Testbericht: Kia Ceed 1.4 T-GDI mit 140 PS

Die neue Generation des Kia Ceed besticht mit einem dynamischeren Design. Ob sie auch technisch mit der Konkurrenz mithalten kann, verraten wir im folgenden Testbericht.

Kia hat sich in den letzten Jahren markant verändert, so auch der Ceed. Die neue Generation des kompakten Koreaners zeigt sich so dynamisch wie nie zuvor. Die markentypische "Tigernase" ist je nach Modell mit modernen LED-Scheinwerfern gepaart, und auch das Heck zeigt sich viel sportlicher als bisher.

Der neue Ceed soll aber nicht nur optisch was her machen, sondern auch technisch einige Highlights bieten. So haben wir bei unserem Test aus dem Vollen geschöpft und den Ceed in der Platin-Ausstattung in Kombination mit dem Turbo-GDI-Motor und Doppelkupplungsgetriebe gewählt. Im Listenpreis von 31.590 Euro ist dann schon alles an Bord, was bei der Konkurrenz noch optional gewählt werden muss. Wer den Klassenprimus, den VW Golf in der Ausstattung des Kia Ceed, wählt, sollte rund 10.000 Euro Mehrpreis einkalkulieren.

Unter anderem hat der Kia Ceed Platin schon einen adaptiven Tempomat, klimatisierte Ledersitze, den Smart Key, einen Spurfolgeassistent, ein JBL-Soundsystem, eine kabellose Smartphoneladefunktion, Lenkradheizung, einen 8"-Touchscreen mit Navi, eine Rückfahrkamera, Voll-LED-Scheinwerfer und noch vieles mehr an Bord.

Schon beim ersten Blick in den Innenraum stellt man fest, dass die neue Ceed-Generation auch innen deutlich sportlicher wirkt als bisher. Der Mix aus Klavierlackelementen, Leder und Alu-Dekor steht dem Koreaner ausgezeichnet. Der frei stehende 8"-Touchscreen ist dabei ebenso ein Eyecatcher wie die im Alu-Look umrandete Schaltkulisse. Überzeugend ist der neue Ceed auch bei der Funktionalität. Man findet sich trotz sehr vieler Funktionen schnell zurecht, und der Fahrer wird über das große Infodisplay im Tacho über alle wichtigen Einstellungsänderungen informiert.

Auch das Multifunktionslenkrad zeigt sich trotz der vielen Tasten übersichtlich, jede Taste hat leicht verständliche Symbole, so dass man sofort weiß, welche Funktion hinter jeder Taste zu finden ist. Der 8"-Touchscreen kann mit einer einfachen Bedienung und einer schönen Darstellung aufwarten. Trotzdem hat auch noch ein Drehrad für die Lautstärkenregelung Platz gefunden, was man in vielen neuen Autos vermisst.

Abgerundet wird der positive Eindruck des Innenraums noch durch viele großzügig dimensionierte Ablagen und sehr bequeme Sitze. Eine Sitzheizung findet sich dabei auch im Fond, die Vordersitze sind zudem auch klimatisiert, das heißt, dass man auch im Sommer keine Angst vor den Lederbezügen haben muss. Das Platzangebot ist für Fahrer und Beifahrer sehr gut, im Fond geht es der Klasse entsprechend etwas enger zu. Über dem Durchschnitt angesiedelt ist das Kofferraumvolumen, das von 395 bis 1.291 Litern reicht.

Beim Thema Innenraum kann der neue Kia Ceed also schon mal voll überzeugen, jetzt müssen wir noch klären, wie er sich im technischen Kapitel schlägt. Vorab ist der 1,4 Liter-T-GDI mit 140 PS (103 kW) Leistung das Topmodell, bis nächstes Jahr der Ceed GT mit 204 PS auf den Markt kommt. Der 1,4 Liter-T-GDI mit 140 PS stellt aber auf jeden Fall eine sehr vernünftige Alternative für alle dar, die zwar Spaß beim Fahren wollen, aber steuerlich noch am Boden bleiben möchten. Der Motor liefert zwischen 1.500 und 3.200 U/Min ein maximales Drehmoment von 242 Nm, fühlt sich aber gleich vom Start weg sehr agil an.

Schon im normalen Fahrmodus sprintet der Ceed beherzt davon. Wer das Gaspedal bis zum Bodenblech drückt, erreicht in nur 9,2 Sekunden die 100 km/h-Marke. Die Kraftentfaltung ist dabei so enorm, dass die technischen Assistenzsysteme alle Hände voll zu tun haben, die Kraft auch auf die Straße zu bringen. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der Ceed bei 206 km/h, womit er auch auf deutschen Autobahnen noch viel Freude bereitet.

Sehr gut gelungen ist auch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Gänge werden schnell und sanft gewechselt, zudem steht jederzeit der richtige Gang parat. So macht der Ceed auch beim Zwischensprint eine gute Figur. Wer in den Sport-Modus wechselt, erlebt eine noch etwas giftigere Gasannahme, eine noch direktere Lenkung und Schaltpunkte, die weiter nach hinten verschoben werden. Damit wird der kompakte Ceed zum kleinen Sportler und bereitet auch auf kurvigen Bergstraßen viel Freude. Vor allem, da auch Fahrwerk und Federung sehr harmonisch abgestimmt sind, wobei das Pendel leicht Richtung Sportlichkeit ausschlägt.

Dennoch ist der Ceed auch als Reiselimousine ein sehr angenehmer Begleiter auf weiten Etappen. Bodenunebenheiten werden gut weggefiltert, und man fühlt sich an Bord sehr wohl. Immerhin hat Kia auch die Geräuschdämmung des Ceed weiter verbessert, so dass selbst bei hohem Tempo kaum Störgeräusche in den Innenraum vordringen.

Nicht ganz die hohen Erwartungen hat der Ceed beim Verbrauch erfüllt, statt der vom Werk angegebenen 5,7 Liter sind wir im Schnitt auf rund 7 Liter gekommen. Bei zurückhaltender Fahrweise wird man aber durchaus noch einen halben Liter einsparen können.

Von einer absolut tollen Seite zeigt sich der Ceed bei der Sicherheitsausstattung. Vom adaptiven Tempomat, über einen Spurfolgeassistenten bis zum Fernlichtassistenten und Querverkehrswarner hat der Ceed wirklich alles an Bord, was man sich in dieser Klasse derzeit wünschen kann. Zudem funktionieren alle Systeme auch einwandfrei und sind als wirkliche Erleichterung für den Fahrer zu sehen.

Der neue Kia Ceed hat in unserem Test auf jeden Fall gezeigt, dass er ein wirkliches Highlight in seiner Klasse ist. Neben der Optik sprechen auch die überkomplette Ausstattung und das Preis/Leistungsverhältnis für den kompakten Koreaner. Der Motor bereitet zudem viel Spaß, und man ist im neuen Ceed auch sehr sicher unterwegs.

Was uns gefällt:

Die überkomplette Ausstattung, das Design, die einfache Bedienung, der Fahrkomfort, der Fahrspaß, das Doppelkupplungsgetriebe

Was uns nicht gefällt:

Der Verbrauch könnte eine Spur niedriger sein, was aber schon Jammern auf hohem Niveau ist…

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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