Testbericht: Mazda3 mit 122 PS Benzinmotor

Der neue Mazda3 kommt in zwei Karosserievarianten und mit zwei Motoren. Wir haben uns den fünftürigen Benziner zum ausführlichen Test geholt.

Die vierte Generation des kompakten Japaners zeigt sich äußerlich wie gewohnt sehr dynamisch, wobei aber das aggressive Styling nicht noch weiter verfolgt wurde, sondern man sich weitgehend auf kleine Veränderungen beschränkt hat. In den Längen- und Breitenabmessungen bleibt der Neue ident mit dem Vorgänger, hat jedoch ein wenig an Höhe eingebüßt. Bei den Ausstattungskategorien bleibt Mazda ebenfalls überschaubar. Neben der Comfort-Variante gibt es wie in unserem Fall noch die Comfort+, die in Kombination mit vier verschiedenen Ausstattungspaketen (Sound, Style, Tech, Premium) erhältlich ist.

Der Basispreis für den Benziner mit 122 PS und Comfort+ liegt bei 25.790 Euro. Bei unserem Testwagen kommen noch 4.540 Euro für die Crystal Soul Red-Lackierung und die vier verfügbaren Pakete hinzu. Kurzum, es wurde alles in unseren Dreier hineingepackt, was auf der Optionsliste verfügbar ist

Der große Unterschied zum Vorgänger zeigt sich ganz klar im Interieur. Der schlüssellose Zutritt wurde optisch perfektioniert, und man sieht an der Türschnalle nur noch eine kleine Vertiefung. Außerdem versperrt sich der Mazda automatisch, wenn man von ihm weggeht. Hat man erst einmal Platz genommen, ist man von dem neuen Styling des Innenraums gleich positiv überrascht. Klare Linien, sehr aufgeräumt und alles zum Fahrer hin ausgerichtet. Sogar die Luftausströmer fügen sich unbemerkt in das Gesamtbild des Cockpits ein. Ins geteilte Armaturenbrett eingebettet befindet sich das 8,8"-Display des MZD Connect Systems, das die Bilder der Kameras, aber auch sämtliche klassische Features eines umfassenden Infotainmentsystems für den Fahrer parat hält. Gesteuert wird das Ganze wie gehabt über den HMI Commander, einen in Kurzbefehlstasten eingebetteten Drehknopf, der nun in komplett Schwarz gehalten noch ein wenig edler wirkt.

Bei der Gestaltung der Armaturen hinter dem Lenkrad integriert Mazda nun geschickt zusätzliche Informationsanzeigen rund um den Tachometer. Sehr praktisch fanden wir hier die Einbettung der Verkehrszeichenerkennung. Diese markiert die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Tachometer rot, wird sie überschritten, begleitet sie ein roter Balken. Doch eigentlich warfen wir nur selten einen Blick auf das Armaturenbrett vor uns. Nicht nur, weil es bei Sonnenschein und entsprechender Körpergröße zu spiegeln begann, sondern auch weil das Head-Up Display derart informativ und gut ablesbar war, dass man sich sehr rasch daran gewöhnt.

Das Head-Up Display ist Teil der Serienausstattung Comfort+, zu der unter anderem die 18-Zoll-Leichtmetallräder, beheizbare Vordersitze samt Lederlenkrad, Einparkhilfe vorne und hinten sowie die Rückfahrkamera und eine Zwei-Zonen-Klimaanlage gehören. Dass der Fahrersitz elektrisch verstellbar ist und eine Sitzmemoryfunktion für zwei Personen hat, ist Teil des Premium-Pakets. Zu diesem gehört darüber hinaus die Memoryfunktion für Außenspiegel und Head-Up-Display. Gerade wenn der Mazda3 mit anderen Fahrern geteilt werden muss, möchte man diese Funktionen bald nicht mehr missen. Die schwarze Lederausstattung gehört ebenfalls zu dieser Option.

Über den Sitzkomfort vorne gab es während unserer Testfahrten nichts zu raunzen. Lediglich im Fond macht sich wie eingangs erwähnt die geringere Höhe und die coupéartige Linie beim Raumgefühl bemerkbar. So wunderbar der Mazda als Zweisitzer ist, so eingeschränkt sehen wir seine Nutzbarkeit im Fond wenn Erwachsene mitfahren. Neben der eher knappen Knie- und Beinfreiheit für Große, kann es schon mal vorkommen, dass einem quasi der Himmel auf den Kopf fällt. Der Handgriff hinten und die Neigung lassen Erwachsene schon mal aneinandergeraten.

Puncto Ablagen und Stauraum nutzt Mazda alle Möglichkeiten, wie unter anderem die Mittelkonsole, wo die verschiebbare Armlehne gleichzeitig deren Abdeckung ist. Im Kofferraum selbst wurden 36 Liter gegenüber dem Vorgänger eingespart, was zu einem neuen Volumen von 330 Litern führt. 1.026 Liter sind bei umgeklappten Sitzen möglich, ebenfalls 250 Liter weniger als früher.

Die hohe Fensterlinie ist zwar ein Sicherheitsplus, jedoch auch ein Manko bei der Rundumsicht. Dies macht unser Testfahrzeug jedoch durch das Tech-Paket wett, das einen 360°-Umgebungsmonitor verbaut hat. Außerdem finden sich hier noch weitere Goodies wie Ausparkhilfe, Müdigkeitserkennung, Notbremsassistent hinten und Staufolgeassistent mit Lenkunterstützung.

Wo wir bereits bei den Assistenten wären: Bereits ab Werk verfügt der Mazda über einen adaptiven Tempomat. Dieser funktioniert in der Regel tadellos, man muss sich jedoch im Alltag an sein Verhalten gewöhnten, denn er neigt beim "Auffahren" an den Vordermann zum überraschend starken Abbremsen. Aber das passiert, wenn reine Daten zählen und nicht die Gesamtsituation. In Sachen Sicherheit hat sich der Hersteller bei der Ausstattung seines Kompakten in keinster Weise lumpen lassen, in der langen Liste der Helferlein vermissen wir keinen einzigen.

Motorisch setzen die japanischen Ingenieure beim Vierzylinder-Benziner der neuen Skyactiv-Technologie auf ein Mild Hybrid System. 122 PS leistet der Zwei-Liter-Benziner, die man ihm im Alltag unkommentiert abnimmt. Sein starker Antritt bringt ihn in 10,4 Sekunden auf die 100 km/h, und fährt man weiterhin locker-flockig vor sich hin, so gibt der Hersteller die Höchstgeschwindigkeit mit 197 km/h an.

Unter dem Mild-Hybrid-System versteht Mazda einen 24 V-Lithium-Ionen Akku, der umgewandelte Bremsenergie speichert. Im Alltag merkt man davon weniger, außer man beobachtet am Infodisplay das Wachsen von Blättern. Tatsächlich unterstützt das System beim Beschleunigen über einen Generator die Kraftentfaltung. Mit diesem "Drehmoment-Boost" versucht man dem Spritverbrauch entgegenzuwirken. Das maximale Drehmoment von 213 Nm entfaltet unser Testauto bei 4.000 Touren. Trotzdem möchte der Mazda3 für die optimale Kraftentfaltung wie für Saugmotoren üblich entsprechend geschalten werden. Dazu wurde das Sechs-Gang-System sehr gut ausbalanciert und auf den Motor abgestimmt.

Beim Verbrauch erwies sich der Mazda3 etwas durstig. Während unserer Testzeit zeigte der Bordcomputer zwischen 6,5 und 7,3 Liter (letzterer Wert auf der Autobahn in Deutschland). Ein Verbrauch, der sicher noch verbesserungswürdig wäre.

Wir wollen aber jetzt nicht herummeckern, denn der neue Mazda3 zeigt, wie schlicht und schön elegantes Design sein kann. Das umfassende Sicherheitspaket und die zahlreichen serienmäßigen Features sind in Kombination mit dieser Motorisierung wirklich ein Statement in dieser Kategorie.

Was uns gefällt:

Styling, Ausstattung, Innenraumambiente

Was uns nicht gefällt:

Spiegelnde Armaturen, schlechterer Sitzkomfort hinten, übersensibler Tempomat

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 3 (ohne Assistenten)