Der neue Lexus RX 450 h im Test

Systemleistung von 299 PS bei nur 6,3 Liter Super auf 100 Km

Die Lexus-Leute strotzen vor Selbstbewusstsein. Die Aussagen bei der Presse-Präsentation des neuen Sports Utility Vehicle (SUV) Lexus RX 450 h mit Voll-Hybrid-Antrieb lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Wo wir sind, müssen andere erst noch hinkommen. In der Tat bietet der 220 kW / 299 PS starke Crossover Erstaunliches. An erster Stelle zu nennen sind der Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von bescheidenen 6,3 Liter Super auf 100 Kilometer und die sich daraus ergebende Emission von nur 148 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer .

Gegenüber dem Vorgänger aus dem Jahr 2005 bietet der RX 450 h zehn Prozent mehr Leistung von Verbrennungs- und Elektromotoren bei 23 Prozent weniger Verbrauch und verbessertem Kaltlaufverhalten. Über die gesamte Lebensdauer entstehen bei Bau und Betrieb fast ein Drittel weniger CO2 als beim klassischen Benziner Lexus RX 350. obwohl bei der Fertigung der Hybrid-Version rund zehn Prozent mehr Kohlendioxid anfällt. Wer auf geringe CO2-Emission Wert legt, hat den Benziner mit dem RX 450 h bereits nach 6.600 Kilometern in dieser Hinsicht überholt.

Das hat natürlich seinen Preis

Ein RX 350 kostet ab 67.410 Euro, der 450 h beginnt bei 67.452 Euro und steigert sich über 72.844 Euro für die Executive-Ausstattung und 79.393 Euro für die auf Komfort ausgelegte "Ambience Line" bis 86.134 Euro für die Ausstattungslinie "Austria" , bei der das Pre-Crash-System dazugehört. Dafür steigt mit dem Preis auch das Niveau der Ausstattung. Schon in der Grundausstattung ist das komplette Sicherheitspaket mit zehn Airbags enthalten, ebenso beheizbare Ledersitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Premium-Audiosystem sowie eine Rückfahrkamera, deren Bild auf einem Teil des Innenspiegels sichtbar wird, sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird.

Besonderen Wert legt Lexus auf die Feststellung, dass es sich beim RX 450 h nicht um ein Mild- oder Micro-Hybrid handelt, bei dem der Elektromotor nur als Unterstützung beim Beschleunigen eingesetzt wird. Bei diesem RX handelt es sich um ein Vollhybrid mit zwei Elektromotoren, die auch eine Strecke von rund drei Kilometern rein elektrisches Fahren ermöglichen, was das morgendliche Starten daheim auch für die Nachbarn zu einer ruhigen Angelegenheit werden lässt.

Als Kraftwerk dient der aus dem RX 350 bekannte, aber für den Hybrideinsatz überarbeitete Sechszylinder mit 183 kW / 249 PS. Dank der Abgas-Rückführung und einer geänderten Steuerung der Ventile, bei der die Auslassseite länger geschlossen bleibt, und verringerter innerer Reibung wurde der Benzinverbrauch gesenkt. Außerdem sorgt das heiße Abgas für eine schnelle Aufheizung des Kühlwassers, was die Kaltlaufphase verkürzt und damit ebenfalls den Verbrauch senkt.

Der vordere Motor leistet 123 kW / 167 PS, der hintere 50 kW / 68 PS. Zusammen ergeben alle Motoren die sogenannte Systemleistung von 220 kW / 299 PS . Die Elektromotoren bieten ihr Drehmoment vom ersten Hochdrehen für die Beschleunigung an. Der vordere 335 Newtonmeter (Nm), der hintere 139 Nm . Vom Benziner kommen bei 4.800 Umdrehungen pro Minute 317 Nm dazu. Damit beschleunigt der RX 450 h in 7,8 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Damit kann er sich sogar mit stärkeren SUV gut messen. Ungeschlagen bleibt er allemal beim Verbrauch

Nicht ganz unschuldig daran ist der gute Luftwiderstandsbeiwert von 0,32. Für den hat man eine Menge Feinarbeit geleistet und den Unterboden verkleidet. Aber das ging nicht auf Kosten der charakteristischen Form, trotz Zugewinns bei den Außenmaßen, der bei der Breite mit 50 Millimeter am deutlichsten ausfiel. Es blieb bei dem kräftigen Unterbau bis zur Fensterunterkante und dem fast zierlich wirkenden Limousinen-Oberteil, verfeinert mit vielen Details und einem eleganten Dachschwung, der in einen großen Heckspoiler mündet, der übrigens auch den Heckscheibenwischer aufnimmt.

Ein nettes Details: Die Türblätter reichen über die Türschweller hinweg , die deswegen sauber bleiben und den Platz für eine dritte Dichtung schufen - eine der Maßnahmen, die dazu beitragen, den Lexus wieder zu einem Maße der Dinge bei den Innengeräuschen werden zu lassen.

Innen geht es aber nicht nur ruhig zu, sondern auch standesgemäß komfortabel . Bei der Bedienung hat man sich alle Mühe gegeben, den Komfort zu erhöhen. Und dennoch bleibt der Eindruck von Überfülle an Schaltern und Knöpfen, was dem Fahrer nur Recht sein kann. Er freut sich an Head up-Display , großem Bildschirm, seinem Multifunktionslenkrad , vielen Show-Elementen und genießt die Bewunderung seiner Mitfahrer, weil er mit soviel Technik umgehen kann. Er wird sich hüten zuzugeben, dass im neuen RX alles intuitiver zu bedienen ist und eben nicht nur imposant und elegant aussieht.

Nach unserer ersten Fahrt durchs Allgäu kannten wir den Grund für das gewachsene Selbstbewusstsein der Lexus-Leute. Unser Bordcomputer meldete einen Durchschnittsverbrauch für die Tour von etwas mehr als sieben Liter . Wir fanden ihn aber nicht nur sparsam, sondern auch angenehm und agil. So ein Auto müsste an den Mann und die Frau zu bringen sein, die Luxus und Leistung lieben und dennoch mit dem niedrigen Kraftstoffverbrauch kokettieren möchten.

auto-reporter

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