Kia Rio 1,4 CRDi - Testbericht

Der Kia Rio ist ein sportlicher kleiner Stadtflitzer, der jedoch ebenso Langstreckentauglichkeit unter Beweis stellt. Dass der Kleine mehr kann als man ihm zutraut, lesen Sie hier.

Kia hat mit dem Rio die gekonnte Mischung aus cee´d und Piccanto getroffen. Er hat von jedem etwas, bleibt aber doch in seiner allgemeinen Charakteristik eigenständig. Unser Testfahrzeug ist der stärkste verfügbare Diesel mit 1,4 Liter Hubraum und Start-Stopp-Automatik.

Damit sollte Freude in mehrerlei Hinsicht aufkommen. Einerseits beim Verbrauch, andererseits beim Fahren selbst. Bereits seine Optik macht viel her: Relativ kurze Überhänge sowie die coupéförmige Seitenlinie geben dem Cityflitzer einen dynamischen Touch. In der solid-weiß Lackierung wird er im Winter hierzulande gut getarnt sein, jedoch ist er im Stadtalltag gar nicht so schmutzanfällig, wie man glauben mag.

Unser Testfahrzeug genießt die Gold-Ausstattungslinie, die unseres Erachtens wirklich alles besitzt, was man sich in dieser Kategorie wünschen kann. Da wären zunächst einmal LED-Rückleuchten und -Tagfahrlicht sowie ein statisches Abbiegelicht für die bessere Sichtbarkeit. Für die kältere Jahreszeit hält der kleine Koreaner eine Lenkradheizung und eine zweistufige Sitzheizung für Fahrer- und Beifahrer parat, welche aufgrund der Stoffbezüge wirklich sehr gut wirkt.

Obwohl bei einer Länge von vier Metern und gut dimensionierten Fenstern die Rundumsicht ausreichend ist, kann man mit Hilfe der Parksensoren noch schneller in die Lücken flitzen. Für die Ästhetik hält die Gold-Ausstattung abgedunkelte Seitenscheiben hinten und bei der zweiten Reihe parat. Auf den 17 Zoll-Felgen mit 205/45er-Reifen sieht der Kleine besonders stattlich aus. Dank Tempomat/Limiter ist er auch gut für die Autobahn gerüstet. Derart bestückt kostet der Rio 19.090 Euro.

Angenehmerweise ist die Optionsliste genau zwei Posten lang, einerseits die Lackierung, welche in diesem Fall nicht extra berechnet wird. Die zweite Optionsmöglichkeit, welche auch in unserem Testfahrzeug integriert wurde, ist das Technikpaket, welches mit 1.250 Euro extra zu Buche schlägt. Dieses beinhaltet ein 7-Zoll Navigationssystem inklusive Kartenupdate für sieben Jahre mit Rückfahrkamera, Keyless-Entry und Start per Knopfdruck. Einziger Wermutstropfen dabei ist der Entfall des CD-Players. Somit muss man auf Musik vom USB-Stick oder Mobiltelefon zurückgreifen oder einfach Radio hören.

Der Innenraum des Rio wurde trotz der kleinen Abmessungen großzügig gestaltet. Weder vorne noch hinten herrscht Platzmangel. Die Verarbeitungsqualität ist gut, die Optik aufgrund von Klavierlackakzenten sehr edel. Sämtliche Bedienelemente sind gut vom Fahrersitz aus erreichbar, obwohl alle Steuerungen außer der Klimaanlage auch vom Lenkrad aus geregelt werden können. Zahlreiche Ablagen geben die Möglichkeit Mobiltelefon, Schlüssel und sonstigen Kleinkram zu verstauen. Die Becherhalter neben der Handbremse beherbergen problemlos gängige Formate. Das 15 Liter große Handschuhfach liefert auf Wunsch gekühlte Getränke.

Im Fond muss man gottseidank nicht die Knie zu den Ohren ziehen, sondern hat auch bei langbeinigen Fahrern zumindest für Kurzstrecken ein passables Auskommen. Geht man aber zugunsten der Mitfahrenden einen kleinen Kompromiss ein, ist noch immer genug Beinfreiheit für alle vorne wie hinten vorhanden. Wobei die Sitzbank mit einer Dreierbesetzung wirklich nur im Notfall anzuraten ist. Besonders begeistert hat uns der Kofferraum, welcher mit 288 Liter locker das Gepäck für einen Kurzurlaub schluckt. Auf Wunsch können die Rücksitze auch umgeklappt werden, um so das Ladevolumen zusätzlich zu erweitern.

Wie eingangs erwähnt wurde unser Testfahrzeug mit einem 1,4 Liter Selbstzünder ausgestattet, welcher 90 PS leistet. Damit sprintet er zwar nicht wie ein Sportler, ist aber mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 14,2 Sekunden im absolut passablen Bereich, zumal das Drehmoment von 220 Nm schon bei 1.750 Umdrehungen seine Wirkung zeigt. Im Alltag zeigt sich der Rio durchaus agil. Im Stadtbereich sind die 90 PS völlig ausreichend. Sogar bei langen Fahrten von mehreren hundert Kilometern macht der Kleine tapfer mit. Autobahngeschwindigkeiten sind kein Problem, obwohl laut Werk bei 169 km/h Schluss sein soll. Einzig die Kombination von Steigungen und Überholmanövern lassen ihn bei Geschwindigkeiten über 110 km/h an die Beschleunigungsgrenzen stoßen. Hier helfen nur Geduld und das Hoffen auf die Bergabfahrt. Denn erst einmal in Schwung, gibt es für den Rio kein Halten mehr.

Das Sechs-Gang-Schaltgetriebe ist gut ausbalanciert. Bei 130 km/h befindet sich der Rio in einem Drehzahlbereich, der akustisch für den Innenraum wirklich angenehm ist. Überhaupt merkt man kaum Wind- oder Rollgeräusche. Auch die Fahrwerksabstimmung gibt keinen Grund zum Meckern. Im Gegenteil. Nach unserer Fahrt nach Kärnten stiegen wir gut gelaunt und gar nicht geschlaucht aus. Trotz weicher Dämpfung vermittelt der Kia stets das Gefühl der Sicherheit, insbesondere bei zügigen Lastwechseln.

Dazu kommt eine relativ direkte Lenkung, die beim Einparken durch ihre Leichtgängigkeit auffällt. Bei höheren Geschwindigkeiten wirkt sie steifer. In Kombination mit der Fahrzeugstabilitätsregelung soll der Rio in erster Linie bei rutschigen Straßenverhältnissen bei Bremsmanövern noch lenkbar bleiben. Berganfahrhilfe und ein Elektronisches Stabilitätsprogramm sind weitere Sicherheitsfeatures, die bei Kia schon zum State-of-the-Art gehören.

Gerade bei kleinen Fahrzeugen steht der Verbrauch an oberster Stelle. Stadtflitzer sollten so wenig wie möglich bei der Zapfsäule parken. 3,8 Liter im Drittelmix steht im Prospekt. Der Bordcomputer zeigte bei uns Werte zwischen 5,5 und 6 Liter. Damit ist er nicht gerade bei den Sparsamsten, aber unserer Ansicht nach im akzeptablen Bereich. Dafür liegen seine CO2 -Werte bei 98 g/km.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Kia mit dem kleinen Rio ein Auto für all jene konzipiert hat, die vorwiegend in urbanen Gefilden zuhause sind, aber auch bei gelegentlichen Ausflügen in die Welt da draußen ebenfalls einen zuverlässigen Begleiter brauchen. Es muss ja nicht gleich Rio sein ….

Was uns gefällt:

Sein Auftritt, seine Vielseitigkeit, die zahlreichen serienmäßigen Extras

Was uns nicht gefällt:

Könnte verbrauchsärmer sein, CD-Player fehlt bei Navioption

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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