Range Rover Evoque Cabrio - Testbericht

Mit dem Evoque Cabriolet bietet Range Rover zwei Fahrzeuge in einem an. Wir verraten in unserem Test, wie diese derzeit einzigartige Mischung aus SUV und Cabrio passt.

Schon kurz nach dem Start des Range Rover Evoque ist eine mögliche Cabrio-Version angedeutet worden. Im Jahr 2016 war es dann soweit, und Range Rover hat das Evoque Cabrio präsentiert. Die Mischung aus SUV und Cabrio hat es schon einmal gegeben, die letzte Generation des Nissan Murano war in Amerika auch als Cabrio zu haben, für Range Rover war die Mischung aus SUV und Cabrio aber neu. Zudem ist das Range Rover Evoque Cabrio derzeit auch das einzige Modell am Markt, das die Vorzüge von SUV und Cabrio in einem Auto vereint. Das Segment mag zwar recht klein sein, dennoch ist das Evoque Cabrio eine logische Erweiterung der Range Rover-Modellpalette. Wer ein Fahrzeug möchte, das sowohl härteste Offroad-Bedingungen meistern kann, als auch Open-Air-Feeling bietet, kommt am Evoque Cabrio nicht vorbei.

Für unseren Test haben wir die Top-Version HSE-Dynamic mit dem 180 PS starken Dieselmotor in Kombination mit Automatikgetriebe gewählt. Der Listenpreis liegt bei 66.700 Euro und beinhaltet eine souveräne Basisausstattung inkl. Xenon-Scheinwerfer, elektrisches Stoffverdeck, Ledersitze, 2-Zonen-Klimaautomatik, Einparkhilfe vorne und hinten, Rückfahrkamera, 10,2"-Touchscreen, Meridian Soundsystem und einiges mehr.

Optional hatten wir noch das Winterpaket, das Technikpaket, das InControl Connect Pro Paket, InControl Protect, Premium Teppichmatten, ein Windschott, einen Toter-Winkel-Warner, Wade Sensing, aktiven Spurhalteassistenten, beheizbare Sitze, Skisack/ Durchlademöglichkeit und die Verkehrszeichenerkennung mit an Bord. Der Gesamtpreis summiert sich dann auf 74.430 Euro, was für einen Range Rover noch ein recht günstiger Preis ist, vor allem wenn man bedenkt, dass man zwei Autos zum Preis von einem bekommt.

Nach wie vor überaus wohl fühlt man sich im Innenraum des Evoque, der auch nach einigen Jahren am Markt noch nichts von seinem Charme verloren hat. Man findet sich auf Anhieb zurecht, und der neue 10,2"-Touchscreen passt nun endlich auch zum modernen Ambiente im Innenraum. Auch die Bedienung via Touchscreen ist sehr einfach, leider ist das System nicht immer gleich nach dem Start verfügbar, sondern erwachte in unserem Testzeitraum öfters erst nach ein paar hundert Meter zum Leben. Bis auf die recht unzuverlässige Verkehrszeichenerkennung, die schon mal 130 km/h im Stadtgebiet als erlaubte Geschwindigkeit meldet, haben sonst aber alle Systeme zu unserer vollsten Zufriedenheit gearbeitet.

Die sehr bequemen Sitze laden auch zu weiten Reisen ein, und Fahrer sowie Beifahrer haben viel Platz. Im Fond sind die Sitze zwar auch bequem, das Platzangebot ist jedoch sehr eingeschränkt und so nur für Kurzstrecken komfortabel. Auch beim Kofferraumvolumen muss man Abstriche machen. Neben den nur 251 Litern Laderaum stört vor allem die enge Luke, die nur Gegenstände bis zu einer Höhe von 44,6 cm in den Kofferraum einladen lässt.

Dafür bietet der Evoque per Knopfdruck in nur 18 Sekunden Cabrio-Feeling pur. Das Dach lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h betätigen und schließt in 21 Sekunden wieder vollständig. Sehr gut gelungen ist dabei auch die Geräuschdämmung bei geschlossenem Dach. Wüsste man nicht, dass man in einem Cabrio unterwegs ist, würde man es selbst bei Autobahntempo nicht merken. Auch sonst dringen kaum störende Geräusche in den Innenraum vor.

Der 2,0 Liter-Dieselmotor mit 180 PS (132 kW) verrichtet seine Arbeit ebenfalls sehr leise und auch überraschend laufruhig. Der Motor liefert ein maximales Drehmoment von 430 Nm. Möchte man vom Stand weg voll beschleunigen, legt der Motor zwar mal eine kleine Gedenksekunde ein, sprintet dann aber sehr willig davon. Vor allem im Stadtbetrieb kann der Evoque mit sehr ansprechenden Beschleunigungswerten aufwarten, bei Überlandfahrten würde man sich aber manchmal schon ein paar PS mehr wünschen.

Gerade bei Überholvorgängen merkt man, dass die Leistung des 2,0 Liter-Dieselmotors enden wollend ist und etwas mehr Power nicht schaden würde. Immerhin müssen auch rund 2 Tonnen bewegt werden. Das Mehrgewicht von fast 300 Kilogramm gegenüber dem 5-Türer merkt man deutlich. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt das SUV-Cabrio 10,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h. Hervorragend harmoniert dabei die 9-Gang-Automatik mit dem Charakter des Evoque Cabrio. Die Schaltvorgänge erfolgen überaus sanft und schnell.

Beim Verbrauch zeigt sich wieder, dass man doch öfters das Gaspedal stärker durchtreten muss, um den Evoque so dynamisch zu bewegen, wie er es optisch verspricht. Die vom Werk angegebenen 5,7 Liter Durchschnittsverbrauch haben wir um satte 2 Liter verfehlt und sind bei genau 7,7, Litern gelandet. Wer sich ein über 70.000 Euro teures Fahrzeug leisten kann, dem werden auch diese Verbrauchwerte kein Loch ins Geldbörsel reißen.

Auf voller Länge überzeugen kann das Evoque Cabrio wieder bei Fahrkomfort und Straßenlage. Der Allradler liegt so gut auf der Straße, dass man meinen würde, mit einem Sportwagen unterwegs zu sein, lediglich die hohe Sitzposition erinnert daran, dass man mit einem SUV fährt. Dabei bleibt der Evoque auch auf Langstrecken noch sehr komfortabel und filtert Bodenunebenheiten gut weg. Seine vollen Trümpfe spielt er aber im Gelände aus.

Wie alle anderen Evoque-Allradmodelle auch, verfügt das Cabrio über die Terrain Response, die ein Vorwärtskommen auch unter härtesten Bedingungen garantiert. Der Fahrer kann zwischen den Programmen "Normal", "Gras/Schotter/Schnee", "Schlamm" und "Sand" wählen. Mit der All-Terrain Progress Control kann der Fahrer auch eine konstante Geschwindigkeit zwischen 1,8 und 30 km/h einstellen - und zwar für Vorwärts- und Rückwärtsfahrten im Gelände. Zudem sind bis zu 50 cm Watttiefe möglich.

Mit dem Evoque Cabrio hat Range Rover ein einzigartiges Fahrzeug auf die Räder gestellt. Die Mischung aus SUV und Cabrio gibt es derzeit sonst bei keinem Anbieter. Dabei verwöhnt das Evoque Cabrio mit viel Komfort, Top Offroad-Fähigkeiten und uneingeschränktem Open-Air-Feeling.

Was uns gefällt:

Das Design, die Ausstattung, die Straßenlage, der Allradantrieb, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

Die kleine Kofferraumluke, das Platzangebot im Fond, dass das Infotainmentsystem öfters länger zum Starten braucht

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 4
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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