Land Rover Freelander i6 im Test

Geräumiger Kompakt-SUV mit Range Rover-Genen

Der Land Rover Freelander 2 sieht aus wie seine großen Brüder Range Rover oder Discovery, besitzt vergleichbare Technik und Qualitäten. Damit hat die britische Ikonenmarke für Allradfahrzeuge die neue Generation ihres Einstiegsmodells gegenüber der starken Konkurrenz wie BMW X3, Toyota RAV4 oder Hyundais Santa Fe wettbewerbsfähig gemacht. Zumal der Kompakt-SUV außerdem mit einer in diesem Segment nicht gewohnten Geländegängigkeit punktet und mit einem weiteren Trumpf aufwartet: Neben einem Selbstzünder ist auch ein neuer Sechszylinder-Benziner i6 mit 171 kW / 233 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 317 Nm erhältlich, der für angenehm laufruhigen, geschmeidigen Vortrieb und dynamische Fahrleistungen sorgt.

Das i6-Triebwerk ermöglicht dem seit Frühjahr 2007 erhältlichen neuen Freelander, den Sprint von Null auf 100 in knappen 8,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Wichtiger für den Alltag ist aber die Durchzugsstärke des gemeinsam mit Volvo entwickelten quer eingebauten Motors. Insgesamt 80 Prozent des Drehmomentmaximums sind dabei über das gesamte Drehzahlband verfügbar, satte 256 Nm bereits ab 1.400 Umdrehungen. In Verbindung mit der seidenweich schaltenden 6-Stufen-Automatik und einer guten Fahrbahnkontakt vermittelnden Lenkung entpuppt sich der Freelander so als formidabler Langstrecken-Gleiter und zudem dank einer neuen Fahrwerksabstimmung als äußerst komfortabel. Schlechte Fahrbahnbeläge und Unebenheiten sind kaum zu spüren . Doch auch bei flotter Fahrt auf kurvenreicher Strecke spielt der von Ecken und Kanten geprägte Allradler bis zum Ansprechen des ESP willig mit, wobei die Wankneigungskontrolle besonders für die Fondpassagiere sehr angenehm ist.

Geht es ins Gelände, fühlt man sich ebenfalls gut aufgehoben . Eine ganze Batterie elektronischer Helfer sorgt dafür, dass es selbst dort noch weitergeht, wohin man sich kaum zu Fuß hintraut. Möglich macht’s die Technik hinter dem großen Drehknopf auf der Mittelkonsole. Über diesen Regler wird das so genannte Terrain Response System aktiviert, das je nach Untergrund dafür sorgt, dass der Motor mehr oder weniger Gas annimmt, die Automatik früher oder später schaltet und das ESP mehr oder weniger Schlupf zulässt. Dass bei derartigen Fahrten der Benzinverbrauch vom Normwert 11,2 Liter pro 100 Kilometer erheblich abweicht, liegt auf der Hand.

Innen präsentiert der Freelander 2 ein frisches modernes Design mit zahlreichen Elementen der aktuellen Land Rover-Designsprache. Größere Ähnlichkeiten zum Range Rover Sport sind gewollt. Durch die hohe Wertigkeit der Materialien einschließlich der Holz-Dekoreinlagen und deren Verarbeitung kommt schnell ein Wohlgefühl auf. Das Armaturenbrett ist äußerst übersichtlich und Tacho und Drehzahlmesser lassen sich auch bei Gegenlicht gut ablesen. Auf der Mittelkonsole befindet sich das optionale Navi-System und darunter gut angeordnet und bedienbar weitere Funktionselemente.

Durch zehn Zentimeter mehr Außenbreite und einen ebenfalls zehn Zentimeter längeren Radstand gegenüber dem Vorgängermodell ist das Platzangebot spürbar erweitert. Die Passagiere der zweiten Reihe sitzen zudem etwas höher und können so eine freiere Sicht genießen. Das neue Innenraumkonzept führte außerdem zu einem wesentlich größeren Kofferraum . Mit 755 bis 1.670 Liter Volumen ist das Ladeabteil um fast 40 Prozent geräumiger als beim Vorgänger. Allerdings erschwert die hohe Ladekante das Beladen. Auch als Zugwagen ist der Freelander vielfältig einsetzbar: Bis zu zwei Tonnen kann er an den Haken nehmen.

Die serienmäßige Sicherheitsausstattung ist komplett und in puncto Komfort haben die Briten ebenso zugelegt. Allerdings auch beim Preis , der sich in den Regionen des Klassenprimus BMW X3 bewegt. Ein Kaufanreiz ist sein individueller Stil sowie die Möglichkeit, sich - wenn man denn mal will oder sogar muss - sicher im unwirtlichen Gelände zu bewegen. Und das ist nicht nur für die Anhänger britischen Understatements eine ganze Menge.

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