Jaguar XF 20d - Testbericht

Die zweite Generation des XF ist seit Kurzem erhältlich. Wir haben jetzt die Limousine im Sport-Dress und mit neuem Diesel zum Test begrüßt.

Mit dem XF bietet Jaguar in der Oberklasse eine interessante Alternative zu den deutschen Premium-Marken. Seit Kurzem ist die zweite Generation des XF erhältlich, die sich optisch noch recht nahe am Vorgänger präsentiert, technisch aber einen Meilenstein darstellt.

Im Vergleich zum Vorgänger hat Jaguar die Kanten etwas geschärft, der neue XF wirkt auf jeden Fall trotz aller Eleganz noch sportlicher und bulliger. Dank der Aluminium-Leichtbau-Konstruktion ist der neue XF aber um bis zu 190 Kilogramm leichter geworden und bietet jetzt auch die gängigen Assistenzsysteme, wie etwa einen adaptiven Tempomat mit Stauassistent oder ein Head-up-Display.

Für unsern Test haben wir den XF mit der R-Sport-Ausstattung und dem neuen Ingenium 2,0 Liter-Dieselmotor mit 180 PS inkl. 8-Gang-Automatik kombiniert. Der Listenpreis liegt bei 51.250 Euro und beinhaltet schon eine sehr gute Basismitgift. Unter anderem sind 18"-Alufelgen, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, die R-Sport-Optik, Sportsitze in Taurus-Leder, ein Sportfahrwerk, ein Notbremsassistent und noch vieles mehr mit an Bord.

Wir konnten uns zusätzlich noch am Außenspiegelpaket, den Sportsitzen in perforiertem Taurus-Leder, automatisch abblendendem Innenspiegel, 19"-Alufelgen, einer elektrisch verstellbaren Lenksäule, Soft-Door-Close-Automatik, dem elektrischen Panorama-Schiebedach, Lordosenstütze, dem InControl Touch SD-Navi, Memory-Funktion für die Vordersitze, geteilt umklappbaren Rücksitzen, dem Head-up-Display-Paket, Komfort-Paket, Parkhilfe-Paket, dem Warnsystem "Toter Winkel", dem InControl Connect Paket, dem Winter-Paket und dem Black-Paket erfreuen. Der Gesamtpreis wird damit auf 70.269 Euro katapultiert und unterstreicht den Premium-Anspruch der sportlichen Raubkatze.

Im Innenraum zeigt sich der XF um diesen Preis auch betont luxuriös, aber auch sehr sportlich. Wie bei Jaguar gewohnt, ist auch der Farb- und Materialmix erste Klasse und erfüllt auch gehobene Ansprüche in Bezug auf Verarbeitung und Materialanmutung. Das neu gestaltete Armaturenbrett erfreut den Fahrer mit einer guten Übersichtlichkeit und einer einfachen Bedienung. Über den  10"-Touchscreen in der Mittelkonsole können alle wichtigen Funktionen einfach gesteuert werden. Die übersichtlichen Armaturen und viele Ablagemöglichkeiten runden den positiven Ersteindruck im Innenraum ab.

Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist auch sehr gut, im Fond wird es aber kuschelig eng. Groß Gewachsene kämpfen schon beim Einstieg mit der coupéartigen Linienführung, die wenig Platz für den Kopf bietet. Und auch die Beinfreiheit ist für ein fast 5-Meter-Auto eher bescheiden ausgefallen. Versöhnlich stimmt das Kofferraumvolumen, welches bei Versionen mit "Tyre Repair System" 540 Liter fasst. Die elektrische Öffnung des Kofferraums hilft sehr gut beim Einladen.

Ein Highlight soll auch der neue Ingenium-Dieselmotor mit 2,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 180 PS (132 kW) sein. Auf den ersten Blick sind diese Leistungsdaten für ein Auto der Oberklasse eher bescheiden, in der Realität wurden wir aber eines Besseren belehrt. Gleich nach dem Start fällt der Motor zwar mit einem etwas kernigen Klang auf, dieser verschwindet im normalen Fahrbetrieb allerdings recht schnell. Dafür kann man schon von unten heraus viel Kraft spüren, immerhin stehen zwischen 1.750 und 2.500 U/Min 430 Nm zur Verfügung.

Der Fahrer kann aus verschiedenen Fahrmodi wählen, wobei schon im Normal-Modus die Leistungsentfaltung keine Wünsche offen lässt. Schaltet man dennoch in den Sport-Modus, werden alle Systeme nochmals nachgeschärft, und man hat das Gefühl, mindestens 50 PS mehr an Bord zu haben.

Die 8-Gang-Automatik überzeugt dabei mit sehr schnellen, aber auch sanften Schaltvorgängen, und die elektromechanische Servolenkung bietet je nach Modus ebenfalls eine unterschiedliche Abstimmung. Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 229 km/h schnell unterwegs.

Trotz Sportfahrwerk bleibt der XF aber noch immer eine überzeugende Reiselimousine. Fahrwerk und Federung sind zwar sehr knackig ausgelegt, dennoch kommt der Fahrkomfort nicht zu kurz. Die Länge von 495,4 cm merkt man dem XF keinesfalls an, er lässt sich so agil bewegen, dass man glaubt, in einem wesentlich kompakteren Auto unterwegs zu sein. Das Handling und die Straßenlage sind dabei immer hervorragend. Zu verdanken ist das sicher auch der "Torque Vectoring"-Technologie, welche die Rotationskräfte durch gezieltes Bremsen der kurveninneren Räder steuert und so für präzisere Kurvenfahrten sorgt.

Trotz aller Sportlichkeit bleibt die Raubkatze auf vier Rädern beim Trinkkonsum fast so genügsam wie die Hauskatze auf vier Pfoten. Wir sind im Schnitt auf 6,2 Liter gekommen, was für ein Auto dieser Größe und Leistungsklasse ein sehr guter Wert ist. Wer sich in den Eco-Modus begibt, wird sicher nochmals einen Liter einsparen können und sich so den vom Werk versprochenen 4,3 Litern Durchschnittsverbrauch nähern. Allerdings merkt man im Eco-Modus, wie alle Systeme auf Sparsamkeit getrimmt werden und der Motor sich schwächer anfühlt, als er ist.

Von seiner besten Seite zeigt sich der Jaguar XF auch beim Thema Sicherheit. Toter-Winkel-Warner, Einparksystem, Spurhalteassistent und adaptiver Tempomat mit Stauassistent haben bei unserem Testfahrzeug gute Dienste geleistet. Sehr angenehm ist auch das Head-up-Display, das mit einer guten Auflösung und schönen Darstellung überzeugen kann.

Mit dem neuen XF ist Jaguar weiter auf einem guten Weg, der etablierten Premium-Konkurrenz aus Deutschland Kunden abspenstig zu machen. Er kann mit einer guten Ausstattung und einem überzeugenden Motor aufwarten. Zudem gibt es drei Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, und auch das Service ist für diesen Zeitraum schon im Preis inkludiert. Wer sich also von der breiten Masse abheben möchte, findet im XF sicher einen guten Wegbegleiter.

Was uns gefällt:

Die Ausstattung, der Fahrspaß, der Motor, die Automatik, das Design

Was uns nicht gefällt:

Das Platzangebot im Fond, ein kleines Elektronik-Problem im Testzeitraum

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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