Jaguar XF Sportbrake 2,2 D - Testbericht

Mit dem XF Sportbrake bietet Jaguar jetzt auch einen Oberklasse-Kombi an. In unserem Test muss sich die Einstiegsversion mit Dieselmotor beweisen.

Der neue Jaguar XF Sportbrake ist der erste Oberklasse-Kombi von Jaguar. Im Vergleich zum X-Type Kombi wirkt das Design aber wesentlich harmonischer und passt perfekt zur aktuellen Jaguar-Designlinie. Die fließenden Linien lassen den großen Kombi sehr grazil wirken, und man sieht dem XF Sportbrake seine 496,6 cm Außenlänge absolut nicht an. Sehr gut zum Stil von Jaguar passt die neue Designlinie mit den markanten Leuchteinheiten an Front und Heck, an denen man den Kombi sofort als Jaguar ausmachen kann.

Für unseren Test haben wir die Einstiegsmotorisierung, den 2,2 Diesel mit 200 PS (147 kW), gewählt, der ab 51.500 Euro inkl. einer schon sehr guten Serienausstattung erhältlich ist. Unter anderem finden sich schon ABS, ESP, 6 Airbags, Tempomat, Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, LED-Heckleuchten, 17"-Leichtmetallfelgen, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Jaguar Smart-Key-System, eine Luftfederung an der Hinterachse, elektrische Fensterheber, ein 7"-Touchscreen, ein Audiosystem mit 250 Watt Leistung und USB- sowie iPod-Anschluss und eine elektrisch verstellbare Lenksäule in der Basisausstattung.

Das Testfahrzeug hatte dann noch abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule, eine elektrische Heckklappe, eine beheizbare Frontscheibe, seitliche Lufteinlässe in Chrom, glänzende Metall-Fußpedale, eine 6-Wege-Sitzeinstellung für Fahrer und Beifahrer, ein Navigationssystem, die Bluetooth-Konnektivität inkl. Audio-Streaming, Velours Fußmatten, Paneele in Eichenholz matt, das Spiegel-Paket sowie eine Einparkhilfe vorne und hinten inkl. Rückfahrkamera an Bord. Der Gesamtpreis liegt trotz dann sehr üppiger Ausstattung mit 59.036 Euro noch knapp unter der 60.000 Euro-Marke und bleibt somit für ein Auto dieser Klasse noch im Rahmen. Immerhin bekommt man mit dem XF Sportbrake ein Fahrzeug geliefert, welches das britische Flair bis ins kleinste Detail zeigt und mit einem sehr luxuriösen Ambiente verwöhnt.

Der Innenraum präsentiert sich äußerst geschmackvoll ausstaffiert und bestens verarbeitet. Alle Materialien wirken extrem hochwertig und mit viel Liebe zum Detail verbaut. Alleine die Harmonie zwischen Chrom-, Holz- und Ledereinlagen ist so stilsicher ausgefallen, dass selbst die schärfsten Designkritiker keinen Raum für Beanstandungen hätten. Trotz vieler Knöpfe in der Mittelkonsole findet man sich sehr schnell zurecht, die meisten Funktionen lassen sich zudem über das Touchscreen-Display steuern. Die klar gezeichneten Armaturen sind ebenfalls sehr stilvoll und leicht ablesbar. Viele Ablagen ergänzen auch den praktischen Nutzwert der edlen Raubkatze.

Trotz seiner schnittigen Optik bietet der Jaguar XF im Innenraum viel Platz. Vor allem Fahrer und Beifahrer können sich über königliche Platzverhältnisse und hervorragende Sitze mit viel Seitenhalt freuen. Für die Gäste im Fond könnte bei fast 5 Metern Außenlänge aber etwas mehr Beinfreiheit übrig bleiben.

Sehr großzügig ist dann wieder der Kofferraum dimensioniert, der 550 Liter fasst. An der Seite sind zudem Hebel untergebracht, mit denen die Rücksitze mit einem Griff umgeklappt werden können. Dann stehen sogar bis zu 1.675 Liter Stauraum zur Verfügung.

Im Innenraum müssen die Kunden somit beim Basismodell auf nichts verzichten, was bei der Motorisierung schon anders ist.

Mit nur 4 Zylindern ist man vielleicht nicht standesgemäß unterwegs, dafür aber recht sparsam und dennoch sehr flott. Der 2,2 Liter Diesel verfügt über eine Leistung von 200 PS (147 kW) und lässt die Raubkatze in 8,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. Sein maximales Drehmoment von 450 Nm liefert der Motor bei 2.000 U/Min. Darunter spürt man dann ein kleines Turboloch, welches die Beschleunigung auf den ersten Metern etwas verzögert. Erst im Sport-Modus wird hier die Kraft schon schneller zur Verfügung gestellt.

Ganz und gar nicht der Klasse entsprechend ist der dröhnende Klang des Motors bei der Beschleunigung. Schon bei normaler Beschleunigung entwickelt der 2,2 Liter Motor einen sehr kernigen Sound, der so gar nicht zum sonst so eleganten Jaguar passen mag. Hat man dann seine gewünschte Geschwindigkeit erreicht, verrichtet der Motor seine Arbeit wieder sehr leise und angenehm.

Ein absolutes Highlight ist dafür die serienmäßige 8-Gang-Automatik, deren Schaltvorgänge man lediglich am Drehzahlmesser nachvollziehen kann, aber so gut wie gar nicht spürt. Die Gänge werden nicht nur sehr sanft, sondern auch blitzschnell gewechselt, so dass hier kaum ein Unterschied zu einem Doppelkupplungsgetriebe besteht.

Eine gute Mischung aus Sportlichkeit und Komfort hat man auch bei Fahrwerk und Federung gewählt. Der Jaguar filtert gekonnt die Versäumnisse der Straßenerhalter weg und lässt auch weite Strecken ohne Kreuzschmerzen überstehen. Dabei liegt er aber auch perfekt auf der Straße und erlaubt auf kurvigen Straßen eine sehr sportlich-ambitionierte Fahrweise.

Mit der sehr direkten Lenkung lässt sich der Jaguar über enge Straßen zirkeln, so dass man nicht merken würde, mit einem 5-Meter-Kombi unterwegs zu sein. Die Geschmeidigkeit, mit der sich schon die Basisversion bewegen lässt, hat sich Jaguar sicher von den gleichnamigen Raubkatzen abgeschaut.

Wer die Leistung auch ab und zu abruft, darf sich dann natürlich nicht den sehr ambitionierten Werksverbrauch von 5,4 Liter erwarten. In unserem Test hat der XF Sportbrake rund 6,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer konsumiert, was in Anbetracht von Fahrzeuggröße und Leistung durchaus in Ordnung geht und eine Strecke von über 1.000 Kilometer ohne Tankstopp ermöglicht.

Mit dem XF Sportbrake bietet Jaguar einen sehr geräumigen Kombi an. Jene, denen bislang ein Jaguar zu unpraktisch war, finden jetzt mit dem eleganten XF Sportbrake einen passenden Partner. Seine Ausstattung ist dabei absolut stilsicher sowie hochwertig, und der Engländer hebt sich mit viel Charme auch von seinen ebenfalls sehr perfekten Mitbewerbern aus Deutschland ab. Einzig der kernige Motorsound beim Beschleunigen mag nicht so recht zum sonst so perfekt umgesetzten Premium-Ambiente passen, wer sich daran stößt, kann aber immer noch zum 3,0 Liter V6 Diesel greifen.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, die Gestaltung des Innenraums, die Materialauswahl, der Kofferraum, die 8-Gang-Automatik

Was uns nicht gefällt:

der laute Motor beim Beschleunigen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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