Testbericht: Der neue Mazda2

Der neue Mazda2 bringt die Skyactiv-Technologie und das Kodo-Design ins Kleinwagensegment. In unserem Test zeigt er, was er so alles kann.

Die neue Generation des Mazda2 ist eine komplette Neuentwicklung und zeigt viele Elemente, die man schon vom Mazda3 kennt. Das Kodo-Design steht dem kleinen Japaner dabei sehr gut und verleiht ihm einen sehr dynamischen Auftritt. Im Vergleich zum Vorgänger lässt sich der neue Mazda2 aber auch weiter individualisieren und kann mit einer rundum guten Ausstattung glänzen.

Für unseren Test haben wir den Mazda2 mit dem neuen 90 PS-Benzinmotor gewählt, der Sparsamkeit und Spritzigkeit verbinden soll. In der Hazumi-Ausstattungsvariante bringt der Kleinwagen schon eine Menge an Ausstattung mit, ist mit 18.590 Euro aber auch preislich recht selbstbewusst positioniert.

Im Preis enthalten sind dann schon 15"-Alufelgen, Tempomat, eine manuelle Klimaanlage, eine Einparkhilfe hinten, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Sitzheizung vorne, ein Spurhalteassistent, Regen- und Lichtsensor, ein Bordcomputer, ein Radio inkl. USB und AUX-Anschluss, ein 7"-Display und noch vieles mehr. Optional hatten wir noch eine Metallic-Lackierung und ein Navi mit dabei, womit der Endpreis mit 19.530 Euro knapp unter der 20.000 Euro-Marke bleibt.

So ausgestattet wirkt der neue Mazda2 durchaus sportlich und elegant zugleich. Auch wenn die roten Sitzbezüge inkl. roter Zierelemente im Innenraum nicht jedermanns Geschmack sind, so wirkt der Mazda2 damit sehr auffällig und individuell. Zudem sind alle verwendeten Materialien hochwertiger als noch beim Vorgänger, und beim Innendesign hat sich Mazda ebenfalls angestrengt. Es ist den anderen neuen Mazda-Modellen wie dem Mazda3 sehr ähnlich und damit sehr funktionell und optisch ansprechend gestaltet.

Man findet sich im kleinsten Mazda auf Anhieb sehr wohl und kennt sich auch gleich gut aus. In der Mittelkonsole befindet sich ein Dreh/Drück-Regler, mit dem Navi, Radio und sonstige Funktionen der im 7"-Display abrufbaren Tools gesteuert werden können. Die Bedienung erfolgt dabei sehr intuitiv, und die Darstellung auf dem Display könnte auch von manch teurerer Premium-Marke stammen. Sehr übersichtlich, aber auch sportlich gestaltet ist die Tachoeinheit, die aus einem analogen Tacho, digitalem Drehzahlmesser und Bordcomputer besteht.

Für ein Auto seiner Klasse bietet der Mazda2 auch viel Platz, selbst im Fond geht es kaum enger zu als im größeren Mazda3, und auch das Kofferraumvolumen kann sich mit einem Fassungsvermögen von 280 Liter sehen lassen. Viele praktische Ablagen und gut positionierte Stecker für USB und Aux runden den positiven Eindruck im Innenraum ab. Lediglich eine Mittelarmlehne würde den sonst so hohen Komfort noch verbessern.

Ideal mit dem Mazda2 harmoniert der neue 90 PS (66 kW)-Benzinmotor mit Skyactiv-Technologie. Für ein Auto dieser Klasse ist ein 1,5 Liter-Motor mit vier Zylindern heute schon eine Rarität. Sein maximales Drehmoment von 148 Nm liefert der Motor zwar erst bei 4.000 U/min, doch schon gleich zum Start fühlt sich das Triebwerk sehr agil an.

Vor allem im Stadtbetrieb kann der Mazda2 mit sehr spritzigen Fahreigenschaften aufwarten und bleibt dabei auch sehr sparsam. Das manuelle 5-Gang-Getriebe ist nämlich überraschend kurz übersetzt und verlangt schon bei 50 km/h den höchsten Gang. Wer etwas flotter lossprinten möchte, der muss natürlich fleißig schalten, um auch die ganze Kraft des 1,5 Liter-Benziners zu spüren. Dreht man vom Start weg die Gänge voll aus, sprintet man in nur 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 183 km/h schnell.

Die kurze Übersetzung bringt zwar im Stadtbetrieb viele Vorteile, erweist sich bei Fahrten außerhalb der Stadt aber als kontraproduktiv. Der Motor dreht bei Autobahntempo schon in einen recht hohen Drehzahlbereich, wodurch er durstiger wird und auch das Geräuschniveau des sonst so angenehm leise laufenden Kleinwagens etwas erhöht.

So hat es auch nicht verwundet, dass der Durchschnittsverbrauch weit von den vom Werk angegebenen 4,5 Litern entfernt war. Im Schnitt sind wir auf 6,2 Liter gekommen, womit der neue Motor nicht ganz so sparsam ist, wie wir es erwartet und erhofft haben. Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist und die Leistung des Autos auch Überland nicht oft abruft, wird aber sicher in die Region von 5,5 Liter pro 100 Kilometer kommen können.

Dabei präsentiert sich der Mazda2 nicht nur in der Stadt als idealer Begleiter, sondern würde auch auf langen Strecken eine gute Figur machen. Er ist für einen Kleinwagen nämlich sehr komfortabel gefedert und filtert Bodenunebenheiten recht gut weg. Dennoch liegt er mit seinem neuen Fahrwerk perfekt auf der Straße, und man kann auch hohe Kurvengeschwindigkeiten realisieren, ohne dass der Mazda2 dazu neigt, über die Vorderräder zu schieben.

Mit dem griffigen Lederlenkrad lässt sich der Mazda2 jederzeit gut über die direkte Lenkung in die gewünschte Richtung dirigieren und überzeugt vor allem in der Stadt mit seinen kompakten Abmessungen. Die serienmäßige Einparkhilfe hinten erleichtert zudem das Einparken in engen Parklücken. Nicht ganz optimal ist hingegen der Spurhalteassistent ausgelegt. Der Warnton, der beim irrtümlichen Verlassen der Fahrbahn ertönt, hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Nebelhorn eines Kreuzfahrtschiffes und veranlasst einen eher, vor Schreck das Lenkrad zu verreißen, als wieder in die richtige Spur zu kommen.

In der Summe der Eigenschaften leistet sich der neue Mazda2 aber kaum Schwächen und zeigt sich dafür sehr modisch, hochwertig und überaus gut ausgestattet. Sein Fahrkomfort und die Spritzigkeit sprechen ebenfalls für den kleinen Japaner.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, der hochwertig wirkende Innenraum, der Fahrkomfort, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch, der Warnton des Spurhalteassistenten

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1-

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