Kia cee´d GT Line - Testbericht

In unserem Test verraten wir, ob der frisch geliftete Kia cee´d mit neuem 1,0 Liter 3-Zylinder-Benziner so sportlich ist, wie es die GT-Line-Ausstattung verspricht.

Mit dem frisch gelifteten cee´d hat Kia auch eine neue Ausstattungslinie und einen neuen 1,0 Liter-3-Zylinder ins Programm aufgenommen. Optisch zeigt sich die GT-Line-Ausstattung so sportlich wie der Kia GT, vor allem die Frontpartie ist mit dem LED-Tagfahrlicht im "Ice-Cube"-Design sehr markant ausgefallen. Für unseren Test haben wir den Kia cee´d GT Line mit dem neuen 3-Zylinder-Benzinmotor kombiniert, der im Falle der GT-Line über 120 PS (88 kW) verfügt. Für die anderen Ausstattungslinien ist der neue Motor auch mit nur 100 PS erhältlich.

Der Listenpreis des sportlichen Kompaktautos liegt bei 24.390 Euro, bietet dabei aber schon eine Ausstattung, die nur noch durch eine Metallic-Lackierung um 550 Euro ergänzt werden kann. Mit an Bord sind unter anderem schon ein 7"-Touchscreen mit Navigationssystem, eine Lenkradheizung, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, die Supervision Armaturen mit TFT LCD Display, Licht- und Regensensor, eine Einparkhilfe hinten, Sitzheizung vorne, Tempomat, LED-Rückleuchten, elektrische Fensterheber und noch vieles mehr.

Der Innenraum des Kia cee´d GT Line wirkt überaus sportlich und kann mit jeder Menge Zierelementen in Chrom und Pianolack aufwarten. Sehr gelungen ist auch das griffige Lederlenkrad, welches ebenfalls über dunkle Einsätze verfügt. Die Knopf-Flut am Lenkrad ist zwar auch beachtlich, dennoch findet man sich schnell zurecht, da die Tasten über sehr eindeutige Symbole für die jeweilige Funktion verfügen. Schade nur, dass die Taste für die Lenkradheizung keinen Platz mehr am Lenkrad gefunden hat, der Taster dafür ist etwas versteckt links unter dem Lenkrad untergebracht.

Sonst gibt der cee´d aber keinerlei Rätsel, auf und man findet sich schnell zurecht. Sehr schön ist auch der 7"-Touchscreen, der über eine gute Auflösung und gelungene Darstellung der Navi-Karte und der anderen Funktionen verfügt. Ergänzt wird das Ganze noch durch eine Vielzahl an Ablagemöglichkeiten, wobei ein großes Fach unter der Klimaautomatik sehr praktisch ist. Hier befinden sich auch AUX-, USB- und Stromanschluss sowie genug Platz für die dazu gehörigen Geräte.

Auch beim Platzangebot zeigt sich der Kia cee´d von seiner großzügigen Seite und bietet nicht nur Fahrer und Beifahrer viel Platz. Im Fond finden durchaus auch größere Personen Platz, lediglich mit der Kopffreiheit wird es dann etwas knapper. Mit einem Fassungsvermögen von 380 Litern ist der Kofferraum ebenfalls geräumig, durch Umklappen der Rücksitze kann man das Volumen noch auf bis zu 1.318 Liter erweitern.

Wer sich den cee´d in der GT-Line zulegt, möchte aber sicher auch bei den Fahrleistungen etwas Sportlichkeit erleben. Der neue 1,0 Liter-3-Zylinder-Benzinmotor soll hier die passende Motorisierung für jene darstellen, die Spritzigkeit und Sparsamkeit verbinden möchten. Sein maximales Drehmoment von 171 Nm liefert der Motor zwar erst bei 4.000 U/Min, doch gerade vom Start weg wirkt der neue 3-Zylinder-Tubomotor überaus agil.

Auf den ersten Metern sprintet der cee´d äußerst dynamisch davon, und man hat das Gefühl, in einem wesentlich stärkeren Auto zu sitzen. Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist zudem sehr harmonisch abgestuft, und die Gänge lassen sich wunderbar sanft wechseln, so dass auch Automatik-Fans mit diesem Getriebe gut leben können. Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 11,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 190 km/h schnell unterwegs.

Seine Schwächen zeigt der Motor aber wenn es darum geht, aus höheren Tempo heraus Leistung zu bringen. Wer im fünften Gang von 80 auf 130 km/h beschleunigen möchte, sollte viel Zeit mitbringen, denn in diesem Bereich tut sich beim cee´d sehr wenig. Selbst wenn man in den vierten Gang zurück schaltet, ist die Elastizität noch nicht berauschend. Hier wirkt der Motor wirklich träge, und man fragt sich, wo die Leistung, die gleich zum Start für so viel Freude gesorgt hat, geblieben ist.

Wer viel in der Stadt unterwegs ist, der wird mit dieser Motorisierung sicher seine Freude haben und auch recht sparsam unterwegs sein. Ist man aber auch außerhalb der Stadt unterwegs, steigt der Verbrauch deutlich an, wenn man die Leistung zumindest halbwegs spüren möchte. Die vom Werk angegebenen 4,9 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer sind wohl selbst von Sparfüchsen kaum realisierbar. Wir haben im Schnitt 7,5 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, was für ein Auto dieser Leistungsklasse recht viel ist.

Überzeugen kann der Kia cee´d wieder beim Thema Fahrkomfort, die Abstimmung von Fahrwerk und Federung ist den Technikern sehr gut gelungen. Bodenunebenheiten werden gekonnt weggefiltert, dabei liegt der cee´d immer gut auf der Straße. Die Lenkung kann zudem per Kopfdruck am Lenkrad in verschiedenen Modi gewählt werden. Die "Normal"-Position ist dabei überaus angenehm und verbindet einen sportlichen Charakter mit ausreichender Leichtgängigkeit. Im Sport-Modus wird die Lenkung deutlich härter, aber auch noch eine Spur direkter, während im Comfort-Modus die Leichtigkeit im Vordergrund steht und dieser Modus vor allem in der Stadt seine Fans finden wird.

Der frisch überarbeitete Kia cee´d macht in unserem Test also eine durchaus gute Figur. Er kann mit einer wirklich überkompletten Ausstattung zum fairen Preis überzeugen und bietet dabei noch viel Komfort auf weiten Etappen. Für den Stadtbetrieb ist auch der neue 3-Zylinder-Turbo ein toller Begleiter. Schade, dass der Motor bei höherem Tempo träge wird und viel verbraucht, was das Gesamtbild etwas trübt.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrkomfort, die Spritzigkeit des Motors im Stadtbetrieb

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch, die Trägheit des Motors bei Überlandfahrten

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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