Mercedes C180 BlueEfficiency T-Modell - Testbericht

Die C-Klasse von Mercedes hat gegen viele neue Modelle in ihrem Segment zu kämpfen. In unserem Test zeigt der Basis-Benziner was er kann.

Das Mittelklassemodell von Mercedes ist zwar schon in die Jahre gekommen, präsentiert sich aber optisch noch sehr frisch. Für das neue Modelljahr hat Mercedes auch der C-Klasse den neuen Multifunktionshebel spendiert, der jetzt auch griffgünstiger positioniert ist. Der ausgereifte Mercedes geht also noch sehr ansprechend in den letzten Teil seines Produktionszyklus und zeigt in unserem Test, was er kann.

Unser Testfahrzeug bestätigt auch sehr gut, dass es in dieser Klasse nicht immer ein Diesel sein muss. Der C180 BlueEfficiency ist der günstigste Benziner der C-Klasse und schlägt sich mit 36.730 Euro zu Buche. Serienmäßig sind neben ABS, ESP und 7 Airbags auch schon elektrische Fensterheber, die Klimaanlage "Thermatic", eine Durchlademöglichkeit, Lederlenkrad- und Schalthebel, elektrisch verstellbare Spiegel, das Radio Audio 20 CD, ein Multifunktionslenkrad und noch einiges mehr mit dabei.

Natürlich hält auch schon die Basisversion einige Möglichkeiten zur Individualisierung bereit, unser Testfahrzeug verfügte unter anderem noch über die sportliche Avantgarde-Ausstattung, den Spurhalteassistenten, PreSafe, die 7G-Tronic Automatik, das Agility Control-Fahrwerk, eine beheizte Scheibenwaschanlage, das Easy-Pack Fixkit, das Automatik-Paket, 17"-Leichtmetallfelgen, Fußmatten aus Velours und den Becker Map Pilot. Inklusive einiger weiterer kleiner Optionen liegt der Testwagenpreis dann bei 49.037 Euro.

So ausgestattet präsentiert sich der geräumige Kombi dann nicht nur sehr hochwertig, sondern auch sehr sportlich. Im Innenraum begegnet einem ein Mix aus Softtouch-Materialien, Alu-Optik und sehr angenehmen Stoffen, das Ganze in perfekter Verarbeitung.

Sehr gut ist auch die Übersichtlichkeit, die klar gezeichneten Armaturen gefallen dabei ebenso wie die einfache Bedienung aller Funktionen. Hier zeigt sich, dass die C-Klasse auch noch nach Jahren überzeugen kann. Das Platzangebot ist vor allem für die Passagiere der ersten Reihe vorzüglich; im Fondbereich ist die C-Klasse dann schon etwas enger geschnitten, und auch die Ablageflächen könnten großzügiger sein.

Für einen Kombi ist dann natürlich das Ladevolumen immer ein wichtiges Kriterium, und hier kann die C-Klasse wieder voll überzeugen. Mit einer Kapazität von 485 Liter ist der Kofferraum schon recht geräumig, durch Umklappen der Rückbank entstehen sogar 1.500 Liter Laderaum.

Sehr praktisch ist auch das Easy-Pack Fixkit, welches eine perfekte Organisation des Laderaums und eine sichere Unterbringung des Ladeguts ermöglicht. Braucht man diese Dinge nicht, kann man alle Elemente gut sortiert unter einer Klappe im Kofferraum verstauen.

Bleibt jetzt noch die Frage zu klären, ob der schwächste Benziner gut genug mit den mindestens 1,5 Tonnen Fahrzeuggewicht zurechtkommt. Der 1,6 Liter Benzinmotor verfügt über eine Leistung von 156 PS (115 kW) und erreicht sein maximales Drehmoment von 250 Nm zwischen 1.250 und 4.000 U/Min. So hat man praktisch vom Start weg schon genug Kraft zur Verfügung und das Gefühl, mit einem wesentlich stärkeren Fahrzeug unterwegs zu sein. Bei der Durchzugskraft kann der Benziner locker mit jedem Diesel dieser Leistungsstufe mithalten. In nur 8,7 Sekunden sprintet der praktische Kombi aus dem Stand auf Tempo 100 km/h, und man ist bis zu 218 km/h schnell unterwegs.

Wer die Leistung abruft, wird dann aber auch beim Verbrauch in höhere Regionen kommen. Die vom Werk angegebenen 6,4 Liter pro 100 Kilometer sind kaum zu erreichen, in unserem Test hat sich die C-Klasse rund 8,2 Liter genehmigt. Bei gezügeltem Gasfuß lassen sich aber Werte unter 8 Liter realisieren.

Seine Arbeit verrichtet der Motor sehr leise, lediglich, wenn man die volle Leistung abruft, dringt ein kerniger Motorsound in den Innenraum, der aber durchaus zur sportlichen Auslegung des Kombis passt und nicht stört. Denn selbst bei Autobahntempo ist dann wieder absolute Ruhe eingekehrt, und es lassen sich bequem auch größere Etappen zurück legen.

Mercedes hat dabei auch eine perfekte Kombination aus Sportlichkeit und Fahrkomfort gefunden. Der C180 liegt satt auf der Straße, ist aber nicht zu straff ausgelegt, was die Federung betrifft. Auch in Kurven liegt der schnittige Mercedes sehr gut, solange es trocken ist. Bei Nässe oder Schneefahrbahn ist er allerdings durch seinen Heckantrieb mit Vorsicht zu genießen.

Während unseres Tests ist der Mercedes mit den Schneemassen nicht gerade gut zurecht gekommen. Einmal in Fahrt geht es zwar gut voran, doch bleibt man auch nur auf einer recht flachen, schneebedeckten Garagenausfahrt stehen, kommt man nur mit größter Mühe wieder weiter. Wer öfters in winterlichen Gegenden unterwegs ist, sollte daher auf jeden Fall auf die Versionen mit 4Matic Allradantrieb setzen.

Keinen Grund zur Klage gibt es bei der neuen 7G-Tronic Automatik, welche die Gänge sanft und blitzschnell wechselt. Ebenfalls sehr gut ausgefallen ist die Lenkung, die sehr leichtgängig und direkt ist. Die C-Klasse verfügt auch über einen sehr guten Einschlag, wodurch das Rangieren mit dem Kombi auch in engen Garagen sehr leicht fällt.

Auch wenn die C-Klasse von Mercedes schon etwas in die Jahre gekommen ist, präsentiert sie sich noch sehr frisch und kann durchaus mit den neuesten Modellen ihrer Klasse mithalten. Der hohe Reifegrad, eine perfekte Verarbeitung und ein Motor, der viel Spaß bei noch akzeptablem Verbrauch bietet, machen das C180 T-Modell zu einem guten Kauf.

Was uns gefällt:

wie frisch sich die C-Klasse noch präsentiert, die Verarbeitung, die sportliche Ausstattung, der Kofferraum, die sportlichen Fahrleistungen des kleinsten Benzinmotors

Was uns nicht gefällt:

die kleinen Ablagen, der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 2
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 1-

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