Kia Soul 1,6 CRDi - Testbericht

Der Kia Soul wurde für das Modelljahr 2013 aufgefrischt. Bei uns zeigt die Topversion des Soul, was in ihr steckt.

In Europa zählt der Kia Soul nicht gerade zu den bestverkauften Kia-Modellen, in Nordamerika ist der kantige Kleinwagen aber sehr beliebt. Vor allem junge Menschen finden an dem kompakten und recht günstigen Wagen Gefallen.

Sein markantes Design mit einem gelungenen Mix aus Rundungen und Kanten macht den Kleinwagen im SUV-Look sehr eigenständig, spricht so aber bei uns nicht den Geschmack der breiten Masse an. Dabei hat vor allem die Frontpartie mit ihrem bulligen Auftritt und den futuristisch wirkenden LED-Tagfahrlichtern das Zeug, sich wohltuend von anderen Fahrzeugen dieser Klasse abzuheben.

Wie sich der Soul im Alltag schlägt, zeigt unser Test mit dem Topmodell der Baureihe, dem 1,6 CRDi mit Automatik in Active Pro-Ausstattung. Beim Basispreis von 23.490 Euro lässt der Kia kaum noch Wünsche offen und verwöhnt mit einer Ausstattung, die man oft bei weit höher angesiedelten Autos nicht serienmäßig findet.

Mit an Bord sind unter anderem ABS, ESP, sechs Airbags, eine Klimaautomatik, das Smart Key-System inkl. Startknopf, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Tempomat, ein RDS Radio inkl. CD-Player mit MP3-Funktion und 6 Lautsprechern, eine Servolenkung, eine Einparkhilfe hinten inkl. Rückfahrkamera, ein Bordcomputer, Teilledersitze, ein Lichtsensor, eine Ambiente-Beleuchtung in den vorderen Türen, eine Mittelarmlehne vorne, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten und 18"-Leichtmetallfelgen. Als Option hatte unser Testfahrzeug dann noch ein elektrisches Glasschiebedach und eine Metalliclackierung, womit der Endpreis bei 24.540 Euro liegt.

Der Innenraum präsentiert sich sehr modisch und durchaus sportlich. Die Farben Schwarz und Braun dominieren dabei den Innenraum und passen gut zum Kleinwagen im SUV-Look. Vor allem die Braun/Bronze-Metallic-farbigen Dekoreinlagen an der Mittelkonsole, den Türen und dem Lenkrad werten den Innenraum dabei sehr auf. Eine gute Verarbeitung und gefällige Materialien überzeugen ebenso wie die vielen praktischen Ablagen und die logische Anordnung aller Bedienelemente. Einzig negativ aufgefallen sind die mittleren Lüftungsdüsen, die nur über einen sehr eingeschränkten Verstellbereich verfügen und in der Luftausströmungsstärke nicht regulierbar sind.

Sehr großzügig ausgefallen ist das Platzangebot für die Passagiere. Der Soul bietet auf seinen 412 cm Länge genug Platz auf allen Sitzen, selbst für groß gewachsene Personen. Recht klein ausgefallen ist lediglich der Kofferraum, dessen normale Größe Kia gleich gar nicht in seinen Unterlagen nennt. Lediglich das maximale Fassungsvermögen bei umgeklappten Rücksitzen wird mit 818 Liter angegeben und schafft akzeptable Möglichkeiten, auch sperrige Güter zu befördern. Ein recht lustiges Gimmick sind die in verschiedenen Farben beleuchteten Ringe um die Boxen in den vorderen Türen, mit denen der Soul seinen jugendlichen Charme unterstreichen möchte.

Als Antrieb diente bei unserem Testfahrzeug der bewährte 1,6 Liter CRDi Turbodiesel, der über eine Leistung von 115 PS (85 kW) verfügt. Sein maximales Drehmoment von 260 Nm liefert der Motor zwischen 1.900 und 2.750 U/Min, wobei bereits gleich zum Start viel Kraft zur Verfügung steht.

Vor allem in Kombination mit der feinen 6-Gang-Automatik lässt sich der Soul sehr angenehm bewegen. Die Gänge werden sanft und recht schnell gewechselt. Wer möchte, kann die Gänge auch via Schaltstick selbst sortieren. Der Motor verrichtet seine Arbeit zum Start und bei starker Beschleunigung zwar recht brummig, liefert aber akzeptable Fahrleistungen ab. In 11,7 Sekunden erreicht man aus dem Stand Tempo 100 km/h, und man ist bis zu 174 km/h schnell.

Auch bei Überholmanövern und im Zwischensprint kann der Motor überzeugen, der bei gelegentlichem Abruf der Leistung jedoch nicht der sparsamste ist. Die vom Werk angegebenen 5,9 Liter sind selbst mit dem zärtlichsten Gasfuß kaum erreichbar. In unserem Test hat sich der Soul rund 7,5 Liter gegönnt, womit er nicht gerade zu den Sparmeistern seiner Klasse zählt.

Ganz den Geschmack der Europäer wird hingegen das Fahrwerk treffen, welches recht sportlich abgestimmt ist, aber dennoch viel Komfort bietet. Trotz seines hohen Aufbaus liegt der Soul perfekt auf der Straße und bietet hohe Sicherheitsreserven. Er lässt sich dank der leichten, aber sehr direkten Servolenkung auch sehr dynamisch im Stadtverkehr bewegen und bietet zudem trotz der optisch recht klein geratenen Fensterflächen eine gute Rundumsicht. Die im Innenrückspiegel untergebrachte Rückfahrkamera verfügt zwar nicht über die größte Darstellung, ist aber dennoch sehr hilfreich, und das Bild hat eine gute Auflösung.

Trotz seiner kompakten Abmessungen empfiehlt sich der Soul nicht nur als wendiger Stadtflitzer, sondern ist auch auf Langstrecken ein guter Begleiter, was nicht nur der angenehmen Federung, sondern auch dem im Verhältnis zur Fahrzeuglänge großen Radstand zu verdanken ist.

Der Kia Soul konnte in unserem Test durchaus überzeugen. Er ist sicher einer der Geheimtipps im Kia-Sortiment. Bei kompakten Abmessungen bietet der Soul viel Platz für die Passagiere und eine überaus komplette Ausstattung. Die hohe Sitzposition und die Wendigkeit machen den Soul auch in der Stadt zu einem idealen Begleiter, der dank des kräftigen Motors aber auch außerhalb der Stadt überzeugen kann.

Die Fahrleistungen können durchaus auch Langstreckenfahrer begeistern, lediglich die Geräuschdämmung könnte besser sein und das Kofferraumvolumen etwas größer. Wer sich von der breiten Masse abheben möchte, ist mit dem Soul zudem sehr gut unterwegs. Sein eigenständiges Design und ein gutes Preis/Leistungsverhältnis sollten für den kleinen Koreaner sprechen.

Was uns gefällt:

die gute Serienausstattung, das Platzangebot für die Passagiere, die Eigenständigkeit beim Design

Was uns nicht gefällt:

der kleine Kofferraum, dass die Luftverteilung der mittleren Lüftungsdüsen nicht gut dosiert werden kann

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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