Kia Carens 1,6 GDI - Testbericht

Der Kia Carens 1,6 GDI Cool ist die günstigste Möglichkeit, den geräumigen Kompakt-Van zu fahren. Dass es nicht immer ein Diesel sein muss, beweist unser Test.

Im Frühling ist die vierte Generation des Kia Carens bei uns gestartet. Der neue Carens folgt dabei der aktuellen Kia-Designsprache und wirkt wesentlich dynamischer als sein Vorgänger. Trotz einer Länge von 452 cm wirkt der Carens sehr kompakt, was der harmonischen Linienführung zu verdanken ist.

Für unseren Test haben wir die günstigste Möglichkeit, einen Kia Carens zu fahren, gewählt und den 1,6 GDI Benziner mit 135 PS (99 kW) getestet, der ausschließlich in der Ausstattungsvariante Cool erhältlich ist. Um 21.990 Euro bekommt man neben viel Platz auch schon eine rundum gute Ausstattung. ABS, ESP, sechs Airbags, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, LED-Tagfahrlicht, eine Mittelarmlehne vorne und ein Tempomat sind schon serienmäßig mit an Bord. Als aufpreispflichtiges Extra war dann noch eine Metallic-Lackierung mit an Bord, die den Gesamtpreis auf 22.590 Euro hebt.

Dabei präsentiert sich schon das Basismodell bei der Innenraumgestaltung sehr wohnlich. Die neue Armaturenlandschaft wirkt sehr robust und ist auch ausgesprochen übersichtlich. Bei der Verarbeitung gibt es ebenfalls nichts zu kritisieren, der Carens wirkt so, als ob er auch in vielen Jahren noch eine gute Figur machen wird.

Alle Funktionen lassen sich einfach bedienen, und man findet sich auf Anhieb zurecht. Trotz des modernen Designs hat man noch viel Platz für Ablagen und Getränkehalter gelassen, so dass auch der praktische Nutzwert sehr hoch ist.

Überhaupt ist das Platzangebot im neuen Carens sehr gut. Selbst in der zweiten Reihe haben groß gewachsene Passagiere viel Platz. Auf Wunsch ist der Carens auch mit sieben Sitzplätzen zu haben.

In der von uns getesteten Version mit fünf Sitzplätzen steht auch ein sehr großzügiges Gepäckabteil zur Verfügung. Sind alle Plätze besetzt, finden noch immer beachtliche 492 Liter Stauraum Platz, wer die hinteren Sitze umklappt, bekommt sogar 1.650 Liter Kofferraumvolumen zusammen.

Sehr bequeme Sitze bieten auch auf langen Strecken viel Komfort - wenn die Mittelarmlehne dann noch in der Länge verschiebbar wäre, hätten wir überhaupt keinen Anlass mehr für Kritik.

Um den rund 1,5 Tonnen schweren Kompaktvan auch auf Touren zu bringen, braucht es einen adäquaten Motor. Auch wenn in Österreich in dieser Fahrzeugklasse der Diesel die beliebteste Motorisierung ist, macht der Griff zum spritzigen 1,6 GDI durchaus Sinn - vor allem, wenn man den familienfreundlichen Kia nicht täglich hunderte Kilometer bewegt.

Der Benzin-Direkteinspritzer verfügt über eine Leistung von 135 PS (99 kW) und verhilft dem Carens zu ansprechenden Fahrleistungen. Sein maximales Drehmoment von 164 Nm liefert der GDI zwar erst bei 4.850 U/Min, dennoch kann er schon von unten heraus mit mehr Kraft aufwarten, als man aufgrund der nackten Zahlen vermuten würde. In 11,3 Sekunden sprintet der Carens aus dem Stand auf Tempo 100 km/h und ist bis zu 185 km/h schnell. Der Benzinmotor verrichtet dabei seine Arbeit stets sehr leise, was den Reisekomfort ebenfalls positiv beeinflusst.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe passt auch zur komfortablen Auslegung des Fahrzeugs. Die Gänge lassen sich butterweich einlegen, und die Abstufung ist ebenfalls sehr gut gelungen. Der sechste Gang ist dabei eher zum Sparen ausgelegt und senkt vor allem bei Autobahntempo das Drehzahlniveau. Dafür müssen beim Zwischensprint die Gänge öfters gewechselt werden, um entsprechend gute Beschleunigungswerte zu erzielen.

Fahrwerk und Federung sind beim Carens sehr auf Komfort ausgelegt. Bodenunebenheiten werden perfekt weggefiltert, und der Carens kann so auch auf weiten Strecken begeistern.

Während die komfortable Auslegung bei der Fahrwerksauslegung nicht änderbar ist, kann im neuen Carens die Lenkung auf den Geschmack des Fahrers angepasst werden. Die flexible Servolenkung bietet die Möglichkeit, zwischen Normal, Komfort und Sport-Modus zu wählen. Im Sport-Modus wird die Lenkung dann spürbar direkter und härter, vermittelt dabei aber einen noch besseren Kontakt zur Straße. Der Komfort-Modus empfiehlt sich vor allem in der Stadt, wo die Lenkkräfte auf ein Minimum reduziert werden.

Trotz seiner Länge von über 4,5 Meter entpuppt sich der Carens auch als ideales Stadtfahrzeug. Durch die großen Fensterflächen ist er nämlich sehr übersichtlich und erleichtert so das Rangieren in engen Parklücken.

Dank dem ISG-Start/Stopp-System bleibt der Carens auch in der Stadt noch recht sparsam. Laut Werk liegt der Verbrauch bei 6,4 Liter, was man mit einem Hang zur Selbstdisziplin auch durchaus erreichen kann. In unserem Test hat sich der Carens mit 7,4 Liter begnügt, was für ein Auto dieser Größe mit Benzinmotor kein übler Wert ist, ihn aber auch nicht zum Sparmeister macht. Unser Test hat aber sehr schön gezeigt, dass es nicht immer ein Diesel sein muss.

Der Carens 1,6 GDI bietet gute Fahrleistungen und verwöhnt dabei mit einem ruhigen Motorlauf. Auch das Preis/Leistungsverhältnis passt sehr gut, die Ausstattung ist schon im Basismodell sehr umfangreich, und es gibt auch 7 Jahre Garantie beim Kia Carens. Sein großzügiges Platzangebot und die gute Verarbeitung runden den positiven Gesamteindruck weiter ab.

Was uns gefällt:

das Platzangebot, das Preis/Leistungsverhältnis, die Laufruhe des Motors

Was uns nicht gefällt:

dass die Mittelarmlehne vorne nicht verschiebbar ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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