Range Rover Evoque 2,2 SD4 - Testbericht

Für das neue Modelljahr hat Range Rover dem Evoque ein neues 9-Gang-Automatikgetriebe spendiert. In unserem Test verraten wir, was es bringt.

Der Evoque ist auch drei Jahre nach seiner Premiere noch immer eines der aufregendsten Autos seiner Klasse und zieht stets die Blicke auf sich. Range Rover ruht sich jedoch nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern versucht den Evoque immer weiter zu verbessern. Für das neue Modelljahr haben die Briten dem stylischen SUV eine neue 9-Gang-Automatik spendiert. Damit ist der Evoque das erste Fahrzeug seiner Klasse mit 9-Gang-Automatik.

Für unseren Test haben wir das neue Getriebe mit dem 190 PS Diesel und der Prestige-Ausstattung kombiniert. Der Listenpreis liegt damit bei 54.750 Euro, was den Premium-Anspruch unterstreicht, aber auch schon eine Fülle an Ausstattungshighlights bietet. Unter anderem sind schon elektrisch verstellbare Ledersitze, Xenon-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht, 19"-Leichtmetallfelgen, ein Meridian Soundsystem mit 380 Watt Verstärker und 11 Lautsprechern inkl. 8"-Farbtouchscreen, 7 Airbags, eine Einparkhilfe hinten, ein Tempomat und eine 2-Zonen-Klimaautomatik mit an Bord.

Aber es gibt noch Platz für mehr, wie unser Testfahrzeug eindrucksvoll gezeigt hat. Wir hatten noch ein 18"-Reserverad aus Stahl, automatisch abblendbare Scheinwerfer, einen automatisch abblendbaren Innenspiegel, eine mittlere Kopfstütze hinten, Privacy Glass, Keyless Entry, das Winterpaket, das Technik-Paket inkl. Navi, den Watttiefensensor, den Spurhalteassistenten, den Toter-Winkel-Warner, einen Ein- und Ausparkassistent und eine Metallic-Lackierung mit an Bord. Der Endpreis liegt damit bei 66.595 Euro und lässt kaum noch Wünsche nach mehr offen.

Im Innenraum präsentiert sich der Evoque dann auch mit größtmöglichem Luxus. Immer wieder überzeugen kann dabei der Mix aus Sportlichkeit, gekonnter Farbgestaltung und hochwertigen Materialien. Kein anderes Auto schafft den Spagat zwischen Sportlichkeit und Eleganz so gut wie ein Range Rover, der im schottischen Hochland eine ebenso gute Figur macht wie vor dem Palast der Queen.

Das Beste daran ist aber, dass der Evoque nicht nur mit optischen Vorzügen glänzen kann, sondern trotz des dynamischen Auftritts auch jede Menge Platz bietet. Auf allen Plätzen steht den Passagieren viel Raum zur Verfügung, und die bequemen Ledersitze laden zu weiten Reisen ein. Mit einem Kofferraumvolumen von 575 bis 1.445 Liter kann der Evoque aber auch als Lademeister glänzen und ist bestens für den Familienurlaub geeignet.

Auch die Bedienung ist einfach und intuitiv möglich, lediglich die Navi-Darstellung hätte sich schon ein großes Update verdient, die Grafik wirkt schon sehr in die Jahre gekommen und ist des sonst so perfekten Auftritts des Evoques nicht würdig.

Für jeden Einsatz bestens gerüstet ist man mit dem 190 PS (140 kW) starken 2,2 Liter-Turbodiesel, der mit einem maximalen Drehmoment von 420 Nm verwöhnt. Ein absolutes Highlight ist dabei die Kombination mit der neuen 9-Gang-Automatik, die den Evoque spritziger und sparsamer zugleich macht.

Mit 9 Gängen hat man zu jedem Zeitpunkt den perfekten Gang parat, und die Spreizung der Gänge ist wunderbar ausgelegt. Gleich nach dem Start schaltet der Evoque schnell die Gänge nach oben, was man jedoch kaum spürt, da die Schaltvorgänge ganz sanft und blitzschnell vollzogen werden. Die oberen Gänge sind eher länger übersetzt, so dass man auch bei hohem Autobahntempo in einem sehr niedrigen Drehzahlbereich unterwegs ist. Mit der perfekten Geräuschdämmung lässt es sich so angenehm ruhig reisen, und der Evoque steht seinen größeren Brüdern in diesem Beriech in kaum etwas nach.

Dabei können sich auch die Fahrleistungen sehen lassen, und der Motor spricht aus jedem Drehzahlbereich sehr gut an. In nur 8,5 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 195 km/h schnell unterwegs. Im Vergleich zum Vorgänger mit 6-Gang-Automatik ist der Evoque mit 9-Gang-Automatik aber auch sparsamer zu bewegen, wenngleich auch die 6,0 Liter, die das Werk verspricht, kaum erreichbar sind. Dennoch konnten wir den Evoque mit 7,5 Litern über die Testdistanz bringen - um 1,3 Liter weniger Verbrauch im Vergleich zu unserem Test mit dem Evoque mit 6-Gang-Automatik.

Neben den sportlichen Fahrleistungen kann der Evoque auch mit einer straffen, aber dennoch komfortablen Federungs- und Fahrwerkskombination glänzen. Bodenwellen werden perfekt weggefiltert, und der Evoque liegt dabei trotzdem perfekt auf der Straße.

Dank dem Terrain Response System lässt sich der Evoque auch abseits der befestigten Straßen gut bewegen und ist für jeden Untergrund bestens gerüstet. In Kombination mit der Bergan- und Bergabfahrhilfe lassen sich auch steile Hügel perfekt meistern, und mit dem Rundum-Kamerasystem entgeht einem auch in unwegsamem Gelände kein Detail, und man kann perfekt abschätzen, wie weit der Abgrund noch entfernt ist. Dank dem Watttiefensensor lassen sich auch Wasserdurchfahrten genau planen, und das System warnt, bevor es dem Evoque zu tief wird. Es gibt sicher kein anderes Fahrzeug in dieser Klasse, das ein so sportliches Design und eine so gute Geländegängigkeit bietet

Perfekt arbeiten auch die anderen Assistenzsysteme, allen voran die automatische Ein- und Ausparkhilfe. Diese ist für ungeübte Menschen sicher ein großer Vorteil, da der Evoque doch etwas unübersichtlich ist und Einparkmanöver in engen Lücken so ihren Schrecken verlieren. Der Evoque kommt so auch in Parklücken hinein, die man sich selbst vielleicht gar nicht zugetraut hätte.

Range Rover hat den Evoque auf jeden Fall für das neue Modelljahr nochmals deutlich besser gemacht, vor allem die 9-Gang-Automatik bringt ein Plus an Komfort und spart dabei auch noch beim Verbrauch. Einmalig bleiben die Kombination aus sportlichem Auftritt, exklusiver Ausstattung und der Tatsache, dass einen der Evoque wirklich fast überall hin begleiten kann, egal wie unwegsam es auch wird.

Was uns gefällt:

die 9-Gang-Automatik, der Mix aus Sportlichkeit und Eleganz, das Platzangebot, die Geländegängigkeit, die Ausstattung, das Soundsystem, die Einparkhilfe

Was uns nicht gefällt:

dass man dem Evoque nicht schon eine neue Navi-Kartendarstellung spendiert hat

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1

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