Mercedes A 250 e – Testbericht

Mit dem A 250 e hat Mercedes den Plug-in-Hybrid-Antrieb auch in seine Kompaktklasse gebracht. Wir verraten, wie sparsam diese Kombination in der Praxis ist.

Die neue Generation der A-Klasse ist jetzt erstmals auch mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb kombinierbar. Mercedes verspricht höchste Effizienz bei viel Fahrspaß.

Optisch ist die neue A-Klasse auf jeden Fall schon eine dynamische Erscheinung, die im Vergleich zum Vorgänger deutlich harmonischer wirkt.

Wer die Plug-in-Hybrid-Version der A-Klasse sein Eigen nennen möchte, der sollte über mindestens 41.990,- Euro verfügen. Damit liegt der Basispreis rund 10% über der Premium-Konkurrenz aus Deutschland.

Die Basisausstattung beinhaltet eine solide Bandbreite aus Features, die man sich in dieser Klasse auch erwartet, wie etwa eine Klimaautomatik oder ein Infotainmentsystem mit Touchscreen.

Unser Testauto hat sich mit vielen Extras aber noch zum sportlichen Luxusliner verwandelt, der nach Addition aller vorhandenen Extras bei einem Preis von 54.800,- Euro gelandet ist.

Für ein Kompaktauto schon mal ein sehr stolzer Preis, der aber auch schon Annehmlichkeiten und optische Leckereien bietet, die man auch in höheren Klassen hat.

So hatten wir unter anderem noch die AMG Line-Ausstattung, das Premium-Paket, das Night-Paket, den Totwinkel-Assistent, ein Panorama-Schiebedach, das Gleichstrom-Ladesystem und ein kabelloses Ladesystem für Mobilgeräte an Bord.

Sportlicher Touch mit AMG Line-Ausstattung

Dank der AMG Line-Ausstattung ist der Innenraum auch sehr sportlich gestaltet und kann mit sehr bequemen Sportsitzen, die eine große Verstellmöglichkeit bieten, aufwarten.

Rote Ziernähte an Sitzen, Türen, Mittelarmlehne und Lenkrad erhöhen in Kombination mit der Mischung aus Klavierlack- und Alu-Dekor den sportlichen Touch zusätzlich.

Sehr modern wirkt auch das Widescreen-Cockpit, welches aus zwei nebeneinander positionierten Displays besteht. Das rechte ist als Touchscreen ausgelegt, wobei man auch via Touchpad zwischen Fahrer und Beifahrer die Steuerung durch den Menüdschungel tätigen kann.

Die Anzeigen am Tacho-Bildschirm können auch nach Wunsch variiert werden, dafür stehen kleine Touchflächen am Lenkrad zur Verfügung. In der Praxis sind diese Steuerungsmöglichkeiten alle sehr praktisch und intuitiv zu bedienen.

Auch Darstellung und Geschwindigkeit von Navi und Co. können überzeugen, mit dem neuen MBUX-Infotainmentsystem ist Mercedes wirklich ein großer Wurf gelungen.

Der sportlichen Ausrichtung entsprechend ist jedoch das Platzangebot in der A-Klasse nicht gerade überragend großzügig dimensioniert, um es freundlich auszudrücken.

Eingeschränktes Raumangebot

Während Fahrer und Beifahrer noch viel Raum um sich haben, wird es im Fond für Erwachsene Passagiere schon recht eng – in jede Richtung.

Durch den Plug-in-Hybrid-Antrieb ist zudem auch das ohnehin schon recht kleine Kofferraumvolumen nochmals etwas eingeschränkt.

So kommt der A 250 e nur noch auf einen Stauraum von 310 bis 1.125 Liter, was so mancher Kleinwagen schon übertrumpfen kann. Wer mehr Platz möchte, der sollte zur B-Klasse greifen, die es auch mit gleicher Motorisierung gibt.

Die Motorisierung ist nämlich ein wirkliches Highlight und eine große Überraschung. Am Papier wirken die Zahlen zwar noch nicht so überragend, in der Praxis fährt sich die Plug-in-Hybrid-A-Klasse aber sensationell.

Eine Kombination aus 1,3 Liter-4-Zylinder-Benzinmotor mit 160 PS (118 kW) und einem Elektromotor liefert eine Systemleistung von 218 PS (160 kW). Auf den ersten Blick ist der A 250 e damit zwar schwächer als zum Beispiel der direkte Konkurrent Audi A3 TFSIe, der auf eine Systemleistung von 245 PS kommt.

Dafür ist die A-Klasse aber trotz geringerer Leistung deutlich spritziger unterwegs und erledigt den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,6 Sekunden, während der Audi trotz mehr Leistung 6,8 Sekunden benötigt.

Die Kraft wird dabei sehr souverän in jeder Situation zur Verfügung gestellt. Ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sorgt zudem für den passenden Gang bei jeder Gelegenheit.

Harmonischer Antriebsstrang

Auch die Umschaltung zwischen E-Modus und Verbrenner-Modus erfolgt fast unmerkbar, da auch die Geräuschdämmung der Preisklasse entsprechend sehr gut ist.

Mit der AMG Line wird auch die Fahrwerks- und Federungsauslegung deutlich straffer, bleibt aber dennoch auch für die Langstrecke noch sehr angenehm und ist nicht zu hart.

Die A-Klasse ist in dieser Konfiguration auf jeden Fall ein sehr wendiges Auto, das auch enorm viel Fahrspaß bietet. Eigentlich hätten wir bei so viel Dynamik nicht mehr damit gerechnet, dass auch die Effizienz noch sensationell ist.

Doch auch hier leistet sich der A 250 e keine Schwächen. Eine 15,6 kWh große Batterie soll zwischen 60 und 68 Kilometer rein elektrische Reichweite nach WLTP-Norm ermöglichen.

Ein Wert, der bei sanfter Fahrweise und vorwiegendem Betrieb in der Stadt durchaus realisierbar ist. Wir hatten bei unserer Verbrauchsrunde natürlich auch Landstraßen und Autobahn dabei und sind auf eine immer noch sehr gute E-Reichweite von 54 Kilometern gekommen.

Im reinen E-Modus ist man bis zu 140 km/h schnell, im kombinierten Modus bis zu 235 km/h. Doch auch im Hybrid-Modus ist man noch sehr oft rein elektrisch unterwegs, wodurch der Verbrauch wirklich eine Sensation ist.

Sehr sparsam beim Verbrauch

Nach 100 Kilometern hatten wir einen Durchschnittsverbrauch von 3,3 Litern. Danach wollten wir sehen, wie es ohne Aufladen der Batterien mit dem Verbrauch weiter geht. Und auch hier hat uns die A-Klasse überrascht, denn nach Testende hatten wir ohne erneutes Aufladen der Batterien einen Durchschnittsverbrauch von 5,0 Litern, ohne auf Fahrspaß verzichten zu müssen.

Nicht ganz der hohen Preisklasse und dem aktuellen Sicherheitsstandard entsprechend ist die Aufpreispolitik bei den Assistenzsystemen. Es sind nur die allernotwendigsten Features Serie, für Totwinkel-Warner oder adaptiven Tempomat muss man nochmals extra zahlen.

Unser Test hat gezeigt, dass der A 250 e Fahrspaß und Effizienz genial verbindet. Er macht viel Spaß und ist dennoch sehr sparsam. Wenig Platz und eine serienmäßig nicht grandiose Sicherheitsausstattung sind die einzigen Mankos.

Das absolute Highlight ist aber sicher der Antrieb, der uns auf ganzer Länge überzeugt hat und die A-Klasse mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zu einer sehr interessanten Option in der Kompaktklasse macht.

Was uns gefällt:

Das Design, der Antrieb, die Straßenlage, der Fahrspaß, der Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

Der hohe Preis, die Basis-Sicherheitsausstattung, das Platzangebot

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 3
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 3-
Kofferraum: 4
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 3

Fact Box Mercedes A 250 e:

Mercedes A 250 e Plug-in-Hybrid
Testwagenpreis ohne Extras € 41.490,00
Testwagenpreis mit Extras € 54.800,00
davon Steuern € 9.133,33
Technische Daten
Zylinder 4
Hubraum in ccm 1.332
Leistung PS/KW 160/118
Max. Drehmoment Nm/bei U/min 250/1.620
Systemleistung PS/KW 218/160
Getriebe 8 Gang Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 6,6
Höchstgeschwindigkeit in km/h 235
Durchschnittsverbrauch in Liter 1,5
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 34
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 441,9
Breite in cm 179,6
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 145,2
Radstand in cm 272,9
Kofferraumvolumen in Liter 310 – 1.125
Tankinhalt in Liter 35
Leergewicht in kg 1.680
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 2.155
Max. Zuladung in kg 475