Lancia Ypsilon 95 PS Diesel - Testbericht

Lancias eleganter City-Flitzer ist jetzt auch mit dem 95 PS starken Diesel erhältlich. In unserem Test verraten wir, wie sich diese Kombination im Alltag bewährt.

Mit dem Ypsilon hat Lancia seit vielen Jahren einen eleganten Kleinwagen im Sortiment, die neueste Generation ist jetzt auch mit dem 95 PS starken Dieselmotor erhältlich. In Österreich ist der Diesel nur mit der Top-Ausstattungslinie "Platinum" kombinierbar und kommt damit auf 17.800 Euro. Inkludiert sind dann aber schon 15"-Leichtmetallfelgen, lackierte Stoßfänger, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine Klimaanlage, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, ein Audiosystem, Sitze in einer Stoff/Leder-Kombination, Nebelscheinwerfer und noch vieles mehr.

Unser Testfahrzeug war jedoch nicht für den österreichischen Markt bestimmt und nur in der "Gold"-Ausstattungslinie ausgeführt, bei der man auf den Lederbezug der Sitze und die hinteren Fensterheber verzichten musste. Dennoch wirkte auch unser Test-Ypsilon sehr elegant und wartete mit einer schönen Farb/Material-Kombination auf. Der Mix aus Soft-Touch-Materialien, kuscheligen Stoffbezügen und einer Mittelkonsole mit Klavierlackoptik steht dem modischen Italiener sehr gut.

Dabei bleibt der Ypsilon auch sehr übersichtlich, und man findet sich schnell zurecht. Die mittig platzierten Instrumente sind nach kurzer Eingewöhnungszeit ebenfalls sehr positiv zu sehen, der Blick muss zum Ablesen des Tachos nicht so weit von der Straße entfernt werden wie bei herkömmlicher Unterbringung der Instrumente hinter dem Lenkrad. Sehr gut positioniert ist auch der weit oben angebrachte Schalthebel, bei dem die Hand nicht weit vom Lenkrad entfernt werden muss, damit man schalten kann.

Für einen 384,2 cm langen Kleinwagen bietet der Ypsilon auch viel Platz für die Passagiere. Selbst in der zweiten Reihe findet man noch recht geräumige Platzverhältnisse vor. Lediglich die Sitzflächen könnten für groß gewachsene Passagiere etwas länger sein, und auch eine Höhenverstellung für den Beifahrersitz sollte Serie sein, denn für große Menschen ist der Beifahrersitz viel zu hoch positioniert, so dass man schnell mit dem Dachhimmel in Berührung kommt.

Der Kofferraum ist mit 245 Liter Fassungsvermögen im Schnitt der Klasse angesiedelt. Im Innenraum finden sich auch noch einige praktische Ablagen, die Getränkehalter könnten jedoch eine bessere Ausformung vertragen, um den Flaschen festeren Halt zu bieten. In der Summe gesehen ist der Innenraum aber sehr wohnlich und auch modisch gestaltet, so dass man sich auf Anhieb wohl fühlt.

Zur noblen Ausführung passt dann auch der kräftige und zugleich sparsame Dieselmotor, der dem Ypsilon auch außerhalb der Stadt zu ordentlichen Fahrleistungen verhelfen soll. Die Leistung des 1,3 Liter-Motors liegt bei 95 PS (70 kW), und sein maximales Drehmoment von 200 Nm liefert der Motor bereits bei 1.500 U/Min. So hat man gleich zum Start viel Schubkraft zur Verfügung und kommt auch beim Zwischensprint gut voran, ohne viel schalten zu müssen. Wer die Leistung in vollem Umfang abruft, sprintet in 11,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 183 km/h schnell unterwegs.

Der Ypsilon zeigt sich dabei nicht nur in der Stadt äußerst spritzig, sondern taugt ohne weiteres auch für weitere Strecken. Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist dabei zwar eher kurz übersetzt, wodurch das Drehzahlniveau auf der Autobahn schon etwas höher ist, dennoch bleibt es durch die gute Geräuschdämmung für ein Fahrzeug dieser Klasse im Innenraum stets sehr leise.

Auch auf den Verbrauch wirkt sich das 5-Gang-Getriebe nicht negativ aus, die vom Werk versprochenen 3,8 Liter sind für extrem sparsame Fahrer durchaus erreichbar. Wir haben in unserem Test rund 4,9 Liter pro 100 Kilometer benötigt, sind dabei aber sehr spritzig und ohne Zurückhaltung unterwegs gewesen.

Im Vergleich zu manch anderen Autos seiner Klasse kann der Ypsilon nämlich nicht nur mit einem sportlichen Antritt überzeugen, auch Fahrwerk und Federung sind sehr gelungen. Selbst kurz hinter einander folgende Bodenwellen werden vom kleinen Italiener so gut weggefiltert, wie man es sonst nur von Fahrzeugen höherer Klassen gewohnt ist.

Dabei liegt der Ypsilon gut auf der Straße und erlaubt auch viel Fahrspaß. Die Lenkung könnte zwar eine Spur direkter arbeiten, bietet dafür aber zwei verschiedene Modi. Schon im normalen Modus sind die Lenkkräfte nicht sehr hoch und man kommt damit eigentlich durchaus in jeder Situation gut zurecht. Wer es noch eine Spur leichter möchte, kann in den City-Modus gehen, der per Knopfdruck in der Mittelkonsole aktiviert wird. Dann kann man das Lenkrad schon mit dem kleinen Finger einschlagen, und selbst ganz zarte Frauenhände werden in der Stadt beim Einparken bestens zurecht kommen.

Empfehlenswert ist aber durchaus auch eine hintere Einparkhilfe, denn durch die breite C-Säule und das eher rundliche Heck ist die Rundumsicht beim noblen Italiener nicht gerade die beste.

Mit dem Ypsilon hat Lancia auf jeden Fall einen Kleinwagen im Programm, der sich von der breiten Masse abhebt. Er ist die noble Ausführung eines Kleinwagens und bietet jede Menge italienischen Charme, bei dem man manch kleine Verfehlung gerne in Kauf nimmt.

Der Ypsilon ist noch ein Auto mit Charakter und kann auch beim Antrieb mit dem sparsamen, aber sehr kräftigen Motor überzeugen. Zudem bietet er eine Fülle an Individualisierungsmöglichkeiten, die auf Wunsch jedes Fahrzeug zu einem Unikat werden lassen. Die Ausrichtung kann dabei sowohl Richtung Eleganz, als auch Richtung Sportlichkeit gehen.

Was uns gefällt:

der eigenständige Auftritt, die Ausstattung, der sparsame, aber kräftige Motor

Was uns nicht gefällt:

der zu hoch positionierte Beifahrersitz, die etwas kurzen Sitzflächen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 2
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 2

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