Kia Sportage 1,6 GDI - Testbericht

Das kompakte SUV von Kia gibt es jetzt auch mit dem 1,6 Liter GDI Motor. Wir haben getestet, ob auch ein Benziner zu dem bulligen SUV passt.

Der Kia Sportage zählt zu den beliebtesten Autos seiner Klasse und er verbindet einen sportlichen Auftritt mit den Genen eines SUV, auch wenn die Basisversion ohne Allradantrieb auskommen muss.

Die neue Basis bildet der 1,6 Liter GDI. Der Benzindirekteinspritzer soll für angenehme Fahrleistungen bei niedrigem Verbrauch sorgen.

Für unseren Test haben wir den Sportage 1,6 GDI in der gehobenen Active-Ausstattung gewählt. Um 25.490 Euro bekommt man ein voll ausgestattetes SUV fast zum Kompaktwagenpreis. Mit an Bord sind beim Active nämlich schon Xenon-Scheinwerfer, 17"-Alufelgen, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, Sitzheizung vorne und hinten, Lichtsensor, Tempomat, Bordcomputer, eine Rückfahrkamera im Innenspiegel integriert, ein RDS-Radio mit CD-Player und Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein gekühltes Handschuhfach, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, eine 2-Zonen-Klimaautomatik und elektrische Fensterheber vorne und hinten.

Als einzige Option hatte unser Testauto eine Metallic-Lackierung, die sich mit 500 Euro zu Buche schlägt, womit wir bei einem Testwagenpreis von 25.990 Euro angekommen sind.

Wer den Kia mit dieser Austattung in dem schönen "Bvte Blue" vor sich stehen hat, würde ihn locker auf einen Preis in der Region von rund 35.000 Euro schätzen.

Der Innenraum ist sehr sportlich ausgeführt und wirkt auch sehr hochwertig. Das Design ist modern und weit weg von jener Tristesse, die koreanische Auto-Innenräume vor nicht gar zu langer Zeit noch geboten haben. Eine zweifarbige Armaturenlandschaft und Stoffsitze mit Kontrastnähten beweisen viel Liebe zum Detail. Alle Bedienelemente sind logisch angeordnet, und man findet sich auf Anhieb zurecht und fühlt sich wie zu Hause.

Vor allem, da auch das Platzangebot sehr gut ist, und zwar sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Reihe. Zudem bieten viele Ablagen genug Platz für Kleinkram, und wie es für ein Auto nach amerikanischem Geschmack wichtig ist, finden sich auch genug Getränkehalter im Kia Sportage.

Auch das Kofferraumvolumen ist für ein Auto seiner Klasse recht beachtlich. Bei voller Besetzung hat man noch Platz für 564 Liter Gepäck, wer die hinteren Sitze umklappt, kommt gar bis auf 1.353 Liter. Etwas enttäuschend ist nur die maximale Zuladung von 389 Kilogramm, die bei einem Auto dieser Größer schon etwas höher sein könnte.

Trotzdem muss der 1,6 Liter Benzinmotor bis zu 1.830 Kilogramm in Bewegung setzen, was in Anbetracht der Leistung von 135 PS (99 kW) auf dem Papier nicht wirklich nach einer flotten Angelegenheit aussieht.

Laut Werk schafft man die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 178 km/h. Das maximale Drehmoment von 165 Nm erreicht der GDI-Motor bei 4.850 U/Min.

In der Praxis lässt sich der Sportage dann überraschend angenehm bewegen. Die Schaltpunktanzeige mahnt schon sehr schnell den nächst höheren Gang des kurz gestuften 6-Gang-Getriebes ein. Die Schaltung ist dabei gewohnt komfortabel und leichtgängig, so dass es auch Schaltmuffeln Spaß machen sollte, die Gänge zu sortieren.

Wer einfach nur dahin gleiten möchte, kommt sehr schaltfaul voran. Möchte man jedoch die Leistung der 135 Pferdestärken spüren, dann muss man fleißig schalten und die Drehzahlnadel im oberen Bereich der Anzeige halten.

Der Sportage giert nach Drehzahlen, um seine sportliche Seite zu zeigen. Das Schöne ist, dass der Motor dabei nie unangenehm laut wird, selbst bei Autobahntempo oder voller Beschleunigung dringen kaum Motorgeräusche in den Innenraum. Bei Tempo 130 sind lediglich die Wind- und Abrollgeräusche stärker wahrnehmbar als noch auf der Landstraße.

Auch wenn der Sportage auf den europäischen Geschmack hin getrimmt wurde, die Ur-Auslegung von Fahrwerk und Federung stammt noch eindeutig vom US-Markt, was aber gar keine schlechte Mischung ist.

So kann man seine tägliche Strecke absolut komfortabel zurück legen, und der Sportage filtert jede Bodenunebenheit gekonnt weg. Trotzdem kommt man auch bei schneller Kurvenfahrt nicht gleich an seine Grenzen, und der Sportage bleibt auch mit Frontantrieb sicher auf der Straße.

Die leichtgängige Lenkung könnte jedoch noch eine Spur direkter sein, um den sportlichen Charakter der Innenraumgestaltung auch in diesem Bereich umzusetzen.

Bei der Übersichtlichkeit sollte man sich beim Sportage nicht von den nach hinten hin kleiner werdenden Fenstern täuschen lassen. Der Sportage verfügt über wirklich große Außenspiegel, mit denen man den Verkehr nach hinten hin gut überwachen kann. Beim Einparken hilft die serienmäßige Rückfahrkamera im Innenspiegel, die selbst in der Nacht noch über ein sehr gutes Bild verfügt.

So verlieren auch kleinere Parkplätze mit dem 444 cm langen SUV ihren Schrecken, da man mit Kamera, Spiegel und der übersichtlichen Frontpartie alles gut im Blick hat.

Wo der Sportage nicht ganz die Erwartungen erfüllt, ist beim Verbrauch. Die vom Werk angegebenen 6,4 Liter sind von der Realität rund 2,5 Liter entfernt. Im Schnitt hat unser Test-Sportage rund 8,9 Liter pro 100 Kilometer konsumiert. Zu seiner Verteidigung sei noch erwähnt, dass durch die sibirischen Temperaturen im Testzeitraum die Start/Stopp-Automatik nicht aktiv war, wodurch der Verbrauch sicher auch etwas höher ausgefallen ist.

Doch selbst mit 8,4 Liter ist man nicht gerade sparsam unterwegs, was sich aber durch die geringen Anschaffungs- und Wartungskosten auch wieder relativiert.

Der Sportage überzeugt auf jeden Fall mit einer Top-Ausstattung zum niedrigen Preis und mit einem sehr angenehmen Fahrgefühl. Der Motor bietet genug Kraft, wenn man ihn etwas fordert, dafür steigt dann aber auch der Verbrauch. Trotzdem ist der GDI gegenüber der Diesel-Variante eine gute Alternative für jene, die nicht mehr als 15.000 Kilometer pro Jahr zurück legen, auf jeden Fall bietet der GDI viel mehr Laufruhe als der Diesel.

Was uns gefällt:

Das Preis/Leistungsverhältnis, das Design, die überkomplette Ausstattung, die Laufruhe des Motors

Was uns nicht gefällt:

Der Verbrauch, die geringe Zuladung

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1-
  • Verbrauch: 3
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 1-
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1-
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 2-

Kommentare