KIA Carens 2.0 CRDi - Testbericht

Nicht nur preislich attraktiv

Während der Vorgänger im Straßenbild eher unauffällig unterging, hat die zweite Auflage des Kia Carens deutlich an Profil gewonnen. Kantiger tritt der Kompaktvan aus Korea auf, ohne dabei äußerlich Dynamik vermissen zu lassen. Im Heckbereich haben die Designer sogar kurz zum X3 von BMW geschielt. Die Frontpartie trägt das neue Familiengesicht, wie es auch den Kia C´eed ziert. Auch wenn der Neue preislich etwas höher liegt als sein Vorgänger, bleibt der Kia Carens immer noch eine attraktive Alternative zur etablierten Konkurrenz.

Da jedes zweite verkaufte Auto mittlerweile ein Diesel ist, bietet Kia den Carens auch mit einem Turbodiesel inklusive Partikelfilter an. Unser Testfahrzeug ist ein 2.0 CRDi mit 100 kW /136 PS mit einer Länge von 4,55 Meter. Der Motor erfreut nicht nur durch erstaunlich guten Durchzug, sondern auch durch gute Dämmung, die für ein angenehmes Geräuschniveau im Innenraum sorgt. Bei hohem Reisetempo sind die Windgeräusche lauter als das gut gekapselte Triebwerk.

Nach leichter Anfahrschwäche überzeugt der Wagen mit flottem Vortrieb. Der sechste Gang nimmt seine Arbeit bereits ab 75 bis 80 km/h klaglos auf. Dabei bietet die längste Getriebeübersetzung noch erstaunlich viel Beschleunigungsreserven, so dass der Fahrer nur selten ernsthaft in die Verlegenheit kommt, bei Überlandfahrten wieder einen Gang zurückschalten zu müssen.

Kia gibt einen Durchschnitts-verbrauch von 6,1 Litern an, ein Wert der bei zurückhaltendem Umgang mit dem Carens durchaus nicht ins Reich der Fantasie gehört. Von 5,5 bis knapp 11 Litern bei Vollgas auf der Autobahn ist in der Praxis alles drin.

Das Fahrwerk ist straff ausgelegt und meldet Querfugen und grobe Fahrbahnunebenheiten besonders bei höheren Geschwindigkeiten gern ziemlich ungedämpft an den Fahrer weiter. Der Verzicht auf ein allzu weiches Federwerk kommt dem Carens aber letztendlich zugute, denn er bietet sich dank seiner guten Ausstattung und dem temperamentvollen Motor für lange Autobahnetappen mit hohem Tempo förmlich an. Dafür dürfte die Servolenkung allerdings ruhig direkter ausgelegt sein. Sie wirkt etwas schwammig.

Der Arbeitsplatz des Fahrers ist bequem. Nur die aktiven Kopfstützen stehen etwas zu weit vor und verhindern in den ansonsten bequemen Sitzen den Schulterschluss. Die Bedienelemente geben keine Rätsel auf. Tellergroße Rückspiegel gewähren gute Sicht auf den nachfolgenden Verkehr. Da Kia die Handbremse in den Fußraum verlegt hat (Mercedes lässt grüßen), bietet die Mittelkonsole viel Platz für allerlei Dinge bis hin zur 0,7-Liter-Flasche.

Mit 440 Litern fällt das Kofferraumvolumen für ein Fahrzeug dieser Größe nicht besonders beeindruckend aus. Dafür ist die Beinfreiheit im Fond mehr als großzügig und hat echtes Oberklasseformat. Der Stauraum lässt sich auf 1650 Liter vergrößern. Das Umklappen der Rücksitzbank geht kinderleicht von der Hand. Besser kann man es kaum machen. Es entsteht eine ebene Ladefläche, die bei Bedarf auch Gegenstände von bis zu zwei Metern Länge aufnimmt. Beim Fünfsitzer finden sich außerdem üppig dimensionierte Ablagefächer unter dem Kofferraumboden. Gegen Aufpreis lässt sich der Carens auch zum Siebensitzer aufrüsten.

Zur Serienausstattung in der Version Active gehören unter anderem ein umfassendes Insassen-Sicherheitspaket, Lederlenkrad, ein CD/MP3-Radio, sechs Lautsprecher, Klimaautomatik, Tagfahrlicht, Tempomat und 16" Reifen mit Leichtmetallfelgen. In der Version Active Pro bietet Kia noch zahlreiche Schmankerl wie Ledersitze mit Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, elektrisch verstellbaren Fahrersitz oder Einparkhilfe hinten in Serie an.

Die Ausstattungsversion Active mit Platz für 5 ist mit 24.290 Euro ein überlegenswertes Angebot. Der Einstieg in die Carens-Welt ist mit dem 2.0 CVVT (Version Motion) bereits ab 20.490 Euro möglich.

auto-reporter / red

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