Lexus RC 300h F Sport im Test

Mit dem RC hat Lexus ein dynamisch gestaltetes Sportcoupé im Programm. Wir verraten im folgenden Testbericht, was für den Hybrid-Sportler spricht.

Während Lexus in Amerika zu den beliebtesten Premium-Marken zählt, hat die Nobelmarke von Toyota in Europa noch immer Exoten-Status. An Qualität und Design kann es dabei nicht liegen, Lexus ist bei der Kundenzufriedenheit weltweit immer auf den vordersten Rängen zu finden. In unserem Test haben wir jetzt das sportliche Coupé von Lexus näher unter die Lupe genommen und verraten, was für den Audi A5-, Mercedes C-Coupé- und BMW 4er-Coupé-Konkurrenten spricht und was nicht.

Sein Design ist auf jeden Fall schon mal ein Alleinstellungsmerkmal. Die geschliffenen Kanten und die überaus bullige Frontpartie mit LED-Scheinwerfern machen einiges her, vor allem wenn man die noch sportlicher gestaltete F Sport-Version wählt. Die Linienführung wirkt dabei überaus stimmig, und der RC zieht die Blicke der Passanten magisch an - hier merkt man den Exoten-Status des Fahrzeugs wieder sehr deutlich.

Preislich startet das Hybrid Coupé RC 300h F Sport bei 54.900 Euro, was den Premium-Anspruch unterstreicht. Dafür gibt es aber auch eine überaus üppige Serienausstattung. Mit an Bord sind unter anderem das adaptiv variable Fahrwerk (AVS) mit Sport+ Modus, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Leder-Sportsitze mit Memory-Funktion und Sitzklimatisierung, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein adaptiver Tempomat, ein Totwinkel-Warner, ein Spurwechselwarner, ein Rückfahrassistent, 19"-Alufelgen und noch vieles mehr.

Optional erfreute unser Lexus-Testfahrzeug noch mit der Metallic-Lackierung, Parksensoren vorne und hinten, der Shark fin-Antenne, einer Rückfahrkamera mit Einparkführung und dem Lexus Premium Navigationssystem inkl. 10 Lautsprechern, DVD-Player und DAB. Der Gesamtpreis liegt bei 59.587,50 Euro und ist im Vergleich zur Konkurrenz noch recht günstig, wenn man die großzügige Serienausstattung mit einrechnet.

Im Innenraum zeigt der Lexus einen gelungenen Mix aus modernem und kantigem Design. Die Armaturenlandschaft wirkt sehr futuristisch, aber auch sehr hochwertig. Die Bedienung des Infotainmentsystems erfolgt via Touchpad, was einer gewissen Eingewöhnungszeit bedarf, bis man immer alle Menüpunkte so trifft, wie man es möchte. Hier gibt es eindeutig bessere Systeme am Markt.

Der Lexus zeigt sich aber auch recht verspielt. So kann zum Beispiel der Metallring, der über dem digitalen Tacho angebracht ist, via Knopfdruck am Lenkrad verschoben werden, um Navi, Bordcomputer oder Energiefluss größer am Display anzuzeigen. Die Darstellung ändert sich auch je nach Fahrmodus. Im Normal-Modus hat man statt einem Drehzahlmesser eine Energieanzeige, die erscheint, wenn man in den Sport-Modus wechselt. Sehr gut gelungen sind die klimatisierten Sportsitze, die perfekten Halt geben und auch für die Langstrecke bestens geeignet sind. Im Fond finden sich noch zwei Notsitze, die für kleine Kinder oder Kurzstrecken geeignet sind. Das Kofferraumvolumen ist mit 340 Litern für ein Coupé recht ordentlich bemessen.

Angetrieben wird der Lexus RC 300h von der Kombination aus 2,5 Liter-Benzinmotor mit 181 PS (133 kW) und einem E-Motor mit 143 PS (105 kW). Die Systemleistung liegt bei 223 PS (164 kW). Während der E-Motor sein maximales Drehmoment von 300 Nm zwischen 0 und 3.342 U/Min liefert, erreicht der Verbrennungsmotor zwischen 4.200 und 5.400 U/Min sein maximales Drehmoment von 221 Nm. So liefert der mit einem stufenlosen E-CVT-Getriebe angetrieben Lexus durchwegs viel Schubkraft.

Zur großen Überraschung ist auch das CVT-Getriebe im RC 300h sehr angenehm. Normal nerven diese Getriebe bei voller Beschleunigung mit einer unschönen Geräuschkulisse, was im Falle des RC 300h aber nicht so ist. Selbst bei voller Beschleunigung dringen kaum störende Geräusche in den gut gedämmten Innenraum vor. So bleiben nur die Vorzüge des CVT-Getriebe übrig, das eine absolut ruckfreie Beschleunigung ermöglicht. Auf Wunsch kann die Elektronik des CVT-Getriebes aber Gänge vortäuschen, und diese können via Schaltwippen am Lenkrad sortiert werden.

Der Lexus liefert dabei passable Fahrleistungen, diese liegen jedoch deutlich hinter jenen der Konkurrenz und können nicht mit der überaus sportlichen Optik des Fahrzeugs mithalten. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Hybrid-Sportler 8,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h. Damit bleiben die Fahrleistungen hinter den Erwartungen, die vom rassigen Design geweckt werden. Im Sport-Modus wirkt der RC 300h zwar eine Spur agiler, dennoch ist er eher ein luxuriöses Coupé, als ein reinrassiger Sportler. Durch den niedrigen Schwerpunkt liegt der RC 300h zumindest so perfekt auf der Straße, wie man es sich wünscht und auch in dieser Klasse erwartet. Fahrwerk und Federung sind dabei immer noch so komfortabel ausgelegt, dass man auch weitere Strecken mit dem RC 300h gerne absolviert.

Beim Verbrauch zeigt der Hybrid-Antrieb seine Wirkung, auch wenn die vom Werk angegebenen 5,0 Liter wohl auch im Eco-Modus nur schwer zu realisieren sind. Wir haben im Normal- und Sport-Modus die Testrunde absolviert und sind auf einen Durchschnittsverbrauch von 7,0 Litern gekommen. Das ist für ein Sportcoupé mit 223 PS kein schlechter Wert.

Nicht ganz am Puls der Premium-Klasse zeigen sich die Assistenzsysteme im Lexus RC 300h. Zwar verfügt er über alle wichtigen Systeme, jedoch arbeitet der adaptive Tempomat erst ab 50 km/h und hat keinen Stauassistenten, wie es bei der deutschen Premium-Konkurrenz der Fall ist. Die Außenseiterrolle des RC 300h erklärt sich vielleicht aus diesen kleinen Schwächen. Wer ein Auto in dieser Preisklasse möchte, verlangt einfach auch die besten Systeme an Bord und möchte ein Fahrzeug haben, das genau so schnell ist wie es aussieht.

Der Lexus RC 300h F Sport kann aber auf jeden Fall mit seinem überaus gelungenen Design und der üppigen Serienausstattung überzeugen. Alle, die sich von der breiten Masse abheben wollen, werden im Lexus RC 300h den idealen Partner finden.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, der Fahrkomfort, die Straßenlage, das futuristische Interieur, die Sitze

Was uns nicht gefällt:

die Fahrleistungen im Vergleich zu dem was die Optik verspricht, der erst ab 50 km/h arbeitende Tempomat

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 4
Kofferraum: 2
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 2-

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