Land Rover Freelander 2 - Testbericht

Erstmals gibt es mit dem Freelander 2 nun auch einen Land Rover ohne Allradantrieb. Wir haben das Einstiegsmodell zum Test geladen.

In den letzten Jahren haben immer mehr Hersteller ihre alten Pfade verlassen und im Kampf um neue Kunden die Philosophie der Marke abgeändert. Wer hätte sich vor 20 Jahren einen Porsche mit Dieselmotor vorstellen können, oder einen Ferrari mit Allradantrieb? Vermutlich nicht mehr Leute als sich einen Land Rover ohne Allradantrieb vorstellen hätten können.

Aber mit dem neuen Freelander 2 steht nun auch erstmals ein Land Rover ohne Allradantrieb beim Händler und wirbt um die Gunst der Käufer. Der Schritt ist den Verantwortlichen sicher nicht leicht gefallen, aber die Nachfrage nach SUV ohne Allradantrieb ist weltweit im Steigen.

Durch den Wegfall der teuren Technik ist natürlich auch der Preis für viele Kunden, die ohnedies niemals die befestigten Straßen verlassen wollen, interessanter geworden.

Die günstigste Version des Freelander 2 ist der 2,2 eD4 E, der mit 30.950 Euro zu Buche schlägt, außer man ergattert ihn noch als "E Experience" Sondermodell, dann steigt man schon um 28.400 Euro in einen front getriebenen Land Rover.

Für unseren Test haben wir den Freelander 2 in der gehobenen "S" Ausstattungslinie gewählt, die um 33.863 Euro (bzw. als "S Experience" um 31.100 Euro) schon einige weitere Extras beinhaltet.

Serienmäßig verfügen alle Freelander 2 über ABS, ESP, sechs Airbags, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Servolenkung, Klimaanlage und ein CD-Radio. Beim "S" kommen dann noch Tempomat, ein Alpine Soundsystem mit 9 Lautsprecher, 17"-Alufelgen, eine Scheinwerferwaschanlage sowie Nebelscheinwerfer, eine 2-Zonen-Klimaautomatik und eine Laderaumabdeckung hinzu.

Der Innenraum des Freelander ist sehr übersichtlich gestaltet, durch die großen Fensterflächen bietet er auch eine gute Rundumsicht. Beim Design setzt Land Rover zum einen auf ein wohnliches Ambiente und zum anderen auf klare, robuste Linien. Alle Schalter sind so konzipiert, dass man sie auch noch mit Handschuhen zielgenau betätigen kann.

Das Platzangebot des 450 cm langen Freelander lässt weder Raum für Kritik noch für überschwängliches Lob. Die Passagiere finden sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Reihe ordentliche Platzverhältnisse vor und das Kofferraumvolumen fasst zwischen 405 und 1.670 Liter.

Nachdem eine richtige Sitzposition gerade im Gelände besonders wichtig ist, haben die neuen Land Rover-Modelle einen sehr großen Verstellbereich von Sitzen und Lenkrad, wodurch schnell eine gute Sitzposition gefunden ist.

Via Startknopf lässt sich dann der 2,2 Liter-Dieselmotor zum Leben erwecken. Mit einer Leistung von 150 PS (110 kW) ist man ausreichend motorisiert, auch wenn der Motor im eD4 ganz auf Sparsamkeit getrimmt ist.

Mit Start/Stopp-Automatik und einer auf niedrigen Verbrauch hin optimierten Motorsteuerung und Schaltung soll der günstigste Land Rover auch sehr sparsam unterwegs sein. Vorweg fällt uns aber auf, dass der eD4 sehr spritzig unterwegs ist. Laut Papier sprintet der mindestens 1.710 kg schwere Land Rover in 11,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist maximal 181 km/h schnell.

Durch das maximale Drehmoment von 420 Nm bei 1.750 U/Min kommt einem dann der Sprint wesentlich schneller vor. Schon von unten heraus bietet der Freelander 2 genug Leistung, und auch bei Überholmanövern verfügt er über genügend Reserven.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist eher kurz übersetzt, durch die enorme Durchzugskraft kann man aber auch im höchsten Gang noch sehr schaltfaul unterwegs sein. Selbst nach dem Baustellen-Ende auf der Autobahn zieht der Freelander ohne Zurückschalten ambitioniert auf die zulässige Geschwindigkeit.

Besonders angenehm ist, dass der Freelander 2 selbst bei hoher Geschwindigkeit im Innenraum noch immer sehr leise bleibt, hier orientiert er sich eindeutig an seinen größeren Brüdern.

Nur mit Frontantrieb ausgerüstet ist der Freelander 2 auch noch eine Spur komfortabler unterwegs, was die Federung betrifft. Das bringt auf weiten Strecken natürlich ein entspanntes Fahren mit sich, jedoch in flott gefahren Kurven kommt der Freelander eher rasch an seine Grenzen.

Bei der Fahrwerks/Federungs-Abstimmung hat sich Land Rover eher an den US-Geschmack gerichtet, was jedoch für Leute, die entspannt durch das Land reisen wollen, kein Nachteil ist. Für sportlich orientierte Fahrer kommt in Kürze ohnedies mit dem Range Rover Evoque die passende Alternative zum Freelander auf den Markt.

Wer den Freelander 2 eher zum "Gleiten" statt zum "Rasen" verwendet, der wird auch beim Verbrauch belohnt. An die vom Werk angegebenen 6,0 Liter pro 100 Kilometer sind wir - wie gewohnt - nicht heran gekommen, mit 7,4 Liter ist man aber bei einem Fahrzeug dieser Klasse noch im akzeptablen Bereich. Immerhin haben wir doch auch die Leistung öfters abgerufen und waren auch im Freitagsstau in der Stadt unterwegs.

Hier hilft zwar die Start/Stopp-Automatik beim Sparen, jedoch auch nur, wenn die Klimaanlage oder andere Energiequellen nicht benötigt werden. Ärgerlich war beim Start/Stopp-System nur, dass oft bei einem ganz kurzen Stopp der Motor nicht wieder automatisch angesprungen ist, und man via Startknopf nachhelfen musste.

In der Summe der Eigenschaften konnte uns der frontgetriebene Land Rover aber überzeugen. Zwar vermisst man im Innenraum schon die bei Land Rover gewohnten "Terrain Response"-Bedienelemente und den damit verbundenen Offroad-Freipass, aber für die meisten Fahrer reicht der Frontantrieb sicher aus.

Der Motor bietet viel Fahrspaß, der Innenraum ist sehr komfortabel gestaltet, und man spart im Vergleich zum Allradmodell fast 3.000 Euro. Um das gesparte Geld lassen sich auch etwaige Lacher von Passanten verschmerzen, sollte man im Winter doch einmal mit einem Land Rover irgendwo stecken bleiben.

Was uns gefällt:

Der spritzige Motor, die Rundumsicht, dass einem das Auto das Gefühl gibt, auch abseits befestigter Straßen voran zu kommen.

Was uns nicht gefällt:

Die manchmal divenhafte Start/Stopp-Automatik, die Gewissheit abseits, befestigter Straßen nicht überall voran zu kommen.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1-
  • Verbrauch: 2-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 2
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1-
  • Kofferraum: 2-
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 1

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