Testbericht: Mercedes C 350 e T-Modell

Auch Mercedes setzt immer mehr Modelle unter Strom. In unserem Test verraten wir, ob die neue C-Klasse mit Plug-in-Hybrid mehr Spar- oder Spaßmobil ist.

In den letzten Jahren hat auch Mercedes immer mehr auf eine Elektrifizierung seiner Flotte Wert gelegt und bietet schon für viele Baureihen Plug-in-Hybrid-Versionen an. Als neuestes Modell steht die C-Klasse mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zur Verfügung, für unseren Test haben wir dabei das praktische T-Modell gewählt. Der Listenpreis des Mercedes C 350 e T-Modell liegt bei 53.890 Euro und beinhaltet schon eine überraschend gute Serienausstattung. Unter anderem sind die Luftfederung Airmatic, eine via Internet vorsteuerbare Vorklimatisierung, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Fensterheber und eine 7-Gang-Automatik mit an Bord.

Viel Platz gibt es dennoch auch für zahlreiche Extras, unter anderem verwöhnte unser Testfahrzeug mit klimatisierten Ledersitzen, dem adaptiven Tempomat mit Stauassistent, dem aktiven Parkassistent, einem Panorama-Schiebedach, einem Head-up-Display, Comand Online, dem LED Intelligent Light System, einem Burmester Surround-Soundsystem, dem Avantgarde Interieur, dem Sitzkomfort-Paket, Keyless-GO und noch einigen Extras mehr, die den Gesamtpreis auf 76.720 Euro treiben.

Die Optionen kommen dabei recht günstig, da es für den Plug-in-Hybrid keine NoVA gibt und er somit preiswerter ist, als man es bei dieser Menge an Luxus erwartet hätte. Im Innenraum zeigt sich die C-Klasse nämlich nicht nur sehr hochwertig, sondern auch extrem luxuriös. Feinstes Leder in Kombination mit schönen Alu-Dekorelementen und Klavierlackoptik prägt den Innenraum. In der Mittelkonsole thront das große Infodisplay für Navi, Radio, Fahrzeugeinstellungen und Co., die Bedienung erfolgt über ein Dreh/Drück-Rad zwischen Fahrer und Beifahrersitz.

So findet man sich sehr schnell zurecht, und auch der an der Lenksäule positionierte Automatikwählhebel gefällt durch eine schnelle und intuitive Bedienung, bei der nicht mal die Hand vom Lenkrad genommen werden muss. Eher sportlich ambitioniert ist das Platzangebot in der C-Klasse ausgefallen. Fahrer und Beifahrer finden noch sehr viel Raum und erfreuen sich an wirklich wunderbaren Ledersitzen, die Dank der Klimatisierung sowohl im Sommer als auch im Winter perfekt temperiert sind.

Die Gäste im Fond haben es aber schon etwas enger, vor allem die Kniefreiheit ist in der C-Klasse nicht sehr üppig ausgefallen, und das große Panoramaglas-schiebedach schränkt auch etwas die Kopffreiheit ein. Dem Plug-in-Hybrid-Antrieb zum Opfer gefallen ist zudem ein kleiner Teil des Kofferraums, wo man statt 490 Liter mit 350 Liter das Auslangen finden muss. Durch Umklappen der Sitze kann das Volumen noch auf 1.370 Liter erweitert werden.

Einen perfekten Mix aus Sportlichkeit und Sparsamkeit verspricht Mercedes was den Antrieb anbelangt. Die Kombination aus 2,0 Liter-Benzinmotor mit 211 PS (155 kW) und 82 PS (60 kW) starkem Elektromotor ergibt eine Systemleistung von 279 PS (205 kW). Der Fahrer kann dabei sowohl aus verschiedenen Elektro- als auch Fahrmodi wählen, die das Fahrzeug je nach Einsatzgebiet ganz sportlich oder sehr sparsam machen.

Wer es ganz sparsam möchte, kann laut Werk bis zu 31 Kilometer rein elektrisch zurücklegen, wer die sportliche Seite seines Plug-in-Hybrid-Kombis ausnutzen möchte und beide Triebwerke kombiniert, sprintet in nur 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 246 km/h, bzw. bei 130 km/h im rein elektrischen Modus. Beeindruckend sind die Fahrleistungen dabei allemal, immerhin liefert der Kombi sein maximales Systemdrehmoment von 600 Nm zwischen 1.200 und 2.000 U/Min.

Damit hat man schon von unten heraus jederzeit viel Schubkraft, und der Wechsel von E-Modus zu Benzin-Modus erfolgt fast unbemerkt. Die Airmatic-Luftfederung bietet zudem ganz nach Wunsch des Fahrers viel Komfort oder viel Sportlichkeit. Wobei der C 350 e T-Modell auch im Komfort-Modus schon perfekt auf der Straße liegt, was vor allem dem niedrigen Schwerpunkt zu verdanken ist. Durch die sehr direkte Lenkung, den überaus guten Einschlag und die perfekt schaltende 7-Gang-Automatik wird der Fahrspaß nochmals deutlich gestärkt.

Das C 350 e T-Modell bietet somit auf jeden Fall viel Freude am Fahren, doch die Sparsamkeit bleibt etwas auf der Strecke. Von den versprochenen 31 Kilometern rein elektrischer Reichweite bleiben in der Praxis etwas über 20 Kilometer übrig. Für jene, die nur eine kurze Strecke zur Arbeit haben, sollte das zwar reichen, berühmt wird Mercedes mit dieser Reichweite im Vergleich zur Konkurrenz aber nicht. Sind die Batterien leer, kann man bis zu 22 Kilometer Reichweite wieder durch Bremsenergierückgewinnung und den Benzinmotor, der dann als Generator fungiert, zurück gewinnen oder die Batterien seines Mercedes an jeder beliebigen Steckdose wieder frisch aufladen.

Der Ladevorgang der 6,2 kWh großen Batterien sollte in rund 2 Stunden abgeschlossen sein, über eine Schnellladestation geht es etwas flotter. Den kombinierten Verbrauch von 2,1 Liter pro 100 Kilometer zu erreichen dürfte dabei wirklich nur gelingen, wenn man den Windschatten von LKWs nutzt und auf jeden Funken Fahrspaß verzichtet. Wir hatten nach 100 Kilometer einen Verbrauch von 5,5 Liter erzielt, was für ein Auto mit soviel Fahrspaß zwar in Ordnung ist, aber weit weg von Sparrekorden liegt. Verwendet man danach den Benzinmotor als Generator und bewegt den Mercedes im Hybrid-Modus, schnellt der Verbrauch schnell in die Region von rund 8 Liter hinauf.

Man kann also sagen, dass Mercedes bei der Konzeption des C 350 e mehr auf Sportlichkeit, als auf Sparsamkeit Wert gelegt hat. Der C 350 e T-Modell bereitet wirklich viel Fahrspaß, liegt perfekt auf der Straße und ist als Reiselimousine hervorragend geeignet, sofern man mit dem kleineren Kofferraum das Auslangen findet. Wer auf absolute Sparsamkeit setzt, wird aber nicht die größte Freude mit dem Plug-in-Hybrid haben. Für jene mit kurzen Wegen zur Arbeit, aber einer sportlichen Ader wird der C 350 e T-Modell allerdings ein idealer Begleiter sein.

Was uns gefällt:

Die luxuriöse Ausstattung, das Design, der Fahrspaß, die Straßenlage, die Beschleunigung

Was uns nicht gefällt:

Die geringe Reichweite im E-Modus, das Platzangebot, dass keine Getränkehalter in der Mittelkonsole vorhanden sind

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 4
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

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