Kia Soul GS-Line - Test mit Oho-Effekt

Der frisch geliftete Kia Soul ist erstmals auch in einer überaus sportlichen GS-Line erhältlich. In unserem Test durfte er sein Spaßpotenzial unter Beweis stellen.

In Österreich wird der Kia Soul weit unter seinem Wert geschlagen. Der Koreaner verbindet kompakte Abmessungen mit SUV-Feeling und bietet viel Platz für die Passagiere. Mit dem Facelift hat Kia auch eine sportliche Version des Soul auf den Markt gebracht, die ihre Kraft optisch aber nur sehr dezent zeigt. Lediglich leichte Änderungen an Front- und Heckschürze sowie markantere Seitenschweller verraten, dass hier eine sehr sportliche Version des Kia Soul vor einem steht.

Der Soul GS-Line ist sicher der Wolf im Schafspelz und hat während unseres Test viele andere Autofahrer mit offenem Mund zurück gelassen, mehr dazu aber später. Kia bietet das 204 PS starke Topmodell nur in einer Konfiguration an, lediglich eine Metallic-Lackierung um 500 Euro gibt es gegen Aufpreis. Sonst ist der 33.590 Euro teure Soul GS-Line mit allem ausgerüstet, was das Leben angenehmer macht.

Unter anderem gibt es einen Totwinkelassistent, einen Querverkehrswarner, einen Fahrspurwarner, ein Infotainmentsystem mit 8"-Touchscreen und Navi, elektrisch verstellbare Vordersitze, Sitzheizung vorne und hinten, ein JBL Soundsystem, eine automatische Klimaanlage, Lenkradheizung, Regen- und Lichtsensor inkl. Fernlichtassistent, Tempomat, Teilledersitze, Xenon-Scheinwerfer, LED-Nebelleuchten, LED-Rückleuchten, ein Keyless-System, ein Panorama-Glasschiebedach und 18"-Alufelgen.

Der Innenraum präsentiert sich dabei nicht nur sehr luxuriös, sondern auch mit einem ordentlichen Schuss Sportlichkeit. Die sportlich ausgeformten Teilledersitze harmonieren sehr gut mit den vielen Dekoreinlagen in Klavierlackoptik, den Alu-Zierleisten und dem Sport-Lederlenkrad. Kontrastziernähte unterstreichen den sportlichen Touch zusätzlich. Das Cockpit ist sehr modern gestaltet und übersichtlich. Manche Schalter sind leicht verstreut untergebracht, dennoch findet man sich rasch zurecht. Sehr markant ausgefallen sind die seitlichen Lüftungsdüsen, die oben auch Boxen des JBL-Soundsystems beheimaten.

Sehen lassen kann sich das Platzangebot des 414 cm langen Soul. Durch die hohe und kantige Bauweise hat man ein wirklich großzügiges Raumgefühl, und alle Passagiere können sich über genug Platz freuen. Die bequemen Sitze erfreuen auch auf langen Strecken mit einer sehr angenehmen Polsterung, und viele Ablagen erhöhen den praktischen Nutzwert. Das Kofferraumvolumen ist mit 354 bis 994 Litern Fassungsvermögen zwar nur durchschnittlich groß, man sollte aber dennoch das Auslangen damit finden.

Das Highlight des Soul GS-Line ist aber sicherlich seine Motorisierung. Der 1,6 Liter Turbo-GDI verfügt über eine Leistung von 204 PS (150 kW) und liefert sein maximales Drehmoment von 265 Nm zwischen 1.500 und 4.500 U/Min. Die Schaltung erfolgt serienmäßig über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das überaus gut zur Charakteristik des Fahrzeugs passt.

Schon von den ersten Metern an erlebt man Fahrfreude pur. Der Soul hängt gleich vom Start weg eindrucksvoll am Gas und sprintet in nur 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. In der Praxis fühlt sich das Ganze aber noch deutlich flotter an, als man es am Papier vermuten würde. Der Soul ist dabei auch ein Meister des Zwischensprints. Wer nach dem Ortsschild-Ende die volle Kraft nutzt um von 50 auf 100 km/h zu beschleunigen, merkt sehr deutlich, dass die Elektronik alle Hände voll zu tun hat, damit die Räder nicht durchdrehen und die Kraft souverän auf die Straße gebracht wird.

Das ist dann der Moment, wo der Hintermann mit offenem Mund zurück bleibt und große Augen macht. Nur Kenner vermuten bei einem so unscheinbaren kleinen SUV-Verschnitt ein solches Kraftpotenzial, der Großteil der Autofahrer unterschätzt die Kraft des Giftzwergs auf jeden Fall. Wer am Gas bleibt, wird bis zu 196 km/h schnell, dann endet der Vorwärtsdrang des Soul GS-Line.

Sehr gut gefallen hat uns auch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das jederzeit den passenden Gang parat hat und mit schnellen Schaltvorgängen überzeugt. Wer den sportlichen Soul normal bewegt, merkt fast nichts von den Schaltvorgängen, so sanft und schnell gehen diese vonstatten. Den Technikern ist auch die Mischung aus Fahrkomfort und Sportlichkeit gut gelungen, der Soul liegt perfekt auf der Straße, bietet aber auch für die Langstrecke noch genug Komfort. Natürlich ist die Abstimmung aber etwas straffer als bei den anderen Soul-Modellen.

Die sehr direkte Lenkung macht den Soul auch überaus wendig, und man freut sich immer über kurvenreiche Straßen, wo er sein ganzes Potenzial zeigen kann. Durch die kantige Bauweise und die kompakten Abmessungen ist der Soul auch sehr übersichtlich und eines der wenigen aktuellen Autos, bei denen man noch das Ende der Motorhaube vom Fahrerplatz aus sieht. Der Fahrer kann zudem verschiedene Lenkrad-Modi wählen, wodurch man sowohl in der Stadt beim Einparken, als auch Überland beim sportlichen Cruisen immer die passende Abstimmung der Lenkung hat.

Dass wir beim überaus sportlichen Charakter des Kia Soul nicht an die vom Werk versprochenen 6,9 Liter Durchschnittsverbrauch heran gekommen sind, wird wohl die wenigsten Leser wundern. Wer den Fahrspaß des Soul nur eingeschränkt nutzt, wird im Schnitt auf rund 8 Liter pro 100 Kilometer kommen. Nutzt man die Kraft des Wagens bei jeder Gelegenheit - was wir in Anbetracht des wirklich hohen Fahrspaßes oft getan haben - kommt man auf rund 8,5 Liter pro 100 Kilometer.

In unserem Test hat der neue Soul GS-Line jedenfalls auf ganzer Linie überzeugt. Die Kombination aus überragendem Fahrspaß und unauffälligem Design hat wirklich ihren Reiz. Die Wendigkeit und der Komfort sprechen zusätzlich für den Soul, der so viel Fahrvergnügen bietet, wie sonst nur deutlich teurere Fahrzeuge. Mit dem Soul hat Kia auf jeden Fall ein einmaliges Auto im Programm, das bei uns aber nur die Wenigsten zu schätzen wissen. In Nordamerika erfreut sich der knuffige Koreaner deutlich größerer Beliebtheit als hierzulande.

Was und gefällt:

das Design, der Fahrspaß, die Ausstattung, die Wendigkeit und haben wir schon den Fahrspaß erwähnt? ;-)

Was uns nicht gefällt:

das Kofferraumvolumen könnte einen Tick größer sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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