Range Rover Evoque 5-Türer 2,2 TD4 - Testbericht

Der Evoque ist auf Anhieb zum beliebtesten Land Rover-Fahrzeug geworden. Wir haben jetzt den Basis-Diesel mit Allrad zum Test geladen.

Mit dem Range Rover Evoque ist Land Rover ein Volltreffer gelungen, innerhalb von einem Jahr avancierte er zum meist verkauften Land Rover-Modell. Gleich nach dem Start hatten wir schon das schnittige Evoque Coupé mit 190 PS im Test, jetzt zeigt der 5-Türer mit dem 150 PS-Basis-Diesel und manueller Schaltung, was er kann.

Damit die sportlichen Gene des Evoque besser zur Geltung kommen, haben wir uns für die Dynamic-Ausstattung entschieden, bei der im Vergleich zur Basisausstattung "Pure" schon 19"-Alufelgen, Xenon-Scheinwerfer mit LED-Signatur, Dynamic-Frontstoßfänger, -Heckstoßfänger und Seitenschweller, ein zweiflutiges Auspuffendrohr, die Gürtellinie in Gloss Black und Außenspiegelkappen in Narvik Black, Regensensor, Ledersitze mit perforierter Sitzmittelbahn und elektrischer Verstellung des Fahrersitzes, das Meridian Soundsystem mit 380 Watt Leistung und 10 Lautsprechern sowie Aluminumzierelemente mit an Bord sind. Der Basispreis von 46.800 Euro lässt sich trotz umfangreicher Serienmitgift aber durch unzählige Individualisierungsmöglichkeiten weiter steigern.

So hatte das Testauto noch 19"-Alufelgen "Style 5", ein großflächiges Panorama-Glasdach, eine Standheizung, das Winterpaket inkl. beheizbarem Lederlenkrad, Privacy Glass ab der B-Säule, das Technikpaket inkl. 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrischer Heckklappe und Park Distance Control, analoges Hybrid-TV und eine Metallic-Lackierung. Das Ganze ergibt dann einen Endpreis von 56.455 Euro und einen wirklich sehr stylisch ausgestatteten Evoque.

Ein Highlight des sportlichen Range Rover ist sicher, dass er die gediegene Art, die einen Range Rover auszeichnet, mit einer neuen Sportlichkeit verbindet, dabei aber das typisch britische Flair nicht verloren geht.

Trotz dynamischem Design wirkt der Innenraum noch immer solide gebaut wie ein englisches Schloss. Dabei wird man mit einer guten Übersichtlichkeit und einfacher Bedienung belohnt. Die sehr bequemen Sitze und ein Lenkrad mit einem sehr weiten Verstellbereich lassen Personen jeder Statur eine optimale Sitzposition finden.

Bei einer Länge von 435,5 cm bietet der Evoque zudem noch ein fürstliches Platzangebot, welches man ihm durch seine sportliche Form gar nicht zutrauen würde. Selbst in der zweiten Reihe hat man noch viel Knie- und auch Kopffreiheit - trotz des großen Panorama-Glasdachs.

Mehr als großzügig ausgefallen ist auch der Kofferraum, der mit einem Fassungsvermögen von 575 Liter manch größeres SUV in den Schatten stellt. Nach Umlegen der Rücksitzbank entstehen sogar bis zu 1.445 Liter Stauraum. Ergänzt wird all das noch mit großzügigen Ablagen im Innenraum, die viel Platz für Kleinkram bieten. Nette Spielereien wie etwa die Farbwahl der Ambientebeleuchtung und hochwertige Materialien, die fein verarbeiten sind, runden den positiven Gesamteindruck weiter ab.

Als ausreichend stark kann man den 2,2 Liter Dieselmotor mit 150 PS (110 kW) bezeichnen. Sein maximales Drehmoment von 400 Nm stellt der Motor schon bei 1.750 U/Min bereit. Doch schon gleich zum Start spürt man eine enorme Schubkraft, lediglich in höheren Gängen bei niedrigen Drehzahlen merkt man ein kleines Turboloch.

Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der manuell geschaltete Evoque in 10,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Mit dem Automatik-Getriebe wäre der Evoque um 1,2 Sekunden flotter auf Tempo 100 km/h, da die Elektronik das Einsatzgebiet des Evoque besser steuern kann.

Das manuelle Getriebe ist nämlich in den ersten Gängen recht kurz übersetzt, was vor allem im Gelände Vorteile bringt. Die höheren Gänge sind dann länger übersetzt, wodurch man bei Autobahntempo noch in einer sehr niedrigen Drehzahlregion unterwegs ist. Dadurch ist der Evoque innen immer sehr leise, ganz wie man es auch vom größeren Range Rover gewohnt ist.

Die Schaltung selbst ist sehr knackig und macht auch Automatik-Fans Lust, mal wieder zum Schaltknüppel zu greifen. Der Verbrauch von 5,7 Liter ist aber selbst bei sparsamer Fahrweise nur schwer zu erreichen, in unserem Test hat sich der Evoque durchschnittlich 8,5 Liter gegönnt.

Ebenfalls mehr auf Sportlichkeit ausgelegt sind Fahrwerk und Federung. Der Evoque lässt sich genau so sportlich bewegen wie er aussieht. Trotz des höheren Aufbaus liegt der kompakte Allradler satt auf der Straße und lässt sich sehr agil durch enge Kurven zirkeln.

Die direkte Lenkung ist dabei auf der Straße ebenso angenehm wie im Gelände, wo der Evoque ebenfalls beheimatet ist. Dank der Terrain Response kommt man mit dem vielseitigen Engländer auch in hartem Gelände noch gut voran. Wenn andere SUV seiner Klasse schon lange liegen geblieben sind, geht es für den Evoque noch immer munter weiter. Die Terrain Response passt dabei die Verteilung der Kraft dem jeweils gewählten Untergrund perfekt an. Selbst steile Passagen sind für Gelände-Anfänger einfach zu meistern. Schaltet man zum Beispiel die Bergabfahrhilfe ein, regelt die Elektronik die Geschwindigkeit selbst, und man muss nur noch lenken. So kann man selbst starkes Gefälle mit wenigen km/h bravourös meistern.

Die kompakten Abmessungen und die kurzen Überhänge sind dabei im Gelände ebenso ein Vorteil wie in der Stadt, wo man mit dem Evoque auch bestens zurechtkommt. Auch wenn die Fensterflächen recht klein erscheinen, so bietet der Evoque noch eine gute Rundumsicht. Vor allem die großen Spiegel sind dabei ebenfalls ein Vorteil. Auf Wunsch kann man zudem auch eine automatische Einparkhilfe ordern, doch schon mit der serienmäßigen Einparkhilfe inkl. Rückfahrkamera kommt man bestens zurecht.

Der 5-türige Evoque verbindet den praktischen Nutzwert und das schicke Design noch besser als das Coupé. Er bietet viel Platz, selbst in der zweiten Reihe und im Kofferraum. Das Highlight des Evoque ist aber sicher seine Mischung aus dynamischem und robustem Auftritt und einer luxuriösen Ausstattung.

Er bringt alle Attribute, die man an einem Range Rover schätzt, in die Kompaktklasse, inkl. Verarbeitungsqualität, Geräuschdämmung und Geländetauglichkeit. Wer noch mehr Fahrspaß genießen möchte, sollte aber die Version mit Automatik wählen, die 150 PS reichen dann auch vollkommen aus.

Was uns gefällt:

das sportliche Auftreten, die luxuriöse Ausstattung, die Geländegängigkeit, das Platzangebot trotz so sportlicher Optik.

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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