Testbericht: Jaguar XF 30d R-Sport

Der neue Jaguar XF ist auch mit einem starken Dieselmotor erhältlich. In unserem Test verraten wir, ob Fahrspaß und Effizienz harmonieren.

Die zweite Generation des Jaguar XF zeigt sich deutlich moderner und noch sportlicher - vor allem wenn man den XF in der R-Sport-Version wählt. Mit sportlicherer Front- und Heckschürze sowie speziellen Leichtmetallfelgen wirkt der XF überaus dynamisch, bleibt aber dennoch sehr elegant in seiner Erscheinung.

Viel Fahrspaß bei hoher Effizienz verspricht Jaguar mit dem neuen 3,0 Liter-V6-Dieselmotor, der über eine Leistung von 300 PS verfügt. Der Listenpreis des XF 30d R-Sport liegt bei 68.400 Euro und beinhaltet die nötigste Grundausstattung, die man in dieser Klasse erwarten kann. Wer seinen Jaguar so gediegen haben möchte, wie man sich ihn vorstellt, muss nochmals ordentlich in Extras investieren, was in dieser Fahrzeugklasse aber bei allen Herstellern so ist.

Unser Testfahrzeug verwöhnte unter anderem noch mit Sportsitzen in Taurus-Leder, einem adaptiven Fahrwerk, 18"-Leichtmetallfelgen "Helix", LED-Scheinwerfern, geteilt umklappbaren Rücksitzen, einem Head-up-Display, dem InControl Connect ProPaket mit 12,3"-Touchscreen, einem Klangsystem, dem Parkhilfe-Paket, dem Fahrassistenz-Paket, dem Winter-Paket und noch einigen Kleinigkeiten, die den Preis auf 87.065 Euro treiben. Damit bewegt sich der XF im Umfeld der deutschen Premium-Limousinen, kann aber mit seinem typisch britischen Charme zusätzlich punkten.

Der XF zeigt sich im Innenraum nämlich überaus elegant und bis ins kleinste Detail hochwertig verarbeitet. Viel Liebe zum Detail beweisen zum Beispiel die äußeren Lüftungsdüsen, die sich beim Start automatisch öffnen und beim Abstellen des Motors wieder schließen. Auch das aus der Mittelkonsole hochfahrende Wahlrad für die Fahrprogramme ist ein nettes Gimmick, welches den eigenständigen Charakter des Fahrzeugs abrundet. Der 12,3" große Touchscreen überzeugt mit einer einfachen Bedienung und einer sehr schönen Darstellung. Mit dem neuen XF hat Jaguar somit einen der bisherigen Kritikpunkte komplett beseitigt und endlich ein dieser Klasse entsprechendes Infotainmentsystem an Bord.

Sehr gelungen präsentiert sich auch der volldigitale Tacho, der sich je nach Fahrmodus unterschiedlich darstellt. Während im "Normal"-Modus der Tacho mittig platziert ist und der Drehzahlmesser rechts davon, wird das Ganze im "Dynamic"-Modus umgekehrt, und der Drehzahlmesser bekommt die prominente Position inkl. roter Umrandung der Skalen.

Für viel Komfort sorgen die Sportsitze mit Lederbezug, die wie für die Langstrecke geschaffen sind. Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist ebenfalls sehr gut, lediglich im Fond geht es etwas enger zu - hier zeigt der Jaguar, dass er eindeutig eine Sportlimousine ist. Mit einem Fassungsvermögen von 540 Litern ist der Kofferraum sehr großzügig dimensioniert, lediglich eine elektrische Öffnung der Klappe wäre noch wünschenswert und der Klasse entsprechend.

Damit auch die Fahrleistungen der sportlichen Optik angepasst sind, verfügt der neue 3,0 Liter 6-Zylinder-Dieselmotor über eine Leistung von 300 PS (221 kW) und ein maximales Drehmoment von 700 Nm, das bei 2.000 U/Min geliefert wird. Gleich nach dem Start wirkt der Motor zwar etwas rau, das gibt sich jedoch sehr schnell, und man fühlt sich überaus wohl. Die Geräuschdämmung ist auch bei Autobahntempo wunderbar und der Klasse entsprechend.

Schon im normalen Fahrmodus lässt der XF seiner Kraft freien Lauf, bleibt dabei aber eine betont auf Komfort abgestimmte Limousine mit einer weichen Federung. Wer die sportlichen Gene seines Jaguars in vollen Zügen genießen möchte, sollte aber in den Dynamic-Modus wechseln. Hier schärft die Raubkatze die Krallen sehr deutlich. Das Fahrwerk wird wesentlich härter, die Lenkung noch direkter, und das Gaspedal leitet schon den geringsten Druck Richtung Motor weiter, der dann die absolute Schubkraft liefert. Vom Start weg sprintet der Jaguar in nur 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h elektronisch begrenzt. Die Kraft wird dabei jederzeit überaus souverän auf die Hinterachse geleitet und auch perfekt auf die Straße gebracht.

Überzeugen kann auch die 8-Gang-Automatik mit ihren weichen, aber sehr schnellen Schaltvorgängen. Wer möchte kann die Gänge auch via Schaltwippen am Lenkrad selbst sortieren, wird es aber kaum besser hinbekommen als die Automatik. Der XF fährt sich im Dynamik-Modus auch so agil, dass man niemals damit rechnen würde, mit einer fast 5 Meter langen Limousine unterwegs zu sein. Neben der perfekten Straßenlage kann er auch mit einer enormen Wendigkeit überzeugen.

Ebenfalls keinen Grund zur Klage gibt es beim Verbrauch. Trotz der enormen Leistung und viel Fahrspaß sind wir mit 6,6 Liter pro 100 Kilometer über die Runden gekommen. Der vom Werk versprochene Wert von 5,5 Liter kann dabei durchaus im Eco-Modus erreicht werden, falls man seine schottischen Gene und den damit verbundenen Zwang zur Sparsamkeit entdeckt.

Der Jaguar XF kann neben Sportlichkeit und Sparsamkeit auch mit einem hohen Maß an Sicherheit aufwarten. Toter-Winkel-Warner, Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat und ein Kollisionswarnsystem sind an Bord. Leider ist das Kollisionswarnsystem etwas zu "scharf" eingestellt und piepst fast andauernd, wenn man sich auch nur etwas forscher an das letzte Auto vor der Ampel anbremst oder der vor einem Abbiegende schon fast weg ist und man ohnedies freie Fahrt hätte.

Ansonsten gibt es aber nichts, was am neuen XF 30d auszusetzen wäre. Kaum ein anderes Fahrzeug dieser Klasse verbindet Sportlichkeit, Luxus und Sparsamkeit besser als der neue XF 30d.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, der Fahrspaß, der Verbrauch, der Motor, die Straßenlage

Was uns nicht gefällt:

Das Platzangebot im Fond, das etwas zu scharf eingestellte Kollisionswarnsystem

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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