Lexus IS 250 C - Testbericht

Konkurrenz für das BMW 3-er Cabrio, den Mercedes-Benz CLK und das Audi A4 Cabriolet.

Mit dem Alu-Klappdach-Cabrio zur IS-Baureihe tritt die Luxus-Tochter des japanischen Herstellers Toyota gegen das 3-er Cabrio von BMW, den Mercedes-Benz CLK und das Audi A4 Cabrio an - allesamt viersitzige Cabrios der Mittelklasse. Auch bei den Preisen bewegt sich der Lexus IS 250 C auf Premium-Niveau mit 53.272 Euro für den schon in der Basis umfassend ausgestatteten IS 250 C und 4.068 Euro mehr für die noch hochwertiger bestückte Topversion mit Executive Paket. Weitere Sonderausstattungsoptionen sind ebenfalls erhältlich.

Nur die Motorhaube, die Scheinwerfer, die Türgriffe und die Außenspiegel wurden von der IS 250-Limousine übernommen. Trotz des etwas fülligeren Hinterteils für die Unterbringung des Klappdachs, kommt kein Zweifel auf, dass es sich bei diesem Cabrio um die Freiluftversion des erfolgreichen Lexus-Modells handelt. Den Designern ist es gelungen, dem Cabrio - trotz der Ähnlichkeit zur Limousine - ein im direkten Vergleich attraktiveres Äußeres mitzugeben. Offen wie geschlossen kann sich der IS 250 C sehen lassen.

Das Öffnen des Verdecks (nur im Stand möglich) dauert 20 Sekunden . Dann haben die 15 Motoren, beobachtet von 37 Sensoren, die drei Aluminium-Teile des Verdecks in ihre Garage gefaltet. Im Heck bleibt von den 235 Liter Kofferraum danach nur noch ein Rest, der höchstens für Wochenend-Gepäck ausreicht. Da die Zuladung mit maximal 320 Kilogramm für einen Viersitzer sowieso nicht gerade üppig ausfällt, ist man auf der sicheren Seite, wenn man die hintere Sitzbank bei einer längeren Urlaubs- oder gar Golf-Reise als Ersatz-Stauraum betrachtet.

Rund 100 Kilogramm wiegt das Cabrio mehr als die Limousine. Das Wenigste davon stammt vom Dach. Das Meiste von den vielen zusätzlichen Elementen, die dem Cabrio seine übliche Verwindungssteifigkeit geben sollen. Lexus sagt, sie liege um 50 Prozent über jener der Limousine. Bei unserer ersten Bekanntschaft mit dem IS 250 C in den französischen Seealpen konnten wir dazu nichts Nachteiliges feststellen, nahmen aber zur Kenntnis, dass dieses Mehrgewicht dem Cabrio besonders bei niedrigeren Geschwindigkeiten und bei kurzen Stößen ein etwas hölzernes Federungsverhalten eingebracht hat. Von der Limousine sind wir das kultivierter gewohnt.

Das fällt bei diesem Lexus besonders auf, weil er sich sonst als Leisetreter, im positivsten Sinn des Wortes, durch den Verkehr bewegt. Sein V-Sechs-Zylinder-Benziner mit 153 kW / 208 PS drängt sich nun wahrlich akustisch nicht auf. Er reißt einen allerdings auch nicht vom Hocker. Denn die Sechs-Gang-Automatik nutzt die 252 Newtonmeter maximales Drehmoment , um das Cabrio unspektakulär zu bewegen.

Erst im manuellen Schaltmodus der Automatik oder mit den Schaltpaddeln am Lenkrad , lassen sich Motor und das rund 1750 Kilogramm schwere Cabrio bei hohen Drehzahlen zu Ausbrüchen hinreißen, die eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,0 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erlauben. Aber Spaß scheint solcher Krafteinsatz dem Auto nicht zu bereiten, und auch sein Fahrer sieht nach einigen Versuchen ein, dass Fahren mit diesem Cabrio mehr mit dem sinnlichen Genießen der Natur zu tun hat als mit Motorsound oder Geschwindigkeitsrausch.

Berauschend gut haben die Aerodynamiker gearbeitet. Bei geschlossenem Dach liegt der Luftwiderstandsbeiwert bei 0,29 . Doch noch ungewöhnlicher als dieser Wert für das geschlossene Cabrio ist der Umstand, dass Fahrer und Beifahrer trotz geöffneter Seitenscheiben und des Fehlens eines Windschotts auch bei höheren Geschwindigkeiten vom Fahrtwind nicht angegriffen , sondern nur umspült werden. Die Klimaautomatik und die bis in den Schulterbereich hochgezogene Sitzheizung der Ledersitze sorgen dafür, dass dieses Gefühl sich auch im späten Herbst noch und wieder ab dem frühen Frühling einstellen kann.

Zur Serienausstattung zählt beim IS 250 C eine komplette Ausstattung mit Elementen und Systemen, die der passiven und der aktiven Sicherheit dienen. Außerdem haben sich die Japaner ins Zeug gelegt, wie Lüftung und Klima auch die Ablesbarkeit der Anzeigen sowie das Audiosystem dem Offenfahren anzupassen. Jetzt müssen sich in Europa nur noch die rund 2000 Käufer finden, die Lexus für das laufende Jahr für sein neues Cabrio erwartet.

auto-reporter

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