Testbericht: Jeep Renegade Trailhawk

Der frisch geliftete Jeep Renegade soll auch im Gelände ein echter Jeep sein. Wir verraten im folgenden Testbericht, was das Offroad-Talent alles zu bieten hat.

Mit dem Renegade hat Jeep die Offroad-Gene der Marke ins kleinste SUV-Segment transferiert. Seit 2018 präsentiert sich der Renegade dabei mit frischer Optik, die ihm einen noch gelungeneren Look verleiht. Vor allem die überarbeitete Frontpartie mit dem markanten LED-Tagfahrlicht sticht dabei ins Auge. Aber auch sonst soll der geliftete Renegade noch mehr Liebe zum Detail zeigen.

Für unseren Test haben wir den Renegade Trailhawk gewählt, der sich von den anderen Versionen deutlich unterscheidet. Der Trailhawk verfügt nämlich über noch bessere Offroad Eigenschaften als die anderen Renegade-Versionen. So hat er nicht nur eine geänderte Front- und Heckschürze bekommen, die einen größeren Böschungs- und Rampenwinkel ermöglicht, er hat als einziges Modell auch den Active Drive Low-Allradantrieb mit spezieller Untersetzung und Kriechgang für harte Geländeeinsätze. Im Listenpreis von 37.850 Euro sind neben den bereits erwähnten Features auch schon eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein 7"-Touchscreen, eine Einparkhilfe vorne und hinten, 17"-Alufelgen, die Kontrastbeklebung, dunkel getönte Scheiben ab der B-Säule, ein Tempomat und vieles mehr mit an Bord.

Unser Testfahrzeug hat noch mit dem LED-Paket, dem Funktionspaket 2, dem Technologie-Paket, der Rückfahrkamera, dem Toter Winkel-Assistenten, beheizbaren Frontsitzen, beheizbarem Lederlenkrad und dem Uconnect Navi mit 8,4"-Touchscreen verwöhnt. Der Listenpreis summiert sich damit auf 43.015 Euro und ist somit schon im Revier der etwas größeren SUV angesiedelt. Dafür bietet in dieser Klasse aber wohl kein anderes Fahrzeug diese Offroad-Fähigkeiten und den typischen Jeep-Charme, der sich auch im Innenraum zeigt.

Im Inneren präsentiert sich der kleinste Jeep nämlich in einem robusten, aber auch sehr modernen Look. Man verspürt sofort US-Feeling, wenn man hinter dem griffigen Lederlenkrad Platz nimmt und über die bullige Motorhaube blickt. Zur großen Überraschung ist der Renegade innen deutlich größer, als man es ihm von außen zutrauen würde. Irgendwie fühlt man sich wie in einem deutlich größeren Fahrzeug, vor allem weil der Offroader auch viel Komfort-Ausstattung bietet, wie etwa die verschiebbare Mittelarmlehne oder den 8,4"-Touchscreen. Dieser verfügt über eine schöne Darstellung und lässt sich intuitiv und einfach bedienen. Bis hin zur Lenkradheizung kann man so gut wie alle Funktionen auch über den Touchscreen ansteuern.

Wie für ein US-Auto üblich, gibt es auch viele Ablagen und große Getränkehalter für das große Abenteuer in der wilden Natur. Während sich alle Passagiere wohl fühlen und über viel Platz verfügen, ist der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 351 Litern aber eher kompakt bemessen. Die große Abenteuerausrüstung muss eher zuhause bleiben, was sehr schade ist.

Denn in Kombination mit dem kräftigen 2,0 Liter-Dieselmotor mit 170 PS (125 kW) ist der Renegade durchaus für eine weite Abenteuerreise gerüstet. Der Motor liefert bei 1.750 U/Min ein maximales Drehmoment von 350 Nm und harmoniert sehr gut mit der serienmäßigen 9-Gang-Automatik. Diese überzeugt mit schnellen und vor allem sehr sanften Schaltvorgängen. Nicht ganz so sanft ist der Motor selbst, vor allem bei voller Beschleunigung und im kalten Zustand ist er akustisch recht aufdringlich, was aber durchaus zum robusten Charakter des Fahrzeugs passt.

Hat man einmal die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, wird es im Innenraum deutlich ruhiger, und man kann auch ohne störende Geräuschkulisse weite Autobahnetappen gemütlich absolvieren. Wer die volle Leistung abruft, wird in 8,9 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h befördert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 196 km/h.

Fahrwerk und Federung sind für ein ganz auf Offroad getrimmtes Auto überraschend komfortabel. Natürlich ist der Renegade keine Sänfte, aber man kann mit ihm auch weite Strecke absolvieren, ohne mit einem Schütteltrauma das Ziel zu erreichen. Nicht ganz so sein Revier sind kurvige Landstraßen, wo der Renegade durch die hohe Bauweise die Passagiere leicht ins Wanken bringt. In Kombination mit den Sitzen, die zwar sehr bequem sind, aber wenig Seitenhalt bieten, ist man in Kurven also am besten eher vorsichtiger unterwegs.

Seine vollen Trümpfe spielt der Jeep Renegade dafür abseits befestigter Straßen aus. Der Fahrer kann zwischen verschiedenen Fahrprogrammen wählen, die alle Systeme auf den jeweiligen Untergrund anpassen. Während die anderen Renegade-Versionen nur über die Modi Auto, Sand und Snow verfügen, gibt es im Trackhawk auch noch den Rock-Modus. Dieser ist speziell für das Befahren von Geröll und sehr unwegsamem Gelände ausgelegt. So sollte man also fast alle Ziele erreichen können und durch die kantige Bauweise ist auch die Übersichtlichkeit im Gelände sehr gut. Mit seinen kompakten Abmessungen von nur 423,6 cm macht der Renegade aber auch in der Stadt eine gute Figur.

Wer über so viele Talente wie der Renegade Trackhawk verfügt, darf sich auch beim Verbrauch etwas durstiger zeigen. Sparfüchse werden vielleicht in die vom Werk angegebene Region von 6,6 Liter pro 100 Kilometer vordringen können. Wir haben in unserem Test im Schnitt 7,5 Liter verbraucht.

Der frisch überarbeitete Jeep Renegade hat in unserem Test in Summe einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Für ein Auto dieser Klasse bietet er wirklich überragende Offroad-Fähigkeiten, ist dabei aber sehr kompakt und bietet dennoch mehr Platz, als man ihm zutrauen würde. Er macht in der Stadt ebenso eine gute Figur und kann mit einer wohnlichen Ausstattung auch im täglichen Leben begeistern. Der Motor zeigt sich sehr agil, und eine 9-Gang-Automatik ist in dieser Klasse ebenfalls nicht oft zu finden.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, die Offroad-Qualitäten, der Fahrkomfort, das Jeep-Feeling

Was uns nicht gefällt:

Der bei voller Beschleunigung recht kernig klingende Motor

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 2-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-