Infiniti Q50 2,2d Sport - Testbericht

Mit dem Q50 hat Infiniti jetzt erstmals auch in Europa ein Premium-Mittelklassemodell im Programm, das in unserem Test sehr positiv überrascht.

Die Nobelmarke von Nissan ist seit einiger Zeit auch in Europa erhältlich. Mit dem Q50 kommt nun erstmals auch ein sportlich geschnittenes Mittelklassemodell zu uns. Das Design des Q50 bietet einen perfekten Mix aus der Sportlichkeit, die ein BMW vermittelt und der Eleganz eines Jaguar. Dabei ist das Design dennoch sehr eigenständig, und der Q50 wirkt aus jeder Perspektive betrachtet sehr harmonisch und auch bullig.

Zum gelungenen Design gesellen sich auch noch viele technische Highlights hinzu, die den Q50 auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz hieven. Das Modell kann sogar mit einer Weltneuheit aufwarten, dem "DAS", was für Direct Adaptive Steering steht und eine elektronische Lenkung bedeutet.

Für unseren Test haben wir den Q50 mit dem 170 PS starken Diesel in Kombination mit der Sport-Ausstattung und 7-Gang-Automatik gewählt. Der Listenpreis liegt bei 45.231 Euro und unterstreicht den Premium-Anspruch.

Dafür gibt es aber auch eine überkomplette Ausstattung, durch die sich der Preis im Vergleich zur deutschen Premium-Konkurrenz schnell wieder relativiert. Unter anderem sind schon LED-Scheinwerfer, 19"-Alufelgen, Ledersitze inkl. Sitzheizung vorne, Tempomat, Klimaautomatik, eine Alarmanlage, die Active Noise Control, eine Rückfahrkamera, ein Audio-Paket und vieles mehr mit an Bord.

Als Extras hatten wir noch das Multimedia-Paket inkl. Navi und Bose Soundsystem mit 14 Lautsprechern, das Komfortpaket, das Lichtpaket, das Safety-Shield-Paket inkl. adaptivem Tempomat, ein Glasschiebedach, eine Metallic-Lackierung und eine umklappbare Rückbank mit an Bord. Der Gesamtpreis liegt damit bei 55.406 Euro und ist ausstattungsbereinigt immer noch um einige Tausend Euro günstiger als beim Mitbewerb aus Deutschland.

Im Innenraum präsentiert sich der Q50 ebenfalls sehr sportlich, aber auch überaus modern. Feinstes Leder ist mit Dekoreinlagen in Chrom, Carbon und Optik perfekt abgestimmt. Alle Materialien wirken sehr hochwertig und sind auch perfekt verarbeitet. Besonders gut gelungen ist dabei die Mittelkonsole, die über zwei große Touchscreen-Displays verfügt und mit vielen Alu/Carbon-Zierelementen rundum aufwarten kann.

Das obere Display ist für die Navigation zuständig, im unteren Display befindet sich das neue Infiniti InTouch-System, welches Klimaanlage, Telefon, Fahrzeugoptionen, das Navi und das Internet steuert. Das Infiniti InTouch-System lässt sich nämlich über eine eigene App mit dem Mobiltelefon verbinden, und man kann seine Termine, Musik und Notizen im Auto abrufen. Die Bedienung aller Systeme ist dabei sehr einfach, und auch die Darstellung aller Menüs ist gut gelungen und logisch.

Sportlich zeigt sich der schöne Innenraum dann auch beim Platzangebot - während Fahrer und Beifahrer viel Platz genießen, wird es im Fond für groß gewachsene Passagiere schon etwas enger. Dafür ist das Kofferraumvolumen mit 500 Liter Fassungsvermögen wieder ordentlich groß dimensioniert.

Bei der Motorisierung setzt unser Testfahrzeug auf einen 2,2 Liter 4-Zylinder-Dieselmotor, der über eine Leistung von 170 PS (125 kW) verfügt. Was sich am Papier jetzt nicht sonderlich spannend anhört, ist in der Praxis aber mehr als ausreichend. Der Dieselmotor erledigt seine Arbeit nämlich überaus agil und liefert zwischen 1.600 und 2.800 U/Min ein maximales Drehmoment von 400 Nm. In 8,5 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 230 km/h schnell.

Dabei kann der Infiniti vor allem auch bei höherem Tempo noch mit vorzüglichen Beschleunigungsleistungen glänzen. Auf der Autobahn neigt man schnell dazu, sich jenseits der erlaubten Grenzen zu bewegen, da der Dieselmotor zum einen jeden kleinen Druck aufs Gaspedal umsetzt und zum anderen auch bei hohem Tempo kaum Störgeräusche in den Innenraum dringen. Die 7-Gang-Automatik schaltet dabei sehr schnell und auch sanft, wer möchte, kann via Wählhebel oder Wippen am Lenkrad die Gänge auch manuell sortieren.

Trotz aller Sportlichkeit lässt sich der Q50 sehr sparsam bewegen. Wer den Gasfuß zügelt, kommt sicher in die Nähe der vom Werk angegebenen 4,9 Liter. Wir haben im Schnitt 5,9 Liter verbraucht, was für ein Auto dieser Klasse aber noch immer ein sehr guter Wert ist.

Vor allem, wenn man auch die sportliche Seite des Q50 nutzt. Der Fahrer kann via Schalter in der Mittelkonsole nämlich aus verschiedenen Fahrprogrammen wählen. Schon im Normalmodus ist man dabei sehr komfortabel, aber auch sportlich unterwegs. Im Sport-Modus werden dann nochmals alle Systeme geschärft, und die Gasannahme ist noch giftiger, die Straßenlage fühlt sich noch besser an, und auch die Lenkung wird etwas härter, was gar nicht mal schadet.

Die neue elektronische Lenkung ist im normalen Modus nämlich überaus leichtgängig und extrem direkt. Jeder Millimeter Lenkbewegung wird sofort umgesetzt, und auf den ersten Metern hat man das Gefühl, in Schlangenlinien zu fahren, bis man sich an die neuartige Lenkung gewöhnt hat, die dann durchaus angenehm ist.

Der Fahrer kann sich auch ein manuelles Fahrprogramm zusammen stellen, oder in den "Snow"-Modus gehen, der vor allem im Winter ganz auf eine perfekte Traktion des heckgetriebenen Q50 aus ist.

Glänzen kann der noble Japaner auch mit dem rundum guten Sicherheitssystem, welches nicht nur die Arbeit des Fahrers erleichtert, sondern auch ein hohes Maß an Sicherheitsreserven bietet. Auch die 360 Grad-Kamera ist ein hilfreiches Feature auf engen Parkplätzen und in der Stadt.

Infiniti hat mit dem Q50 auf jeden Fall einen Geheimtipp unter den Premium-Mittelklassefahrzeugen im Programm. Er ist ein echter Eyecatcher, kann dabei aber auch mit einem hohen Maß an Qualität und modernster Technik überzeugen. Der sparsame Dieselmotor bietet zudem viel Fahrspaß und reicht vollkommen aus, um auch auf der Langstrecke glücklich zu werden.

Was uns gefällt:

die überkomplette Ausstattung, das Design, das Infiniti InTouch-System, der Motor, die Sicherheitsausstattung, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot im Fond könnte besser sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1-

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