Mercedes C 220 d 4Matic T-Modell im Test

Die neue Generation der Mercedes C-Klasse zeigt sich ganz im Stil der großen S-Klasse. Wir haben jetzt die praktische Kombi-Version mit Diesel und Allrad zum Test begrüßt.

Seit 2021 ist die neue Mercedes C-Klasse am Markt. Die Mittelklasse-Baureihe besticht mit einer Optik, die ganz an die große S-Klasse erinnert.

Die C-Klasse wirkt dabei noch dynamischer, kann aber auch mit jeder Menge Luxus-Features der S-Klasse ausgerüstet werden.

Mercedes möchte mit der neuen C-Klasse auf jeden Fall die Premium-Mittelklasse neu aufmischen. Für unseren Test haben wir das praktischere T-Modell gewählt und mit dem 200 PS starken Diesel und dem 4Matic-Allradantrieb kombiniert.

Dieser Mix ist perfekt für alle, die Effizienz, Fahrspaß und praktischen Nutzwert kombinieren möchten.

Wie bei Mercedes gewohnt, hat das ganze Paket natürlich seinen (hohen) Preis. Serienmäßig schon mit einer 9-Gang-Automatik ausgerüstet kommt das Basisfahrzeug auf 58.389,92 Euro.

Im Preis inkludiert sind aber zumindest schon LED-Scheinwerfer, das MBUX-Infotainmentsystem mit 11,9“-Touchscreen , eine Rückfahrkamera und eine 2-Zonen-Klimaautomatik.

Ausstattung lässt noch Wünsche offen

Unser Testfahrzeug hat unter anderem noch mit der AMG Line-Ausstattung , dem Premium Paket, einem Panoramaglasdach und einigen weiteren kleinen Goodies verwöhnt, die zu einem Gesamtpreis von 72.248,21 Euro geführt haben.

Doch selbst um diesen Preis ist noch viel Luft nach oben, und man muss noch immer ohne adaptiven Tempomat , Lenkradheizung oder Sitzklimatisierung leben. Das sind immerhin Features, die man oft schon in günstigeren Fahrzeugen dieser Klasse serienmäßig an Bord hat.

Deutlich positiver stimmt der Blick in den neu gestalteten Innenraum , der sich ebenfalls ganz im Stil der großen S-Klasse zeigt.

Ein richtiger Eyecatcher ist der im Hochformat positionierte 11,9“-Touchscreen , über den alle wichtigen Funktionen gesteuert werden können.

Man kann gut und gerne einige Stunden damit verbringen, vor dem Start das Auto so zu konfigurieren, wie man es gerne möchte . Der Fahrer kann unter anderem entscheiden, ob sich die Außenspiegel beim Verschließen des Fahrzeugs einklappen sollen oder auch eine Farbe für die Ambientebeleuchtung wählen.

Die Darstellung von Menüs, Karten und Bedienung kann hier auf ganzer Länge überzeugen. Weniger Freude hat da schon die Steuerung der Funktionen über die Lenkradtasten gemacht. So ist etwa die Lautstärke nur über einen kleinen „Slider“ einzustellen.

Hier ist das Feingefühl eines Gefäßchirurgen gefragt, um die gewünschte Lautstärke zu erwischen. Sonst hat man nur die Wahl zwischen nichts hören oder Disco-Feeling.

Sonst zeigt sich der Innenraum ohne Schwächen, lediglich eine 12-Volt-Steckdose haben wir noch vermisst.

Sehr angenehme Sitze

Verarbeitung und Materialanmutung sind der Preisklasse entsprechend sehr gut, die im AMG-Paket enthaltenen Sportsitze mit Velours/Lederpolsterung haben uns ebenfalls überzeugt.

Sie bieten nicht nur perfekten Seitenhalt, sondern sind auch sehr bequem und erfreuen mit einen großen Verstellbereich. Im Fond geht es aber auch bei der neuen C-Klasse recht eng zu .

Das Kofferraumvolumen zeigt sich im Vergleich zum Vorgänger dafür großzügiger und fast mit 490 bis 1.510 Litern Stauraum rund 30 Liter mehr als bisher. Immerhin ist das T-Modell der neuen C-Klasse aber auch um fast fünf Zentimeter auf eine Länge von 475,1 cm gewachsen.

Lobend zu erwähnen sind die praktischen Staufächer unterhalb des Kofferraumbodens und hinter den Radkästen.

Eine sehr gute Wahl trifft man auch mit dem 2,0 Liter-Diesel mit 200 PS (147 kW). Er ist zwischen dem Basis-Diesel mit 163 PS und dem Top-Diesel mit 265 PS positioniert.

Der Motor liefert zwischen 1.800 und 2.800 U/Min ein maximales Drehmoment von 440 Nm . Damit bietet er schon kurz nach dem Start viel Schubkraft und damit verbunden sehr sportliche Fahrleistungen.

Automatik überzeugt

Perfekt harmoniert der Motor mit der 9-Gang-Automatik , die mit sehr sanften und schnellen Schaltvorgängen überzeugen kann. Die Gänge könnte man auch via Schaltwippen hinter dem Lenkrad selbst sortieren, der Wunsch danach keimt aber kaum auf.

Vor allem, da die Automatik auf alle Gegebenheiten sehr gut reagiert und immer den geeigneten Gang wählt, egal ob beim Überholvorgang oder bei Bergabfahrten.

Die AMG Line-Ausstattung verleiht der C-Klasse auch einen eher sportlichen Touch und bietet ein strafferes Fahrwerk. Der Komfort kommt dennoch nicht zu kurz, Bodenunebenheiten werden noch gut weggefiltert.

Auch der Allradantrieb sorgt für zusätzliche Stabilität und eine perfekte Kraftverteilung in jeder Situation. Man hat nie das Gefühl, die C-Klasse aus der Ruhe zu bringen.

Ruft man die volle Leistung ab, sprintet man in 7,5 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h. Dabei werden auch Zwischensprints sehr flott bewältigt, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 km/h.

Der Motor selbst ist akustisch durchaus wahrnehmbar , die Geräuschdämmung ist nicht ganz so gut wie man es sich bei einem Auto der Premium-Klasse erwarten würde. Wir meckern hier aber natürlich auf hohem Niveau, richtig störend laut wird es zu keinem Zeitpunkt.

Sparsam beim Verbrauch

Ein Hit ist auf jeden Fall der Verbrauch des mit Mild-Hybrid-Technik ausgestatteten Dieselmotors. Laut Werk liegt der Verbrauch zwischen 5,1 und 5,8 Litern, was wir auch in der Praxis realisieren konnten.

Wir sind im Schnitt auf 5,7 Liter gekommen , wer es sanfter angeht, wird aber sicher auch Richtung der 5,1 Liter kommen können. Für einen 200 PS starken Mittelklasse-Kombi mit Allradantrieb und Automatik auf jeden Fall ein sensationeller Wert.

In Kombination mit dem 66 Liter-Tank kann man so weit über 1.000 Kilometer Reichweite realisieren, ein Wert von dem Elektroauto-Fahrer vermutlich auch in 10 Jahren noch träumen werden.

Kritik gibt es dafür bei der Sicherheitsausstattung. Wie wir eingangs schon festgestellt haben, ist das Fehlen eines adaptiven Tempomats bei diesem Preis nicht mehr ganz am Puls der Zeit . Vor allem für einen Hersteller, der beim Thema Sicherheit immer weit vorne war.

Trotzdem hat sich die Mercedes C-Klasse in unserem Test als sehr angenehmer Begleiter auf allen Wegen präsentiert. Man fühlt sich sehr wohl und genießt viel Komfort. Der sparsame aber dennoch spritzige Motor überzeugt ebenfalls.

Was uns gefällt:

Das Design, das Cockpit, der Fahrkomfort, der Allradantrieb, der Motor, die Straßenlage, der Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

Der Preis, dass kein adaptiver Tempomat an Bord ist, die Slider-Steuerung der Radiolautstärke

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 1-

Technische Daten Mercedes C-Klasse T-Modell:

Mercedes C 220 d 4Matic T-Modell
Testwagenpreis ohne Extras € 58.389,92
Testwagenpreis mit Extras € 72.248,21
davon Steuern € 13.701,27
Technische Daten
Zylinder 4
Hubraum in ccm 1.993
Leistung PS/KW 200/147
Max. Drehmoment Nm/bei U/min 440/1.800-2.800
Getriebe 9 Gang Automatik
Antriebsart Allradantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 7,5
Höchstgeschwindigkeit in km/h 237
Durchschnittsverbrauch in Liter 5,1 – 5,8
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 135 – 151
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 475,1
Breite in cm 182,0
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 145,5
Radstand in cm 286,5
Kofferraumvolumen in Liter 490 – 1.510
Tankinhalt in Liter 66
Leergewicht in kg 1.840
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 2.410
Max. Zuladung in kg 570