Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht mit an Bord.

Als einzige Option bleibt dann noch eine Metallic-Lackierung, die den Gesamtpreis unseres Testfahrzeugs auf 77.880 Euro bringt. Damit ist der noble Infiniti ausstattungsbereinigt rund einen Kompaktwagen günstiger als seine Mitbewerber aus Deutschland.

Optisch zählt der FX sicher zu den sportlichsten SUV, die es derzeit zu kaufen gibt, selbst einen Porsche Cayenne stellt der FX in Sachen sportlicher Optik noch in den Schatten. Mit der aggressiv und wuchtig gestalteten Frontpartie, den muskulös ausgeprägten Radkästen sowie einem sehr coupéartigen Heckabschluss hebt sich der Infiniti wohltuend von der breiten Masse der Fahrzeuge ab.

Im Innenraum findet man im Infiniti dann höchsten Luxus gepaart mit Sportlichkeit. Die sehr bequemen Sportsitze bieten einen Verstellbereich, der kaum noch zu überbieten ist. Ob Seitenführung, Schenkelauflage oder Längs- und Höhenverstellung, für jeden Menschen findet sich die passende Sitzposition. Lediglich das Lenkrad könnte noch über einen größeren Verstellbereich verfügen, um Personen jeder Körperstatur bequem Platz zu bieten.

Alle verwendeten Materialien wirken sehr hochwertig, und auch die Verarbeitung befriedigt die höchsten Bedürfnisse. Zudem verwandelt das Bose-Soundsystem den Infiniti FX in einen Konzertsaal, der Klang der Anlage ist perfekt auf das Auto abgestimmt.

Auch wenn auf den ersten Blick viele Knöpfe über die Armaturenlandschaft verstreut sind, lässt sich der große Offroader einfach und intuitiv bedienen. Die neu gestalteten Armaturen sind zudem sehr gut ablesbar und wirken mit ihrer weißen Beleuchtung jetzt hochwertiger als die vorherige Orange Beleuchtung.

Nach wie vor der dynamischen Optik folgend ist dann das Platzangebot bemessen. Während die Passagiere der ersten Reihe noch vorzüglich reisen, wird es für die Fondpassagiere schon etwas enger, und auch das Kofferraumvolumen ist mit 410 Liter nicht gerade üppig ausgefallen. Durch Umklappen der Rücksitze lässt sich das Gepäckabteil aber noch auf 1.305 Liter vergrößern, womit auch sperrige Güter transportiert werden können.

Feintuning haben die Techniker auch beim Antrieb geleistet. Der FX 30d fühlt sich jetzt noch spritziger an und stellt die Leistung sehr linear, aber immer ausreichend zur Verfügung.

Die Leistung des 3,0 Liter V6 Dieselmotors liegt bei 238 PS (175 kW), und das maximale Drehmoment von 550 Nm steht bei 1.750 U/Min bereit. Schon vom Start weg bietet der starke Diesel viel Kraft und beschleunigt den mindestens 2.150 kg schweren FX in nur 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Vorwärtstrieb endet erst bei 212 km/h.

Der sportlichen Ausführung des SUV folgend ist auch der Motorsound etwas kerniger ausgefallen, jedoch erinnert er eher an großvolumige V8-Benziner, als an einen Diesel. Die 7-Gang-Automatik wechselt die Gänge unmerkbar und sehr schnell, wer möchte, kann via Schaltpaddels am Lenkrad die Gänge auch selbst sortieren.

Wer in den Sport-Modus wechselt, erlebt den FX dann noch eine Spur dynamischer. Die Gänge werden weiter ausgedreht, und auch das Fahrwerk wird einen Tick härter. Im Normalmodus ist der FX nämlich eher auf Komfort getrimmt, ohne deswegen schlecht auf der Straße zu liegen. Doch im Sport-Modus merkt man dann, dass der FX noch einen Schuss besser liegt und sich auch noch feinfühliger dirigieren lässt.

Wobei es immer wieder überraschend ist, wie wendig man mit dem 486 cm langen FX unterwegs ist. Wer dem Auto erstmals gegenüber steht, würde nie glauben, dass man den großen Infiniti so geschmeidig um Kurven zirkeln kann, wie es dann in der Praxis möglich ist.

Dabei wurden auch die Trinkgewohnheiten verbessert. Laut Werk soll sich der FX 30d mit 9,0 Liter pro 100 Kilometer begnügen, wir sind im Schnitt auf 9,4 Liter gekommen, womit wir um über einen Liter weniger als mit dem alten Modelljahrgang gebraucht haben.

Auch wenn der FX wendiger als gedacht ist, spielt er seine Trümpfe vor allem als Reiselimousine aus. Bei Überlandfahrten verwöhnt er mit viel Komfort. Der adaptive Tempomat hält konstant Abstand zum Vordermann, und die klimatisierten Sitze lassen einen auch noch nach vielen Kilometern entspannt aussteigen.

Mit dem intelligenten Allradantrieb ist man dann auch für den Winter perfekt gerüstet, und auch leichtes Gelände bzw. Wege abseits befestigter Straßen meistert der FX ohne Probleme.

So kann der Infiniti FX Modelljahrgang 2012 auf ganzer Länge überzeugen, lediglich sein etwas eng geschnittener Innenraum bietet noch Platz für Verbesserung.

Der FX hebt sich auf jeden Fall von anderen Autos seiner Klasse extrem ab und ist für alle, die etwas individueller reisen möchten, ein echter Geheimtipp. Verarbeitung, Ausstattung und Ambiente im Innenraum sind auf absolutem Premium-Niveau angesiedelt, und auch der Motor kann mit seiner guten Kraftenfaltung und einem Verbrauch, der sich noch im Rahmen hält, überzeugen. Hinzu kommt ein für diese Fahrzeugklasse und Ausstattung recht günstiger Preis.

Was uns gefällt:

Die überkomplette Ausstattung, das Design, die Leistung, das Premium-Niveau bei Verarbeitung und Materialwahl

Was uns nicht gefällt:

Der recht kleine Kofferraum

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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