Mercedes C180 im Test

Die neue C-Klasse zeigt sich optisch im Stil der großen S-Klasse. Ob die Mittelklasselimousine auch beim Komfort mithalten kann, verraten wir in unserem Test.

Mit der neuen C-Klasse hat Mercedes eine kleine Version der S-Klasse auf die Räder gestellt. Die Mittelklasselimousine soll dabei nicht nur optisch an den großen Mercedes erinnern, sondern auch technisch einiges aus der Luxusklasse bieten. Unter anderem gibt es sogar erstmals eine Luftfederung für die C-Klasse, und auch ein adaptiver Tempomat mit Stop&Go und Lenkfunktion ist verfügbar.

Für unseren Test haben wir den Basis-Benziner mit 156 PS gewählt, und wollen testen, was die Basisversion bei Komfort und Fahrspaß zu bieten hat. Der Listenpreis von 35.540 Euro ist für ein Premium-Mittelklassemodell dabei noch sehr verträglich und bietet schon eine gute Grundausstattung inkl. Multifunktions-Lederlenkrad, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, Audiosystem 20, einer Bluetooth Schnittstelle, Attention Assist, Collision Prevention Assist, sieben Airbags und vieles mehr.

Aber ein Mercedes wäre kein Mercedes, hätte man nicht die Chance, den Listenpreis mit Extras fast zu verdoppeln. Unser Testfahrzeug hatte dann noch so gut wie alles dabei, was das Fahren schöner, komfortabler und sicherer macht. Unter anderem waren Ledersitze, die A-Edition Plus, das Fahrerassistenz-Paket Plus, eine 7-Gang-Automatik, ein Head-up-Display, Comand Online, die Klimatisierungsautomatik "Thermotronic", ein Burmester Surround Soundsystem, das LED Intelligent Light System, das Agility Control Fahrwerk, die Avantgarde Linie, das Park-Paket und etliches mehr mit an Bord. Der Gesamtpreis liegt dann mit den ganzen Goodies bei 59.932 Euro und hat sich schon etwas von der Mittelklasse Richtung Oberklasse bewegt.

Dafür kann der C180 dann auch wirklich alles bieten, was das Autofahrerleben schöner macht. Schon auf den ersten Blick wirkt der Innenraum sehr elegant und sportlich zugleich. Auch beim Interieur-Design hat man sich an der S-Klasse orientiert, und alle Elemente wirken hochwertig und sind perfekt verarbeitet.

Nachdem der Schalthebel für die Automatik griffgünstig an die Lenksäule gewandert ist, bietet die Mittelkonsole auch viele Ablagen und die neue Steuerung für Navi, Radio und Co. Sehr schön ist auch das gut positionierte, 8,4" große Info- und Navidisplay geworden, welches zum Comand Online-System gehört. Die Darstellung der Navi-Karte ist dabei sehr modern und übersichtlich, zudem kann man sich über eine einfache und intuitive Bedienung freuen.

Im Vergleich zum Vorgänger bietet die neue C-Klasse auch mehr Platz, was vor allem dem auf 284 cm gewachsenen Radstand zu verdanken ist. Selbst im Fond geht es recht geräumig zu, wenngleich es andere Mittelklassefahrzeuge mit mehr Platz gibt. Auch das Kofferraumvolumen von 480 Liter ist im Schnitt der Klasse angesiedelt.

Etwas skeptisch waren wir vor dem Test-Start bezüglich der Motorisierung. Der 2,0 Liter 4-Zylinder-Benzinmotor mit seinen 156 PS (115 kW) lässt einen in Kombination mit einer 468 cm langen und rund 1,4 Tonnen schweren Limousine vorab nicht gerade in freudige Wallungen geraten. Doch die Skepsis ist schon nach wenigen Kilometern in Euphorie umgeschwenkt. Der Motor verrichtet seine Arbeit nämlich sehr spritzig. Das maximale Drehmoment von 250 Nm steht zwischen 1.200 und 4.000 U/Min bereit.

Dadurch kann man aus jedem Geschwindigkeitsbereich heraus noch mit viel Durchzugskraft beschleunigen. Die 7-Gang-Automatik hat dabei immer den passenden Gang parat und reagiert sehr schnell auf die Wünsche des Fahrers. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h vergehen nur 8,2 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h.

Ein sehr gutes Extra ist das Agility Control-Fahrwerk, bei dem man zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen kann. Im normalen Modus bietet die C-Klasse dabei viel Komfort und empfiehlt sich als idealer Begleiter für weite Strecken. Im Sport-Modus verwandelt sich die C-Klasse dann zur Sportlimousine, und die härtere Dämpfung lässt den C180 noch satter auf der Straße liegen. Die Lenkung fühlt sich zudem eine Spur direkter an, und man kann sich über jede Menge Fahrspaß freuen. Dabei kommt aber dennoch der Komfort nie zu kurz, selbst bei voller Beschleunigung oder Autobahntempo bleibt es im Innenraum extrem ruhig. Hier hebt sich die C-Klasse eindeutig von den Mitbewerbern ab und beweist, dass es sich wirklich um eine kleine Ausgabe der S-Klasse handelt.

Auch wenn der Motor spritziger ist als gedacht, bleibt er beim Verbrauch noch im Rahmen, wenngleich er die vom Werk versprochenen 5,0 Liter bei weitem überschreitet. Wir sind ohne großartig an den Verbrauch zu denken und mit viel Fahrspaß auf einen Verbrauch von 7,0 Liter gekommen. Wer seinen Gasfuß zügelt, wird aber sicher zwischen 6,0 und 6,5 Liter realisieren können.

Ein Highlight der neuen C-Klasse sind auch die vielen Assistenzsysteme, die das Fahren nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler machen. Besonders gut gelungen ist dabei die Distronic Plus, die nicht nur den gewünschten Abstand zum Vordermann einhält, sondern auch über eine Stop&Go- und Lenkfunktion im Stau verfügt. So folgt man bei Stau unauffällig dem Vordermann, ohne dass man etwas tun muss. Die LED-Scheinwerfer sorgen in der Nacht für eine perfekte Ausleuchtung der Straße, und die Rückfahrkamera hilft enorm, wenn man auf die automatische Einparkhilfe verzichtet und selbst einparken möchte. Die 360 Grad-Kamera ist dabei besonders hilfreich, wenn es sehr eng ist, da man mit ihrer Hilfe das Auto perfekt überblickt.

Mit der neuen C-Klasse ist Mercedes auf jeden Fall ein großer Wurf gelungen. Sie ist in jede Richtung besser geworden als der Vorgänger und definiert die Premium-Mittelklasse neu. Erstmals gibt es in dieser Klasse Technik- und Sicherheitsfeatures, die bislang nur der Luxusklasse vorbehalten waren, zudem bietet die C-Klasse viel Komfort und ist dennoch sehr sportlich. Positiv überrascht hat auch der 2,0 Liter 4-Zylinder-Benzinmotor, der eindrucksvoll beweist, dass es in dieser Klasse nicht immer ein Diesel sein muss.

Was uns gefällt:

das Design, der Komfort, die Geräuschdämmung, der Fahrspaß, die Sicherheitsfeatures, die Komfortfeatures

Was uns nicht gefällt:

die Rundumsicht könnte besser sein, die Kopffreiheit im Fond ebenfalls

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3
Ablagen: 1

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