Kia Sportage 2,0 CRDi - Testbericht

Die neue Generation des Kia Sportage hebt sich deutlich vom Vorgänger ab. Was er bietet und kann, verraten wir im folgenden Test.

Der Kia Sportage ist seit es die Marke in Österreich gibt im Programm. Die neueste Generation ist im Frühjahr 2016 gestartet, und nichts erinnert mehr an den Ur-Sportage von 1994. Während die erste Generation rein über den Preis verkauft wurde, kann der neue Sportage mit einem überaus ansprechenden Design und moderner Technik aufwarten. Der Preis hat sich dem noblen Charakter des Fahrzeugs angepasst, ist aber in Bezug auf die Ausstattung noch immer günstig geblieben.

Für unseren Test haben wir das Topmodell der Baureihe mit 185 PS starkem Dieselmotor, Automatikgetriebe und Platin-Ausstattung gewählt. Im Listenpreis von 42.390 Euro ist dann schon so gut wie alles vorhanden, was man sich von einem Auto dieser Klasse wünscht. Unter anderem gibt es schon klimatisierte Ledersitze vorne, einen 8"-Touchscreen mit Navigationssystem, ein Keyless-System, Bi-Xenon-Scheinwerfer, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor inkl. Fernlicht, einen Spurhalteassistenten, Lenkradheizung, ein JBL-Soundsystem, 19"-Alufelgen und noch vieles mehr.

Die überaus komplette Serienausstattung wurde bei unserem Testfahrzeug noch mit einer Metallic-Lackierung, dem Sicherheitspaket inkl. Smart Parking Assist und einem Panorama-Glas/Hubschiebedach ergänzt, was den Gesamtpreis auf 45.390 Euro treibt.

Dass Design bei Kia jetzt wesentlich mehr Bedeutung hat als früher, sieht man auch bei der Farbkombination. Die Brauntöne unseres Testfahrzeugs vermitteln einen sehr hochwertigen Eindruck, der sich mit der guten Verarbeitung und schönen Gestaltung des Innenraums fortsetzt. Der Armaturenträger wirkt trotz seiner Wuchtigkeit sehr harmonisch und ist äußerst übersichtlich. Zwar befinden sich in der Mittelkonsole viele Tasten, man findet sich aber trotzdem sofort zurecht. Trotz stylischer Gestaltung haben die Designer nicht auf nützliche Ablagen vergessen, die zudem alle sehr gut positioniert und ordentlich groß sind. So kann man sein Smartphone bequem im unteren Bereich der Mittelkonsole verstauen und dort auch gleich via USB-Anschluss laden.

Auf Premium-Niveau angesiedelt sind die Vordersitze des Kia Sportage, die perfekten Halt bieten und durch die Klimatisierung bei jeder Jahreszeit gut temperierbar sind. Viel Platz haben auch die Passagiere im Fond, trotz dem großen Panorama Glas-/Hubschiebedach ist auch die Kopffreiheit noch sehr gut.

Das Kofferraumvolumen ist mit 491 bis 1.480 Liter ebenfalls ordentlich dimensioniert, liegt aber eher im unteren Mittelfeld des Segments. Praktisch ist dabei, dass die Heckklappe per Funkfernbedienung automatisch geöffnet und auch geschlossen werden kann. Bei den Themen Ausstattung, Qualität und Platzangebot kann der Kia also schon einmal überzeugen, bleibt jetzt noch die Frage der Antriebsqualität zu klären.

In unserem Testfahrzeug hat der 2,0 Liter-Dieselmotor mit 185 PS (136 kW) seine Arbeit verrichtet. Das Triebwerk liefert zwischen 1.750 und 2.750 U/Min sein maximales Drehmoment von 400 Nm. Gleich nach dem Start fällt einem die gute Geräuschdämmung auf, die selbst bei hohem Tempo noch erhalten bleibt. Der Motor verhilft dem Sportage aber auch zu einem überaus dynamischen Auftritt. Er liefert gleich von unten weg viel Schubkraft, und man sprintet in nur 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der kompakte SUV bei 201 km/h.

Sehr gut zum sportlichen Auftritt passt auch die direkte Lenkung, die den 448 cm langen Sportage sehr wendig macht. Auch beim Zwischensprint zeigt der Kia seine Qualitäten, und Überholmanöver sind eine einfache Sache. Die 6-Gang-Automatik wirkt dabei sehr harmonisch, könnte die Gangwechsel aber durchaus einen Tick schneller bewältigen. Vielleicht sind wir aber schon zu sehr von den letzten Kia-Testfahrzeugen mit Direktkupplungsgetriebe verwöhnt, sodass wir das etwas langsamere Ansprechverhalten gleich merken.

Beim Verbrauch bleibt der Sportage leider hinter den Erwartungen. Die vom Werk versprochenen 6,3 Liter wurden in unserem Test mit 8,3 Liter um ganze zwei Liter übertroffen, wobei wir unseren Gasfuß durchaus im Zaum gehalten haben.

Versöhnlicher stimmt dann wieder der Fahrkomfort. Der Sportage bringt seine Passagiere sehr komfortabel ans Ziel, liegt dabei dank dem Allradantrieb auch gut auf der Straße. Der Sportage ist auch abseits befestigter Straßen gut unterwegs. Auch eine Bergabfahrhilfe zählt zum Serienumfang und nimmt bei steilen Abfahrten dem Fahrer etwas Arbeit ab. So macht der Sportage auf jedem Terrain eine gute Figuar und ist in der Stadt ebenso brauchbar wie auf der Berghütte. Seine Länge von 448 cm kann der Kia gut kaschieren. Vor allem nach vorne hin ist er sehr übersichtlich, und für das etwas unübersichtliche Heck gibt es eine sehr gute Rückfahrkamera und eine Einparkhilfe, die vor unliebsamen Begegnungen mit Betonklötzen oder anderen Fahrzeugen schützt. Für ungeübte Autofahrer hilft sicher auch die automatische Einparkhilfe, die wirklich einwandfrei und im Verhältnis zu jenen manch anderer Herstellern sehr genau und schnell arbeitet.

Überhaupt versucht der Kia Sportage mit einer Fülle an Assistenzsystemen für mehr Sicherheit zu sorgen. Er hilft in der Spur zu bleiben und verfügt auch über ein autonomes Notbremssystem. Sehr praktisch ist zudem der Querverkehrswarner, der optional bei unserem Auto dabei war. Wer schon einmal zwischen zwei großen Kastenwägen eingeparkt war und nach hinten aus einem Schrägparkplatz auf eine befahrene Straße ausparken musste, lernt das System schnell zu lieben.

Unser Test hat gezeigt, dass der neue Kia Sportage seine Vorgänger um Welten übertrumpft. Kaum ein anderer Hersteller hat in den letzten 20 Jahren so eine Entwicklung gezeigt wie Kia beim Sportage. Man kann sagen, dass jede Generation bislang ein neuer Meilenstein war, und auch die aktuelle 4. Generation zeigt deutlich, wie stark sich der Sportage wieder vom Vorgänger abhebt.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, die klimatisierten Sitze vorne, das Platzangebot, der Fahrspaß, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

Der Verbrauch, die Geschwindigkeit der Schaltvorgänge der 6-Gang-Automatik

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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