Range Rover Sport Hybrid - Testbericht

Der Range Rover Sport ist jetzt auch in einer Hybrid-Version erhältlich. Im Test verraten wir, was der Hybrid-SUV alles kann.

Die zweite Generation des Range Rover Sport ist jetzt auch erstmals in der Kombination mit Dieselmotor und Elektromotor erhältlich. Der SDV6 Dieselmotor wird dabei von einem Elektromotor unterstützt, der dafür sorgen soll, dass der Range Rover Sport Hybrid so gut geht wie der SDV8, dabei aber sparsamer wie der SDV6 ist.

Für unseren Test haben wir das absolute Hybrid-Topmodell, den Autobiography Dynamic, gewählt, der mit 113.400 Euro zu Buche schlägt. Im Preis enthalten sind dabei schon eine überaus dynamische Auslegung des SUV und eine überkomplette Ausstattung. Unter anderem sind 21"-Leichtmetallfelgen, ein Meridian Surround-Soundsystem mit 19 Lautsprechern, klimatisierte Ledersitze mit elektrischer Verstellung und Memory-Funktion, eine Kühlbox in der Mittelkonsole vorne, Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, eine Einrparkhilfe vorne und hinten, eine Rückfahrkamera, ein Navigationssystem und vieles mehr mit an Bord.

Trotz schon wirklich umfangreicher Ausstattung gibt es noch viel Platz für Optionen, wir hatten noch die "Firenze Red Metallic"-Lackierung, das Stealth Paket, 21"-Leichtmetallfelgen in Satin Black Finish, ein vollwertiges Reserverad, Privacy Glass ab der B-Säule, ein beheizbares Multifunktionslenkrad, einen extragroßen Wischwasserbehälter, beleuchtete Aluminiumeinstiegsleisten, einen adaptiven Tempomat, das Wade Sensing-System inkl. Toter Winkel-Warner und Kollisionswarnsystem beim Rückwärtsfahren, eine Alarmanlage, das Rundum-Kamerasystem, elektrisch anklappbare, verstellbare, automatisch abblendende, beheizbare Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung und eine Rücksitzbank mit Durchladefunktion an Bord. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 124.875 Euro, lässt aber so gut wie keine Wünsche mehr offen.

Beeindruckend ist bei einem Range Rover immer wieder, wie unterschiedlich, dabei aber immer überaus geschmackvoll die Ausführung sein kann. Unser Testfahrzeug war diesmal ganz auf Sportlichkeit getrimmt, und der Innenraum hat mit einem Mix aus feinstem Leder und gebürstetem Aluminium in Kombination mit einer exzellenten Farbauswahl verwöhnt.

So fühlt man sich von der ersten Sekunde an sehr wohl und möchte das Fahrzeug nur ungern wieder verlassen. Das liegt zum einen an den überaus bequemen Sitzen, die vorne sogar über eine Klimatisierung verfügen und somit auch im Sommer angenehm kühl sind und zum andern auch an dem serienmäßigen Soundsystem, das den Range Rover Sport in einen Konzertsaal verwandelt. Zum Musikhören geht man also am besten nicht mehr ins Wohnzimmer, sondern ins Auto, wenn man einen solchen Range Rover besitzt. Trotz vieler Funktionen findet man sich zudem schnell zurecht.

Nicht ganz unseren Geschmack trifft mal wieder die Darstellung der Navi-Karten, die so überhaupt nicht zum sonst so luxuriösen und modernen Touch des Fahrzeugs passen. Die Grafik wirkt wie aus Zeiten, als PacMan und Snake noch modern waren und passt somit so gut zum Range Rover wie ein Veganer in eine Fleischerei. Sehr großzügig dimensioniert zeigt sich das Platzangebot, welches auf allen Sitzen viel Raum bietet. Auch das Kofferraumvolumen kann sich mit 784 bis 1.761 Liter Fassungsvermögen sehen lassen.

Für viel Fahrspaß bei sparsamem Verbrauch soll die Diesel-Hybrid-Kombination im Range Rover Sport sorgen. Der 3,0 Liter V6 mit 292 PS Leistung wird dabei von einem 48 PS starken Elektromotor unterstützt, womit die Systemleistung bei 340 PS (250 kW) liegt. Das maximale Systemdrehmoment von 700 Nm steht zwischen 1.500 und 3.000 U/Min zur Verfügung, doch gleich nach dem Start verspürt man schon einen unheimlichen Vorwärtsdrang.

Man muss nur den Fuß vom Bremspedal nehmen, schon zieht der Elektromotor mächtig an, bevor sich dann nach dem Tritt aufs Gaspedal auch der Diesel dazu schaltet und die Kraft gemeinsam auf alle vier Räder verteilt wird. Mit einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden ist der Hybrid sogar um 0,2 Sekunden flotter als der SDV8. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei der Dynamic-Version bei 225 km/h. Die Schaltung wird sehr schnell und butterweich von einer 8-Gang-Automatik übernommen, die immer den passenden Gang parat hat. Wer möchte, kann die Gänge aber auch selbst sortieren.

Bis zu 1,6 Kilometer kann man laut Werk rein elektrisch zurücklegen, was wir auch in der Praxis bestätigen können. So kann man an regnerischen Tagen auch getrost die Semmeln mit dem großen SUV holen, ohne ein schlechtes Gewissen wegen der Umwelt haben zu müssen. Beim Verbrauch zeigt sich der Range Rover Sport Hybrid sehr zurückhaltend, auch wenn wir in unserem Test die 6,2 Liter, die das Werk verspricht, nicht erreicht haben. Mit 8,5 Liter pro 100 Kilometer kann man aber in Anbetracht von Fahrzeuggröße, Fahrspaß und Können des Autos gut leben. Immerhin ist der Testverbrauch damit rund 1,5 Liter unter jenem von unserem Test mit dem SDV8.

Dank der hervorragenden Geräuschdämmung ist zudem der Unterschied zwischen V6 und V8 kaum merkbar, da ohnedies fast keine Motorgeräusche - oder auch sonstige Störgeräuche - in den Innenraum dringen. Ein Traum ist auch die Luftfederung, die den Range Rover über Schlaglöcher schweben lässt. Dennoch wird er auch seinem Namen gerecht und lässt sich sehr sportlich bewegen - zumindest wesentlich sportlicher als man es von einem 2,3 Tonnen schweren SUV erwarten würde.

Der Range Rover Sport Hybrid macht aber nicht nur auf der Straße eine gute Figur, er ist auch offroad dank dem Terrain Response-System bestens für alle Einsätze gerüstet. Kein anderer SUV dieser Klasse kommt im Gelände so weit wie der Range Rover Sport. Die Rundum-Kameras und der Watttiefensensor helfen zudem, jedes Terrain schon vorher bestens bestimmen zu können.

Mit dem Range Rover Sport Hybrid hat Land Rover auf jeden Fall den Spagat geschafft, einen SUV auf die Räder zu stellen, der Fahrspaß, Sparsamkeit und Geländegängigkeit perfekt verbindet.

Was uns gefällt:

das Design, die luxuriöse Ausstattung, der Fahrspaß, der Fahrkomfort, die Kombination aus Diesel und Elektromotor, die Sitze uvm...

Was uns nicht gefällt:

die altmodische Darstellung der Navi-Karten

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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