Mazda MX-5 mit 160 PS - Testbericht

Mazdas Vorzeigeroadster wurde 2016 in New York zum "World Car Of The Year" gekürt. Was tatsächlich dahinter steckt, lesen Sie hier.

Sogar in zwei Kategorien staubten die Japaner den "Oscar" der Automobilbranche ab: Zum einen für das beste Auto, zum anderen für das beste Design. Der von uns getestete MX-5 besitzt die starke Motorisierung mit 160 PS und verspricht zusätzliches Komfortfeeling dank der Revolution-Ausstattung. Preislich startet das Cabrio mit dieser Motorisierung bzw. Ausstattung bei 32.690 Euro. Für die Lackierung in "Soul Rot Metallic" muss man zwar nicht seine Seele verkaufen, landet aber bei einem Endpreis von 33.390 Euro. Jetzt zu behaupten, man bekäme dafür jedoch "viel" Fahrzeug, wäre maßlos übertrieben. Mit seinem Eigengewicht von 1.015 Kilo, einer Länge von 3,92 Metern und einer Höhe von 1,23 Metern kann man nicht gerade von viel im Sinne der Menge sprechen. Doch wie bei allen Dingen muss man auch beim MX-5 auf die Details achten.

Weshalb das Design des MX-5 prämiert wurde, wird auf den ersten Blick klar: Dynamische Linienführung, extrem sportlich und ein deutlich aggressiveres Auftreten als der Vorgänger. Dazu diese Farbe! Der Doppelrohrauspuff wirkt optisch nicht so brachial wie er klingt. Leise ist anders. Uns gefällt das! In der Revolution-Ausstattung, die nur mehr von der Revolution Top-Ausstattung übertroffen wird, findet man zunächst eine Reihe von Assistenzsystemen wie Stabilitäts-/Traktionskontrolle, Fernlicht-, aber auch Spurhalteassistent. Außerdem verfügt der Roadster über ein Sperrdifferential sowie Ledersitze.

Die Designer gaben sich nicht nur außen größte Mühe, das Interieur glänzt durch gute Verarbeitungsqualität und ansprechende Optik. Besonders schön anzusehen sind die in Wagenfarbe lackierten Türverkleidungen, die mit Leder- /Carbonoptikeinlagen samt roten Ziernähten kombiniert wurden. Ansonsten findet sich im Innenraum auf begrenzter Fläche alles, was ein angenehmes Cabriofeeling braucht: zwei USB-Anschlüsse, eine kleine Ablage für Handy, Schlüssel oder Garagenöffner. Darüber die Sitzheizung. Drei Drehknöpfe ermöglichen das genaue Justieren der Klimatisierung.

Blickfang ist das 7-Zoll Multimedia Display, das nicht ins Armaturenbrett einfließt, sondern stehend verbaut wurde. Wer beim neuen MX-5 ein Handschuhfach sucht, der sucht vergebens. Eine versperrbare Ablagemöglichkeit befindet sich zwischen den Rückenlehnen der Fahrersitze. Genial gelöst wurden die Becherhalter. Diese können flexibel entweder neben den Rückenlehnen oder vorne neben der Feststellbremse fixiert werden.

Mittels Schiebeknopf und Hebel öffnet man das Verdeck, was gleichzeitig mit einem leichten Senken der Seitenscheiben quittiert wird. Mit einem Griff gelingt das "Nachhintenwerfen" im Fahrzeug sitzend, genauso wie das Verriegeln des Faltdaches hinter den Sitzen. Der Platz dafür wurde beim Mazda unabhängig vom Kofferraumladevolumen ausgespart, sodass man immer mit den selben Ladekapazitäten rechnen kann. Geschlossen wird das Stoffdach mittels eines kleinen Hebels oberhalb des "Handschuhfachs", dann erwischt man es ebenfalls wieder mit einer Hand, kann es zuziehen und verriegeln.

Kleiner Kritikpunkt an dieser Stelle ist das Schließen der Fensterscheiben. Bei vielen Cabrios öffnen diese nur einen Spalt breit und schließen nach der Dachverriegelung selbsttätig. Bei unserem Roadster gehen diese eine Handbreit auf, bleiben jedoch in dieser Position. Hat man aber den Motor sowie die Zündung ausgestellt, gibt es keine Chance mehr, die Fenster zu schließen. Der Schlüsseltrick (lange auf das Schloss drücken), der bei einigen Mazdamodellen funktioniert, wurde ebenfalls beim Roadster vergessen. So heißt es nochmals einsteigen, Zündung an und Fenster zu. Positiv hervorzuheben sind jedoch die gute Geräuschdämmung bei geschlossenem Dach und die geringen Luftverwirbelungen beim geöffneten.

Dass ein kleines Cabrio einen ebensolchen Kofferraum hat, ist anzunehmen. Die Kapazität von 130 Litern lässt uns nicht in Euphorie verfallen, doch für den Wochenendtrip oder einen Picknickkorb reicht es allemal. Leider lässt der Kofferraum sich nicht von innen öffnen. Außen bleibt das Schloss verborgen oberhalb des Kennzeichens, oder man greift einfach zum Schlüssel. Ein kleines verstecktes Geheimfach befindet sich jeweils hinter den Sitzen. Hier kann abgesehen von Warnweste und Verbandszeug das eine oder andere Kleinod vor neugierigen Blicken versteckt werden.

In Sachen Sitzkomfort liegt der Japaner definitiv im sportlichen Bereich. Die schalenartigen Ledersitze sind gut konturiert, bieten aber auch Komfort, sodass das Aus- und Einsteigen keine große Herausforderung darstellt. Menschen mit langem Oberkörper könnten aber eventuell mit der Kopffreiheit zu kämpfen haben.

Die 160 PS starke Saugermaschine ist eine Empfehlung für Freunde der Performance. Zwei Liter Hubraum und ein Drehmoment von 200 Nm, die bei 4.600 Umdrehungen zur Verfügung stehen, lassen nicht nur den Tachometer in die Höhe rasen, sondern auch den Puls. Bereits von unten heraus entfaltet der Mazda seine Kraft, da Turbolöcher eben nicht vorhanden sind. Somit verzeichnet man eine homogene Leistungskurve über das ganze Drehzahlband. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft das Cabrio in 7,3 Sekunden. Bei 214 km/h wurde die Endgeschwindigkeit angesetzt.

Zur Motorisierung passt perfekt das knackig zu schaltende 6-Gang Getriebe, das sich durch kurze Schaltwege auszeichnet. Das Fahrwerk des MX-5 wird einem Sportwagen absolut gerecht. Sein Fahrverhalten erscheint uns überaus präzise. Hier ist besonders die Lenkung zu erwähnen, die fast schon Kart-ähnlich direkt jede Handbewegung auf die Räder umsetzt. Reifen der Marke Bridgestone Potenza in der Größe 205/75 R17 sorgen für guten Grip, die Dämpfung Marke Bilstein ist demensprechend hart. So lassen sich dem Japaner besonders beim Kurvenräubern höhere Geschwindigkeiten entlocken ohne das Gefühl zu verspüren, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Wie die Vorgänger bleibt der Roadster dem Heckantrieb treu.

Trotz sportlicher Gangarten pendelt der Durst des Nippon-Roadsters bei moderaten 6,8 Litern, was uns in Anbetracht der gebotenen Leistung durchaus zu begeistern vermag. Laut Werksangabe liegt der Durchschnittsverbrauch bei 6,6 Litern.

In Summe schnüren die Japaner mit dem Mazda MX-5 ein Package, das Fahrspaß pur bedeutet und uns während unserer Testzeit nur schwerlich aus dem Fahrzeug entließ. Kart-Feeling, sommerliches Open-Air, kombiniert mit Sound aus der BOSE-Anlage, damit kann keine Fahrt zu lange dauern. Einmal darin Platz genommen, will man tatsächlich nicht mehr aussteigen. Natürlich kauft man sich ein Cabrio, um offen zu fahren, jedoch bietet der MX-5 auch alle Voraussetzungen für ein Ganzjahresfahrzeug. Nach unserem Test kamen wir zu dem Fazit, dass die Prämierung zum "World Car Of The Year" durchaus nicht an den Haaren herbeigezogen wurde. Für uns ist er auf jeden Fall eines der Cabrios of the year.

Was uns gefällt:

Design, Motorisierung, Fahrgefühl

Was uns nicht gefällt:

Heckklappe nicht von innen zu öffnen, Fenster lassen sich nur bei eingeschaltener Zündung schließen und nicht von außen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

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