Mercedes A180 CDI BlueEfficiency - Testbericht

Die neue A-Klasse hat mit ihrem Vorgänger bis auf den Namen keine Gemeinsamkeiten mehr. In unserem Test klären wir, ob die neue A-Klasse dennoch ein richtiger Mercedes ist.

Mit der dritten Generation der A-Klasse hat Mercedes seine kompakte Baureihe völlig neu konzipiert. Statt hoher Sitzposition und einem Styling, welches vor allem bei der Zielgruppe 60+ gut angekommen ist, gibt sich die neue A-Klasse betont sportlich.

Auf den ersten Blick würde man die neue kompakte Baureihe von Mercedes nicht der Marke zuordnen, mit dem Konzeptwechsel hat der deutsche Premiumhersteller nämlich auch gleich seine Designline geändert. Die Designer haben bei der A-Klasse ganz auf die Sportlichkeit gesetzt, und schon im Stand wirkt der neue Mercedes sehr dynamisch.

Für unseren Test sind wir dennoch auf dem Boden geblieben und haben den Basis-Diesel mit 109 PS (80 kW) gewählt, der zum Listenpreis von 26.700 Euro zu haben ist. Mit an Bord sind dann schon ABS, ESP, 7 Airbags, der Collision Prevention Assist, der Attention Assist, eine Reifendruckverlust-Warnung, elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine manuelle Klimaanlage, ein Fahrlicht Assistent und noch vieles mehr.

Damit die sportlichen Akzente noch weiter verstärkt werden, hatte unser Testfahrzeug noch das Urban Paket an Bord, welches 17"-Leichtmetallfelgen, eine zweiflutige Abgasanlage mit ovalen Endrohrblenden in poliertem Edelstahl, das sportliche Kombiinstrument und die Ledernachbildung Artico Stoff beinhaltet.

Zusätzlich waren noch einige weitere Goodies wie zum Beispiel das Pre-Safe-System, Tempomat, das Radio Audio 20 CD mit CD-Wechsler, das Media Interface, das Becker Map Pilot Navigationssystem, Bi-Xenonscheinwerfer und eine Sitzheizung für die Vordersitze mit an Bord. Inklusive einiger weiterer Extras ist unser Testfahrzeug auf einen Endpreis von 35.723 Euro gekommen.

Beim Preis ist die neue A-Klasse somit eindeutig wieder als Mercedes zu erkennen, ebenso wenn man in den Innenraum blickt und die hochwertige Materialauswahl und -verarbeitung betrachtet. Das Innenraumdesign ist ganz auf Sportlichkeit getrimmt. Die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen, die runden Lüftungsdüsen im Alu-Design und die sportlichen Armaturen sind dabei wirklich absolute Highlights für das Auge.

Zudem sind die Sitze nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ausgesprochen bequem. Nicht ganz so, wie man es sich von einem Mercedes erwartet, ist die Bedienungsfreundlichkeit der Klimasteuerung, die weit unten positioniert und kaum intuitiv zu bedienen ist. Der Rest ist dann wieder so wie man es gewohnt ist, inklusive Multifunktionshebel, der Blinker, Lichthupe und Scheibenwischerfunktionen beinhaltet.

Durch die sportliche Optik leiden natürlich das Platzangebot und die Rundumsicht. Während sich Fahrer und Beifahrer noch über viel Platz freuen können, wird es für die Fondpassagiere vor allem, was die Kopffreiheit betrifft, recht eng. Auch das Kofferraumvolumen ist mit einem Fassungsvermögen von 341 Liter nicht gerade großzügig ausgefallen.

Durch die auf Schießschartengröße geschrumpften Fenster ist auch die Rundumsicht nicht die beste, beim Einparken hilft aber zum Glück die optionale automatische Einparkhilfe, bei welcher der Fahrer nur noch die Gänge sortieren muss, und der Rest vom Fahrzeug übernommen wird.

Überraschend agil präsentiert sich der 1,5 Liter-Dieselmotor, der die schwächste Motorisierung der A-Klasse darstellt. Die 109 PS (80 kW) fühlen sich in der Praxis nach wesentlich mehr an. Das maximale Drehmoment von 260 Nm steht zwischen 1.750 und 2.500 U/Min zur Verfügung. Gleich zum Start spürt man zwar ein ganz kleines Turboloch, doch schon kurz danach zieht der kernige Diesel sehr gut an und beschleunigt die rund 1,4 Tonnen schwere A-Klasse in 11,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h.

Gefühlsmäßig geht das aber viel flotter von statten, was vielleicht auch daran liegen mag, dass der Motor seine Arbeit sehr leise verrichtet. Selbst bei Autobahntempo hört man von dem Diesel kaum etwas, lediglich die Wind- und Abrollgeräusche könnten bei hohem Tempo niedriger sein.

Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der A180 CDI bei 190 km/h. Sehr gut harmoniert der Motor dabei auch mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe, welches sich butterweich schalten lässt und sehr gut abgestimmt ist. Das Getriebe ist ganz auf einen sparsamen Verbrauch ausgelegt, die A-Klasse bietet aber selbst aus hohen Gängen bei niedriger Geschwindigkeit noch genug Kraft für ein Überholmanöver.

So sportlich wie sich die A-Klasse optisch gibt, so sportlich sind auch Fahrwerk und Federung ausgelegt. Selbst ohne Sportfahrwerk ist die Abstimmung sehr knackig ausgefallen, was Kunden, die auf Sportlichkeit setzen, gut gefallen wird. In Kombination mit der sehr direkten und leichtgängigen Lenkung bietet schon die Basisversion der A-Klasse viel Fahrspaß.

Dabei bleibt der knapp 430 cm lange Mercedes auch noch sehr sparsam. Dank Start/Stopp-Automatik und weiteren BlueEfficiency-Maßnahmen kann man trotz sportlicher Fahrweise die A-Klasse sehr sparsam bewegen. Im Schnitt sind wir mit 5,6 Liter pro 100 Kilometer ausgekommen, die zwar von den vom Werk versprochenen 4,0 Liter etwas entfernt sind, jedoch für den gebotenen Fahrspaß voll in Ordnung gehen. Wer ganz auf eine effiziente Fahrweise setzt, wird sicher mit unter 5 Liter pro 100 Kilometer das Auslangen finden.

Mit der neuen A-Klasse hat Mercedes auf jeden Fall viel Mut bewiesen und ein Auto auf die Beine gestellt, welches man von Mercedes gar nicht erwartet hätte. Ob man damit die eingefleischten Mercedes-Fans überzeugen kann, bleibt abzuwarten, neue Kunden wird Mercedes mit der A-Klasse aber auf jeden Fall erreichen.

Die neue A-Klasse bietet bei Verarbeitung und Materialauswahl das typische Mercedes-Feeling, präsentiert sich aber so sportlich wie kaum ein anderes Fahrzeug der Premium-Kompaktklasse. Dabei sind alle Vor- und Nachteile vereint, die eine so sportliche Abstimmung bei Optik und Technik bringen. Für jene Mercedes-Fahrer, die mit dieser Sportlichkeit nicht viel Anfangen können, gibt es ja auch noch die B-Klasse, die mehr auf Komfort und Platzangebot getrimmt ist.

Was uns gefällt:

wie sportlich die A-Klasse geworden ist, das Design, der sparsame aber dennoch sehr agile Motor, die Sitze

Was uns nicht gefällt:

die Rundumsicht, das Platzangebot im Fond und im Kofferraum

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2-

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