Kia Magentis 2.0 CVVT - Testbericht

In 9,9 Sekunden von null auf 100 km/h und 210 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Das neue Gesicht bekommt ihm gut - dem Kia Magentis des Jahrgangs 2009 . Peter Schreyer, der Chefdesigner des koreanischen Herstellers, hat mit seinen Änderungen für den aktuellen Magentis erreicht, der klassischen Stufenheck-Limousinen den optischen Pfiff zu verpassen, der ihm das Leben auf dem europäischen Markt in der gehobenen Mittelklasse erleichtern sollte.

Ein paar Zentimeter mehr vorn und hinten , bei gleichem Radstand und deutliche Retuschen an der Front und am Heck verschaffen dem Koreaner einen Auftritt zwischen der konservativen Eleganz, wie sie Stufenhecklimousinen innewohnt und der dynamischen Anmutung, ohne die ein Auto heutzutage in Europa einen schweren Stand hat. Gleichzeitig mit dem Äußeren hat sich das Schreyer-Team in Korea auch heftig um einen passenden Innenraum bemüht.

Das ist formal gelungen: Drei Rundinstrumente mit roter Beleuchtung unter einer beschattenden Haube, eine Mittelkonsole mit selbst erklärenden Bedienelementen und einem reichlich kleinen Display für Bordcomputer und Navigation , ein Multifunktionslenkrad , die Mittelkonsole - alles sehr schön und elegant gerundet gestaltet. Wenn Kia nun noch ein paar Dollar mehr in die Materialien investiert hätte, könnte man sich darin vergucken.

Viele Ablagen, Staufächer und Netze bis hin zum Brillenfach im Dach erleichtern den Passagieren das Reisen. Was man als großer Mitteleuropäer von den Sitzen nicht sagen kann, denn Oberschenkelauflage und Lehne sind zu kurz . Dafür finden alle Insassen reichlich Raum vor. Bis zur Autobahn-Richtgeschwindigkeit von 130 km/h haben sie auch wenig Grund, sich über die Fahrgeräusche zu beklagen. Danach wird’s lauter als in dieser Klasse üblich.

Deswegen sehnt man sich nach einem sechsten Gang bei Fünf-Gang-Handschaltung des Fronttrieblers. Der würde sicher auch helfen, den Verbrauch des Motors weiter zu senken. Mit einem Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von 7,5 Liter Super ist der für den Vierzylinder mit 121 kW / 164 PS Leistung zwar keineswegs ungewöhnlich hoch, doch ein halber Liter weniger wäre wohl noch drin.

Der CVVT-Motor erreicht seine maximale Leistung bei 6200 Umdrehungen pro Minute (U/min) und sein maximales Drehmoment von 197 Newtonmeter bei 4600 U/min, also bei recht hohen Drehzahlen - noch ein Grund für den sechsten Gang. Aber angesichts des Basispreises unseres Testwagens darf man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Mit dem Preis von 21.990 Euro will Kia eben nicht den Premium-Kunden erreichen, sondern den, der eine bezahlbare, große Limousine sucht, auf die er sich verlassen kann.

Im Hinblick auf die Verlässlichkeit bringt Kia eine Fünf-Jahre-Garantie ins Spiel und packt noch eine umfangreiche Basisausstattung obendrauf, so dass die Verlockung größer wird. Von einer Klimaanlage über Bordcomputer bis zur Defrost-Funktion für die Wischergummis reicht die lange Liste, so dass nur noch eine Vier-Stufen-Automatik, eine große Navigation und ein Komfortpaket mit Teillederausstattung zusätzlich geordert werden können.

Mit 500 Liter Inhalt passt auch die Kofferraumgröße zur Klasse des Autos, ebenso die Zuladung von 542 kg. Die Fahrleistungen - 9,9 Sekunden von null auf 100 km/h und 210 km/h Höchstgeschwindigkeit - passen ebenfalls ins Segment. Die Optik außen und innen sowie die Fahrleistungen verbreiten im Showroom bei Kia-Händler und auf der Straße dieselbe Botschaft: Eigentlich macht man nichts falsch, wenn man sich für den Kia Magentis entscheidet.

auto-reporter

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