Mazda MX-5 1.8i 20th Anniversary Edition - Testbericht

Kaum zu glauben: Bereits seit 20 Jahren beglückt der "Miata" seine Fans rund um den Erdball. Zum Jubiläum gibt’s den MX-5 als edles Sondermodell.

"Back to the roots" geht man bei Mazda nach zwanzig Jahren Erfolgsgeschichte MX-5. Als 1990 der erste seiner Gattung, intern NA genannt, auf den Markt kam, wusste noch keiner so recht, ob der kleine, spartanische Zweisitzer überhaupt Käufer finden würde. Geplant waren knapp 5.000 Einheiten pro Jahr… Bis Ende 1990 sind dann nicht weniger als 140.000 Fahrzeuge vom Band gelaufen - der Rest ist Geschichte.

Alle, die mitfeiern wollen, können ab sofort das puristisch, dennoch edel ausstaffierte Jubiläumsmodell 20th Anniversary Edition beim Mazdahändler mitnehmen. Für wohlfeile 24.190 Euro gibt es den 126 PS starken 1,8i-Vierzylinder-Benziner mit Stoffverdeck in den drei anglizistisch angehauchten Farben "True Rot", "Crystal Weiß" und "Aurora Blau". Letztgenanntes ist eine Sonderfarbe nur für dieses Modell und findet sich auch im Innenraum an Zierteilen und Überrollbügeln wieder. Wir erinnern uns: Die erste Generation des MX-5 war ursprünglich nur in Weiß, rot oder Blau zu haben. Kenner dürften auch Zitate an das Königsblau der 10th-Anniversary Edition (siehe Bildergalerie bei Klick auf ein Foto!) erkennen. Zusätzlich gibt sich das auf 2.000 Stück limitierte Sondermodell durch besondere Insignien zu erkennen: Neben ausnehmend schmucken 17"-Alufelgen, einer Domstrebe aus dem Topmodell, Edelstahleinstiegsleisten mit Seriennummer und eigens bestickten Fußmatten trägt er auch noch Chromapplikationen auf Scheinwerfern, Frontgrill und Türgriffen stolz zur Schau. Details wie Klimaanlage, vier Airbags, ESP, Lederlenkrad und -schaltknauf gehören ebenfalls zur Serienmitgift wie ein MP3-fähiges Soundsystem mit Fernbedienung und ein kleines, aber sehr wirksames Windschott.

Gleichermaßen chic wie praktisch zu handhaben ist das Textilverdeck mit Glasheckscheibe: Mit einer Hand entriegelt, kann es mit einem kleinen Schups nach hinten geworfen werden und faltet sich gut geschützt hinter den Sitzen zusammen. Die ganze Prozedur dauert keine drei Sekunden und das Dach stibitzt keinen wertvollen Platz aus dem 150 Liter fassenden Gepäckabteil. Der Schließvorgang lässt sich ebenfalls vom Fahrersitz aus bewerkstelligen, erfordert aber einen trainierten Trizeps. Schwindsüchtige MX-5 Fahrer werden das Dach wohl eher von außen schließen. Mit dem Facelift vor einem Jahr hat der Mazda vor allem an der Front optisch stark gewonnen: Die nunmehr deutlich schnittiger gezeichneten Scheinwerfer und der neue Frontspoiler lassen ihn deutlich dynamischer und weniger wie ein kleines Boot erscheinen. Auch das vormals eher feige ESP lässt ab sofort mehr Spaß zu: Immerhin ist der MX-5 die personifizierte Lust am Kurvenräubern. In dieser Preisregion gibt es weit und breit keinen anderen Roadster, der sich derart agil und mit höchster Präzision über Pass- und Landstraßen treiben lässt.

Der 1,8 Liter Benziner ist ein Vierventiler alter Schule: Drehmoment gibt’s erst über Drehzahl, dafür geht’s ab 4.500 U/min wirklich lebendig voran. Unter sportlichem Trompeten beschleunigt der Hecktriebler in 9,9 Sekunden von 0-100 km/h. Subjektiv ist der Sprint noch schneller erledigt. Unterstützt wird das frohe Treiben vom legendär gut schaltbaren, perfekt abgestimmten 5-Gang-Getriebe. Mit einem Testverbrauch von lediglich 7,9 Litern auf 100 km zeigte sich das Aggregat trotz zügiger Gangart von seiner besonders sparsamen Seite. Freunde des gepflegten Drifts werden allerdings nur auf nasser Fahrbahn ihren Spaß haben, auf trockenem Asphalt ist Übersteuern durch das eher schwachbrüstige Drehmoment, die immens hohen Seitenführungskräfte sowie das geringe Eigengewicht von 1.150 kg ein schwieriges Unterfangen. Dafür scheint der Japaner bei schneller Fahrt die Gesetze der Physik auszuhebeln: Komplett neutral bis in den hohen Grenzbereich, mit minimalen Aufbaubewegungen und messerscharf zu dirigieren pflügt er durch Kurven jedweden Radius. Dank der tiefen Sitzposition und der rückmeldungsfreudigen Lenkung wirkt der MX-5 wie mit dem Fahrer verschmolzen. Trotz aller Sportlichkeit bleibt der Komfort nicht auf der Strecke: Mit gekonnter Gelassenheit und stoischer Ruhe bügelt die Federung selbst übelste Straßenschäden glatt. Kurz: Die reine Fahrfreude wie vor 20 Jahren, nur sauberer und sicherer!

Testurteil:

Plus: perfekt austariertes Fahrwerk; umfangreiche Serienausstattung; geringer Aufpreis für das Sondermodell; spritziger, sparsamer Benzinmotor

Minus: Drehmomentschwäche im unteren Drehzahlbereich; kaum Ablagemöglichkeiten im Cockpit

Unser Eindruck:
Verarbeitung: 1-2
Ausstattung: 1-2
Bedienung: 1
Komfort: 1-2
Verbrauch: 1-2
Fahrleistung: 2
Sicherheitsausstattung: 1-2

Resümee: Mit dem Sondermodell 20th Anniversary Edition hat Mazda für den MX-5 eine hoch interessante Alternative zum Basismodell im Angebot. Um nur 800 Euro Aufpreis erhält man einen optisch und technisch äußerst ansprechenden MX-5, der in wenigen Jahren auch in Sammlerkreisen durchaus gefragt sein wird.

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