Mazda3 G120 Revolution - Testbericht

Die neue Generation des Mazda3 präsentiert sich optisch sportlicher als je zuvor. In unserem Test zeigt der 120 PS starke Benziner, ob er auch sportlich ist.

Nach dem CX-5 und dem Mazda6 ist der Mazda3 nun das dritte Modell, das die neue KODO-Designlinie zeigt. Damit ist der neue Mazda3 so sportlich wie kein anderes Modell zuvor. Vor allem die Frontpartie wirkt sehr dynamisch und elegant zugleich, aber auch das Heck kann mit einem sportlichen Schwung und eigenständigem Design überzeugen.

Für unseren Test haben wir die mittlere Benzinmotorisierung mit 120 PS und die Top-Ausstattungslinie Revolution kombiniert. Der Preis des dann schon überaus komplett ausgestatteten Mazda3 liegt bei 23.790 Euro. Im Preis enthalten ist dann aber schon alles, was bei anderen Modellen dieser Klasse oft nicht einmal in der Aufpreisliste zu finden ist.

Unter anderem verfügt der neue Mazda3 Revolution schon über ein City-Notbremssystem, einen Spurwechsel-Assistenten, 18"-Leichtmetallfelgen, ein Bose-Soundsystem mit 9 Lautsprechern, ein Navigationssystem inkl. 7"-Display, einen Tempomat, Regen- und Lichtsensor, ein Head-up-Display, Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten, ein schlüsselloses Zugang- und Startsystem, beheizbare Vordersitze, eine Einparkhilfe vorne und hinten sowie noch viele andere Dinge.

Die einzigen Extras, die unser Testfahrzeug noch dabei hatte, waren eine Metallic-Lackierung, ein Bodenmattensatz "Luxury" und eine Kofferraumwanne. Der Gesamtpreis liegt dann bei 24.479,31 Euro und kann als immer noch sehr günstig in Bezug auf die Ausstattung gewertet werden.

Dabei vermittelt der Mazda3 in keinster Weise einen billigen Eindruck, schon beim ersten Blick in den Innenraum erkennt man die hochwertige Ausführung des kompakten Mazdas. Der Materialmix wirkt sehr hochwertig, und auch die Verarbeitung ist auf Premium-Niveau angesiedelt. Der neu gestaltete Armaturenträger wurde dabei ebenso dynamisch gestaltet wie der Rest des Fahrzeugs.

In der Mitte des Tachos thront der Drehzahlmesser, um den sportlichen Charakter weiter zu unterstreichen. Die Geschwindigkeit wird nur klein im Eck des Drehzahlmessers digital angezeigt, sowie am neuen Head-up-Display, welches leider nicht für Fahrer jeder Größe gut einsehbar ist, da der Verstellbereich zu klein ist.

Sonst ist aber alles sehr übersichtlich gestaltet, und auch das neue 7"-Display verfügt über eine gute Darstellung und Auflösung. Alle Funktionen werden über einen Dreh/Drück-Schalter in der Mittelkonsole gesteuert. Die Bedienung sollte dabei selbst für Technik-Laien kein Problem darstellen, ist also extrem einfach.

Beim Platzangebot wird ebenfalls die sportliche Auslegung bemerkbar. Während Fahrer und Beifahrer in jede Richtung viel Platz haben, wird die Kopffreiheit im Fond für groß Gewachsene schon eher knapp. Für ein Auto mit 446 cm Länge ist auch das Kofferraumvolumen von 364 Litern nicht gerade üppig ausgefallen, dennoch ist es größer als bei so manchem Mitbewerber mit ähnlich sportlichem Charakter. Während Mazda mit Anschlussmöglichkeiten für USB, i-Pod und andere technische Geräte sehr großzügig war, hat man bei den Ablagen etwas gespart, vor allem die kleinen Fächer in den Türen stören sehr.

Den Spagat zwischen Sportlichkeit und Sparsamkeit soll dann der neue Benzinmotor mit Skyactive-Technologie schaffen. Der 2,0 Liter Benziner verfügt über eine Leistung von 120 PS (88 kW) und ein maximales Drehmoment von 210 Nm bei 4.000 U/Min. Zur großen Überraschung sorgt der Motor dann auch für sehr sportliche Fahrleistungen, sofern man den Drehzahlmesser bereitwillig in Richtung roter Bereich drehen lässt. Dann sprintet der kompakte Mazda in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 195 km/h schnell.

Seine Arbeit verrichtet der Motor dabei immer sehr laufruhig und leise, selbst bei höherem Tempo bleibt es im Innenraum noch recht ruhig. Etwas zäh ist der Mazda-Motor von unten heraus und beim Zwischensprint, wo fleißig geschaltet werden muss, um den Motor auf Drehzahl zu halten, um gute Fahrleistungen zu spüren. Das Schalten mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe macht aber wenigsten viel Spaß, da die Gänge sehr leicht zu sortieren sind und eng beieinander liegen. Die kurze Abstufung ist der Sparsamkeit gewidmet, für einen Benziner mahnt die Gangempfehlungsanzeige den nächst höheren Gang stets sehr früh ein.

Wer sich brav an die Schaltempfehlung hält und auf schnelle Sprints keinen Wert legt, der wird auch in die Nähe der 5,1 Liter Durchschnittsverbrauch, die vom Werk angegeben werden, kommen. Bei unserem Test hat sich der Mazda bei nicht übermäßiger Beanspruchung 6,8 Liter pro 100 Kilometer gegönnt, womit er nicht gerade der Sparmeister der Nation wird.

Sehr gut gelungen ist der Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort bei Fahrwerk und Federung. Für lange Etappen ist der Mazda3 komfortabel genug, ohne dabei für sportlich orientierte Fahrer nicht knackig genug zu sein. Die Straßenlage ist sehr gut, und der Mazda3 bleibt auch in Grenzsituationen sehr gutmütig und leicht beherrschbar. Viel Spaß macht auch die sehr direkte Lenkung in Kombination mit dem überaus griffigen Lenkrad. Für seine Länge zeigt sich der Mazda3 sehr wendig und agil, was auch in der Stadt und beim Einparken von Vorteil ist.

Die Rundumsicht ist zwar durch die extrem steil aufsteigende Fensterlinie nicht gerade die beste, dafür gibt es beim Revolution aber auch eine gut funktionierende Einparkhilfe vorne und hinten, die dieses Manko perfekt kaschiert.

Mit dem neuen Mazda3 haben die Japaner auf jeden Fall ein sehr interessantes Fahrzeug auf die Räder gestellt, das eine sportliche Alternative in der Mittelklasse darstellt. Neben dem Design ist der größte Vorzug sicher sein Preis/Leistungsverhältnis in Kombination mit der hochwertigen Ausführung.

Was uns gefällt:

das Preis/Leistungsverhältnis, das Design, die Verarbeitung, die Laufruhe des Motors

Was uns nicht gefällt:

das etwas knappe Platzangebot, der Verbrauch

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2-

Kommentare