Kia cee´d SW 1.6 CRDi - Testbericht

Kia präsentiert für das Modelljahr 2016 einen schicken, flotten cee´d SW, der mit dem verstaubten Image der Kombis endgültig aufräumt. Womit er uns begeistert, lesen Sie hier.

Früher waren Kombis die klassischen Familien- und Vertreterfahrzeuge, doch in letzter Zeit haben viele Hersteller mit dem Schuhkartonimage aufgeräumt. Schnittig aussehende und durchaus nicht untermotorisierte Modelle, so wie der hier getestete cee´d SW öffnen die Zielgruppe. Der neue facegeliftete Sportswagon ist eine gelungene Kombination aus Vielseitigkeit samt schickem Design, das durch die stark nach hinten ansteigende Türlinie Dynamik vermittelt.

Optisch, rein von der Seite betrachtet, ist er nur eine Verlängerung des kompakten cee´d. Sportlichkeit erwarten wir uns aber auch von seiner Motorisierung. In diesem Fall haben wir den stärksten Diesel mit 136 PS zusammen mit dem neuen 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe kombiniert.
Dazu kommt noch die Qual der Wahl, welches Edelmetall die Ausstattung zieren darf, denn mit diesem Motor und Getriebe gibt es genau zwei Möglichkeiten: Gold oder Platin. Anspruchsvoll entscheiden wir uns für das große Ganze.

Dafür möchte der Kia-Händler des Vertrauens 30.490 Euro. Da dies jedoch die Topausstattung ist und der Hersteller - für den Kunden einfacher - auf ellenslange Optionslisten verzichtet, kommen lediglich 1.500 Euro für das Panorama Glasschiebe/-Hubdach, Fahrspurwarner sowie Tempolimit-informationssystem und 550 Euro für die Lackierung hinzu. Somit bietet der Kia alle anderen Features, die bei den Mitbewerbern die Optionslisten zu Lexika werden lassen, serienmäßig. Abgesehen von einem 7-Zoll-Navigationssystem mit Rückfahrkamera hat die Platinausstattung als Highlights unter anderem ein adaptives Frontscheinwerfersystem, LED- Rückleuchten, Xenonscheinwerfer inkl. Waschanlage, 17-Zoll-Räder mit 225/45 R17 Bereifung und Einparkassistenten zu bieten.

Für den Komfort gibt es im cee´d Keyless Entry mit Fernbedienung inklusive Alarmfunktion wie auch einen Startknopf. Die Ledersitze sind elektrisch verstellbar, und die Sitzposition kann für zwei Fahrer abgespeichert werden. Damit gibt es kein Gejammere mehr über verstellte Sitze beim Fahrerwechsel. Eine elektrische Parkbremse aber auch extra Luftauslässe für die zweite Sitzreihe gehören ebenfalls zu dieser Topausstattung. Alle anderen Komfortelemente, die bei Kia ohne Aufpreis inkludiert sind, gibt es bereits bei den darunterliegenden Ausstattungsvarianten.

Der Innenraum war bereits beim Vorgänger schon sehr gut verarbeitet und exklusiv anmutend. Das blieb auch so. Lenkrad- und Sitzheizung für kühle Tage wärmen rasch, noch bevor der Motor auf Betriebstemperatur ist. Chrompaket sowie Zierelemente aus Klavierlack geben dem schwarzen Ambiente einen exklusiven Auftritt. Dazu gehören auch die übrigen im Interieur verwendeten Materialien wie die Softtouch-Oberfläche des Armaturenbretts. Im Armaturenbrett werden auf den ersten Blick die zentralen Anzeigen widergespiegelt. Hier leistet der LCD-Tachometer, in dessen Zentrum alle wesentlichen Informationen des Bordcomputers abrufbar sind, ebenfalls seinen Beitrag zu einem hochwertigen Designkonzept.

Der Sportswagon bietet eine Vielzahl an Ablagen, einschließlich eines gekühlten Handschuhfachs. Wie bereits erwähnt, wurde bei unserem Testwagen das optional erhältliche Panoramaglasdach verbaut. Dieses durchflutet aufgrund der Größe den Innenraum mit Licht, und die große Öffnungsmöglichkeit versprüht beinahe Cabriofeeling. Auf jeden Fall lässt es an heißen Tagen schnell die aufgeheizte Luft aus dem Innenraum. In Sachen Raumangebot kann der cee´d SW mit den Mitbewerbern seiner Klasse locker mithalten. Mit ein wenig Geschick finden drei Kindersitze im Fond nebeneinander Platz, sodass er definitiv für fünf Personen ausgelegt wurde.

Besonders gut gefällt uns das Laderaumkonzept des Kia Kombis. Beginnend bei 528 Litern kann bei Bedarf das Fassungsvolumen, dank 60:40 umklappbarer Sitze auf 1.642 Liter erweitert werden. Die Ladefläche ist komplett eben. Abgesehen von serienmäßigen Gepäcknetzhaken verfügt der Sportswagon über ein Schienensystem zur Ladungssicherung, ein Rollgitter sowie ein Ablagefach im Kofferraumboden. Kurz gesagt, alles, was ein Fahrzeug dieser Kategorie benötigt.

Unser Testwagen wurde mit dem stärksten verfügbaren cee´d (Diesel)aggregat ausgestattet. Dieses liefert bei einem Hubraum von 1.582 Litern 136 PS. Damit ist er absolut alltagstauglich und auch gut gerüstet, falls kurz einmal sportlichere Gangarten gewünscht sind. Bei der Kraftentfaltung zeigt sich der Motor homogen und recht spritzig. Seine 280 Nm Drehmoment entfaltet der Selbstzünder bei einer Drehzahl von 1.500 bis 3.000 Umdrehungen. Beim Sprint auf 100 km/h wird er mit 10,9 Sekunden vielleicht nicht jedes "Hatzerl" gewinnen. Wer auf knallharte Power Wert legt, wird eher den cee´d GT mit 204 PS wählen. Leider gibt es diesen Motor aber nicht im Sportswagon - noch nicht! Als Höchstgeschwindigkeit des cee´d SW nennt Kia 197 km/h.

Im täglichen Fahreinsatz zeigt der Kia durchaus, dass er ein Familienfreund ist und bleibt. Einen großen Komfortbeitrag dazu leisten nicht nur die zahlreichen Assistenzsysteme, die die koreanischen Tüftler ihm angedeihen ließen. Unter anderem wurden Helferlein zum Spurhalten, Berganfahren, für die Insassensicherheit, Fahrzeugstabilität und für Bremsmanöver verbaut. Besonders begeistert hat uns das neue 7-Gang-DCT-Getriebe, welches nun endgültig das letzte Defizit der Marke schließt. Pausen beim Ansprechverhalten sowie die einzelnen Gangwechsel verlaufen unmerklich. Man nimmt dem Motor seine Leistung problemlos ab, wer möchte, kann per Paddels die Gangwechsel selbst vornehmen.

Highlight in der Platin-Ausstattung ist der Parkassistent, der es ermöglicht, den Sportswagon nicht nur in Parklücken parallel zur Fahrbahn, sondern auch in Schrägparklücken zu manövrieren. Es dauert zwar ein wenig bis man sich daran gewöhnt hat, nicht selbst Hand anzulegen, zumal das System durch die Messvorgänge natürlich etwas mehr Zeit dafür braucht. Wer aber grundsätzlich Einparkvorgänge verabscheut, kann sich nun auf das Überwachen des Computers beschränken. Eine flexible Servolenkung passt das Rückmeldeverhalten der Lenkung an. Sport/ Komfort/ Normal stehen hier zur Auswahl.

Kia gibt den Durchschnittsverbrauch des cee´d SW mit 4,2 Liter auf 100 km an. Während unserer Testzeit pendelte der Durst des Selbstzünders zwischen 5,8 und 6,4 Liter - je nach Anspruch beziehungsweise Fahrbedingungen. Dies sind in Anbetracht der Motorisierung durchaus akzeptable Werte.

Das Package von 136 PS Dieselmotor mit 7-Gang DSG ist Kia wirklich gelungen. Verpackt in Form des cee´d SW kann man sich eines zuverlässigen und eleganten Alltagsbegleiters sicher sein, der nicht nur zahlreiche Features aus der Premiumpalette bietet, sondern wirklich für alle Eventualitäten des Alltags gerüstet ist.

Was uns gefällt:

Motor-Getriebe-Kombination, Premium-Komfortfeatures, hochwertige Verarbeitung

Was uns nicht gefällt:

dass es für den praktischen Kombi keinen stärkeren Diesel gibt

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

Kommentare