Kia Stinger GT - Testbericht

Mit dem Stinger hat Kia ein neues Topmodell im Programm. Ob die Fließhecklimousine mit Coupé-Charakter mit der Premium-Konkurrenz mithalten kann, verraten wir im folgenden Test.

Kia hat mit dem Stinger das wohl aufregendste Modell in der Geschichte der Marke auf den Markt gebracht. Die Fließhecklimousine besticht mit einem dynamischen Design und einem hohen Maß an Eigenständigkeit. Egal von welcher Perspektive der Stinger betrachtet wird, er wirkt einzigartig und bis ins kleinste Detail vollendet. Kein Wunder, dass man mit dem Stinger alle Blicke auf sich zieht.

Damit nicht nur die Optik ein hohes Maß an Sportlichkeit verspricht, sondern auch der Antrieb dem Design entsprechend ist, hat Kia dem Stinger GT einen 3,3 Liter-6-Zylinder T-GDI-Motor mit 370 PS Leistung spendiert. Wer es nicht ganz so flott braucht, kann auch auf einen 2,0 T-GDI mit 256 PS oder einen 2,2 CRDi-Diesel mit 200 PS zurückgreifen.

Wir haben auf jeden Fall das Topmodell für unseren Test ausgewählt, um zu prüfen, ob es der Stinger auch mit der angepeilten Konkurrenz wie Audi A5 Sportback oder BMW 4er Gran Coupé aufnehmen kann. Der Preis von 62.790 Euro wirkt im ersten Moment nicht wie ein Schnäppchen, wirft man aber einen Blick auf die Serienausstattung und die Konkurrenz, ist der Kia Stinger GT eine Okkasion. Bis auf eine Metallic-Lackierung um 800 Euro fehlt es dem Stinger GT nämlich an wirklich nichts, was das Autofahren schöner und luxuriöser macht.

Unter anderem verfügt der Stinger GT über Voll-LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht, ein üppiges Assistenzpaket inkl. adaptivem Tempomat mit Stauassistent, ein Audiosystem mit 8"-Touchscreen und Navi, ein Harman Kardon Soundsystem, ein Head-up-Display, klimatisierte Nappa-Ledersitze vorne und Sitzheizung hinten, eine Lenkradheizung und noch vieles mehr. Ein gleichwertig ausgestatteter Audi A5 Sportback kommt auf über 95.000 Euro, hat aber 16 PS weniger Leistung.

Dabei kann es der Kia Stinger-Innenraum auch mit der Premium-Konkurrenz aus Deutschland locker aufnehmen. Das Design gefällt mit einem modernen Touch und einer hochwertigen sowie sportlichen Ausführung. Die großzügige Verwendung von Chrom-Zierelementen und Leder verleiht dem Innenraum bestes Premium-Feeling. Trotz voller Ausstattung und vielen Funktionen ist alles intuitiv bedienbar und auch logisch angeordnet. Selbst die Gestaltung der Tasten für Sitzheizung und Sitzkühlung ist sehr formvollendet ausgefallen. Ein Highlight sind auch die vielfach verstellbaren Nappa-Ledersitze, die durch die Klimatisierung bei jeder Witterung angenehmen Sitzkomfort bieten.

Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist sehr großzügig, im Fond geht es dem Coupé-Charakter des Fahrzeug entsprechend aber eher enger zu, was bei der Konkurrenz aber auch nicht anders ist. Sehr praktisch ist die große Heckklappe, die elektrisch öffnet und hinter der sich 406 Liter Kofferraumvolumen verbergen.

Neben dem luxuriösen Innenraum und dem Design ist sicher auch der 3,3 Liter-V6 eines der Stinger-Highlights. In amerikanischen Kia-Modellen ist das Triebwerk schon länger im Einsatz, im Stinger ist es jetzt erstmals auch bei uns erhältlich. Der Motor liefert zwischen 1.300 und 4.500 U/Min ein maximales Drehmoment von 510 Nm. Was Autofans schon am Papier das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, ist in der Praxis auch ein absolutes Highlight. Man verspürt wirklich zu jeder Zeit eine enorme Schubkraft, egal aus welchem Geschwindigkeitsbereich man hinaus beschleunigen möchte. Die fein schaltende 8-Gang-Automatik erledigt dabei ihre Arbeit vorzüglich und verwöhnt mit sehr schnellen, aber sanften Schaltvorgängen.

Die Charakteristik des Fahrzeugs kann durch verschiedene Fahrprogramme verändert werden. Dank der elektronischen Fahrwerkssteuerung verändert der Stinger je nach Programm nicht nur die Motorcharakteristik, sondern auch Lenkverhalten und Komfort.

Während man im Comfort-Modus entspannt über die Autobahn gleiten kann, wird der Stinger GT im Sport-Modus zum wilden Tier. Schon wenn man den Drehknopf während der Fahrt Richtung Sport-Modus dreht, spürt man wie bei gleicher Gaspedalstellung auf einmal deutlich mehr Kraft mobilisiert wird. Auch der Sound und die Lenkung werden geschärft. Wer aus dem Stand heraus die volle Leistung abruft, sprintet in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der Stinger GT bei 270 km/h, womit er schon serienmäßig 20 km/h schneller unterwegs ist als die Konkurrenz aus Deutschland.

Dank dem Allradantrieb bringt die Sportlimousine die Kraft auch jederzeit perfekt auf die Straße. Genauso perfekt ist auch die Straßenlage. Der Stinger lässt sich trotz seiner Länge von 483 cm agil über kurvige Straßen jagen. Man hat dabei immer das Gefühl, in einem deutlich kompakteren Fahrzeug unterwegs zu sein. Ein Vergnügen ist das Herausbeschleunigen aus Kurven, dann mobilisiert der Stinger seine ganze Schubkraft und untermalt das Ganze mit einem wunderbaren Sound.

Zur großen Überraschung ist der Stinger trotz sportlicher Fahrweise nicht viel durstiger, als es das Werk verspricht. Wer im Eco-Modus unterwegs ist, sollte locker die 10,6 Liter pro 100 Kilometer schaffen, wir waren im Comfort- und Sport-Modus unterwegs und sind auf 11,3 Liter gekommen, was durchaus in Ordnung geht. Der Premium-Charakter des Kia Stinger GT wird auch noch durch das großzügige Sicherheitspaket unterstrichen, auch hier kann der Koreaner der Premium-Konkurrenz aus Deutschland auf Augenhöhe begegnen.

Auf jeden Fall ist der Kia Stinger GT ein absolutes Highlight im Kia-Modellprogramm. Er bietet Fahrspaß pur, kann dabei aber auch als luxuriöser Reisebegleiter eingesetzt werden, der viel Sicherheit bietet. Sein einmaliges Design und ein Preis/Leistungsverhältnis, vor dem die deutsche Nobel-Konkurrenz nur zittern kann, runden den positiven Eindruck über den Stinger weiter ab. Dass Kia auch für Qualität bürgt, zeigt zusätzlich die 7-Jahres-Garantie.

Was uns gefällt:

Das einmalige Design, die luxuriöse Ausstattung, der Innenraum, der Fahrspaß, die Leistungsentfaltung, die Straßenlage, die Sicherheitsausstattung

Was uns nicht gefällt:

Dass die Steuern für solche Autos mit hohem Spaßfaktor in Österreich unverschämt hoch sind

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2

Kommentare