Land Rover Discovery 4 - Testbericht

Der Land Rover Discovery präsentiert sich seit einigen Monaten in einem neuen Design und mit neuem Motor. In unserem Test zeigt er, was er kann.

Vor über 20 Jahren ist der erste Discovery angetreten, um die Lücke zwischen dem Defender und dem luxuriösen Range Rover zu schließen. Mit dem Freelander wurde dann noch ein Modell zwischen Defender und Discovery eingeführt, und der Discovery ist ein Stück näher zum Range Rover gewandert.

Besonders deutlich wird dies, wenn man den Ur-Discovery mit dem neuesten Modell, den wir in unserem Testfuhrpark begrüßen durften, vergleicht. Die Front des Discovery 4 ist ganz im Stil des Range Rover gestaltet; mit viel Chrom am Kühlergrill, den markanten Scheinwerfern und den runden LED-Rückleuchten erkennt man die Familienzugehörigkeit auf den ersten Blick. Im Vergleich zum teureren Range Rover bietet der Discovery aber mehr Nutzraum und auch die Möglichkeit, mit sieben Personen unterwegs zu sein. Trotzdem muss man auf fast keinen Luxus verzichten, zumindest nicht in der von uns getesteten Version.

Serienmäßig startet der Discovery 4 3,0 TDV6 AT HSE bei 71.249 Euro und hat dann schon ab Werk ESP, ABS, 6 Airbags, elektronische Parkbremse, elektronische Luftfederung, Terrain Response, eine Wankneigungskontrolle, 19"-Alufelgen, Klimaautomatik, Tempomat, Einparkhilfe hinten, Xenon-Scheinwerfer, Ledersitze, ein Harman Kardon-Audiosystem, ein HDD-Navigationssystem mit Touchscreen und elektrisch anklappbare Außenspiegel mit an Bord.

In unserem Testauto konnten wir uns auch noch an einem beheizbaren Lederlenkrad, einer Standheizung, Keyless Entry und Start, einem rundum Kamerasystem inkl. integrierter Umfeldbeleuchtung, Kühlbox in der Mittelkonsole, einem Winterpaket (beheizbare Windschutzscheibe und Scheibenwaschdüsen + Sitzheizung vorne und hinten), 7-Sitz-Paket, einer abnehmbaren Anhängerkupplung und der Metallic-Lackierung "Nara Bronze" erfreuen.

Der Gesamtpreis klettert somit auf 82.121,56 Euro, was den Premium-Anspruch und die Nähe zum Range Rover auch nochmals unterstreicht. Dafür bekommt man mit dem Discorvery 4 aber auch einen Tausendsassa, der einfach bei (fast) jedem Aufgabengebiet eine gute Figur macht. Egal ob vor der Oper, auf der Autobahn oder im schwierigsten Gelände, der Discovery 4 passt einfach überall hin, wie er in unserem Test bewiesen hat.

Bei der ersten Begegnung mit dem britischen Offroader fällt die neue, sehr gut zum Auto passende Metallic-Farbe ins Auge. Die Farbkombination von "Nara Bronze" außen und "Almond" Premium-Leder im Innenraum könnte auch Karl Lagerfeld nicht schöner hinbekommen. Dazu gesellt sich ein erstklassiges Raumgefühl. Die großen Fensterflächen bieten eine gute Aussicht, und die erhöhte zweite Sitzreihe ermöglicht auch Passagieren im hinteren Teil des Autos eine gute Sicht nach vorne.

Auch über das Platzangebot lässt sich kein schlechtes Wort verlieren. Auf einer Länge von 482,9 cm bietet der Discovery so viel Platz, dass man fast Angst haben muss, dass kleine Kinder verloren gehen. Das Kofferraumvolumen ist bei 5-sitziger Ausstattung zwischen 1.260 und 2.558 Liter groß, wer mit 7 Personen unterwegs ist, hat noch immer 280 Liter Stauraum zur Verfügung. Natürlich gibt es auch jede Menge Ablagen und Staufächer, wo sich allerlei Utensilien unterbringen lassen. Die Anordnung aller Schalter und der Armaturen ist ebenfalls sehr gut gelungen, man findet sich auf Anhieb zurecht, zumindest bis man das Navigationsgerät oder die Bluetooth-Freisprecheinrichtung benutzen möchte, diese erfordern dann doch das Studium der Betriebsanleitung.

Dafür ist eine gute Sitzposition schnell gefunden, sowohl Sitze als auch Lenkrad lassen sich sowohl für 150 cm kleine wie auch 200 cm große Fahrer bequem einstellen. Zudem sind die Sitze äußerst bequem und auch der Komfort kann sich sehen lassen. Dank Luftfederung bekommt man weder Spurrillen noch Schlaglöcher zu spüren, und das Geräuschniveau im Innenraum ist selbst bei Autobahntempo noch so leise, dass man mit dem Beifahrer flüstern kann und die hinteren Passagiere hören noch immer mit.

Aber der Land Rover Discovery 4 soll ja nicht nur auf der Autobahn seine Qualitäten zeigen, sondern auch abseits der befestigten Straßen auftrumpfen können. Mit der neuen Terrain-Response verlieren nicht nur alle Witterungsbedingungen ihren Schrecken, sondern auch jede Art von Wald- und Bergweg. Mit einem kleinen Drehrad in der Mittelkonsole kann man zwischen "Allgemeines Fahren", "Gras/Schnee/Schotter", "Sand", "Schlamm und Spurrillen" und "Felsenkriechen" auswählen. Für jede Fahrsituation regelt das Terrain Response die Traktion und Untersetzung separat und ganz auf den Einsatz abgestimmt. So reduzieren etwa drehzahlabhängige Radschlupf-Sollwerte für die Traktionskontrolle das Durchdrehen der Räder und verhindern, dass sich die Räder im Sand eingraben.

Bei Bergauf- und Bergabfahrten regelt das System auch die Kräfte, und man kann den steilsten Berg ohne weiteres Zutun des Fahrers bequem abwärts kriechen. Man hat dabei sehr oft das Gefühl, dass der Land Rover Discovery wesentlich mehr kann, als die Nerven von Fahrer und Passagieren aushalten würden. Selbst wenn man denkt "das geht jetzt nicht gut", beweist der Discovery mit jeder neuen Herausforderung, dass er auch solche Situationen kinderleicht bewältigen kann.

Sehr praktisch ist dabei das Rundum-Kamerasystem mit 5 Kameras. Zwei vorne, je eine an der Seite und eine hinten. So kann man zum Beispiel bei einer schmalen Brücke genau sehen, wie es seitlich vom Fahrzeug mit dem Platz aussieht, oder bei einer steilen Bergauffahrt sehen zuerst die Frontkameras, wie es nach der Kuppe aussieht, sodass der Fahrer besser reagieren kann.

Um im Gelände so gut zu sein, erfordert es neben der genialen Terrain Response aber auch ein passendes Triebwerk, das mit dem neuen TDV6 3,0 Liter Twinturbo Dieselmotor vorhanden ist. Der neue Diesel hat eine Leistung von 245 PS (180 kW) und ein maximales Drehmoment von 600 Nm, welches schon bei 2.000 U/Min bereit steht. So hat der Land Rover sowohl im Gelände genug Kraft, um schwierige Hindernisse zu überwinden, wie auch auf der Autobahn oder beim Sprint von 0 auf 100 km/h, den der Discovery 4 in 9,6 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, was zumindest auf unseren Autobahnen mehr als ausreichend ist. Dank der Luftfederung, die sich auch der Einsatzbedingung entsprechend anpasst, ist man auch hier sehr komfortabel unterwegs.

Überhaupt ist der Discovery 4 ganz auf Komfort getrimmt. Wer sportliche Fahrattribute sucht, der ist hier an der falschen Adresse, dies ist die einzige Herausforderung, der sich der Land Rover nicht stellen kann. Trotzdem bietet der Discovery viel Fahrspaß, vor allem dort, wo die Fahrt für andere Fahrzeuge schon endet. Wer die Leistung des 3,0 Liter V6 oft abruft, sollte aber an der Tankstelle den einen oder anderen Liter mehr einkalkulieren. Der vom Werk angegeben Verbrauch von 9,3 Liter auf 100 Kilometer war für uns nicht zu erreichen, unter 11,0 Liter kommt man wohl kaum über die Runden.

Aber ganz ehrlich: Wer sich um rund 82.000 Euro ein Auto kauft, sich an feinstes Leder schmiegt und dabei den hervorragenden Klängen des Harman Kardon-Soundsystems lauscht, während er über die Autobahn oder auf die Pirsch gleitet, der stößt sich nicht am Verbrauch. Und dank dem CO2-Ausgleich bis 75.000 Kilometer, der bei jedem Land Rover mit dabei ist, muss man sich auch kein schlechtes Gewissen einreden lassen.

Wer sich den Land Rover Discovery 4 leisten kann, findet in ihm einen Begleiter für alle Fahrsituationen, der viel Luxus und Top-Verarbeitung vereint und dazu auch noch viel Platz bietet.

Was uns gefällt:
Das Platzangebot, das Geräuschniveau im Innenraum, dass der Discovery vor der Oper genau so eine gute Figur macht wie auf Almwegen

Was uns nicht gefällt:
Der Verbrauch und der Preis

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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