Mercedes C250 CGI Blue Efficiency - Testbericht

Mit dem C250 CGI hat Mercedes einen neuen Benzinmotor mit Direkteinspritzung im Programm. In unserem Test zeigt er, dass es nicht immer Diesel sein muss.

In der Mittelklasse haben es Autos mit Benzinmotoren in Österreich recht schwer, da ist auch die C-Klasse keine Ausnahme, die vor allem mit den CDI-Dieselmotoren ausgeliefert wird. Die neuen CGI-Motoren sind dabei am aktuellsten Stand der Technik und folgen dem neuen Trend des Downsizings. Für unseren Test haben wir uns für den C250 CGI Blue Efficiency entschieden, die stärkste Variante des neuen 4-Zylinder Motors mit 1,8 Liter Hubraum.

Ja, Sie haben richtig gelesen, der C250 CGI hat nur 1,8 Liter Hubraum. Vorbei sind die Zeiten, wo man bei Mercedes anhand der Typenbezeichnung den Hubraum erkannt hat. Im C250 CGI befindet sich von der Basis her der gleiche Motor wie im C180 CGI, nur hat er im C250 CGI eine Leistung von 204 PS (150 kW) und ein maximales Drehmoment von 300 Nm, welches zwischen 2.500 und 5000 U/Min bereit steht. Das ergibt jetzt einmal den ersten Aha-Moment und sollte auch Skeptiker der kleinen Hubräume zum Weiterleisen animieren.

Bevor wir die neue C-Klasse selbst erfahren, werfen wir noch einen Blick auf die weiteren Eckdaten unseres Testautos. Zwar wurde der Motor vom Hubraum her geschrumpft, der Preis jedoch leider nicht. Wer sich für den C250 CGI Blue Efficiency entscheidet, sollte über mindestens 41.540 Euro verfügen. Dafür gibt es dann aber neben 7 Airbags, ESP und ABS auch schon Vordersitze mit elektr. Höhen- und Lehnenverstellung, einen Tempomat mit Speedtronic, vier elektrische Fensterheber, "Agility Control" Fahrwerk und Lenkung und die "Adaptive Break" mit Berganfahrhilfe.

Bei der Sonderausstattung hat man unserer C-Klasse unter anderem noch das A-Edition Paket, die Parameterlenkung, Regensensor, das Comand APS-Navigationssystem, das Intelligent Light System und die Design- und Ausstattungslinie "Avantgarde" gegönnt. Der Gesamtpreis summiert sich dann auf 51.793 Euro, womit aber auch fast keine Wünsche mehr offen bleiben.

Die Erwartungen sind bei diesem Preis entsprechend hoch geschraubt. Sehr gut passt der C-Klasse dabei das Avantgarde Paket, mit viel Alu-Optik im Innenraum und den Chrom-Zierelementen außen. Einen nicht ganz so hochwertigen Eindruck macht das Plastik der Mittelkonsole, womit wir aber auch schon beim einzigen Makel in puncto Materialanmutung und Verarbeitung sind.

Auch die Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf. Der Multifunktionshebel, der seit gefühlten 100 Jahren fast unverändert jeden Mercedes ziert, teilt zwar nach wie vor Fans und Kritiker in zwei Lager, ist aber trotzdem intuitiv und nach einer kurzen Umgewöhnungsphase einwandfrei zu bedienen. Ebenso einfach kann das Navigationssystem mittels kleinem Drehknauf, der vor der Mittelarmlehne platziert ist, bedient werden. Beim Start des Autos schwenkt das Navi automatisch aus der Mitte der Mittelkonsole hervor und zeigt neben dem richtigen Weg auch noch die Radiosender und die Klimaanlageneinstellung an.

Die Platzverhältnisse sind in der ersten Reihe sehr gut, sowohl Sitze als auch Lenkrad haben einen sehr großen Verstellbereich, so dass Fahrer und Beifahrer (fast) jeder Körpergröße bequem Platz finden. In der zweiten Reihe der 458 cm großen Limousine geht es jedoch eine Spur enger zu, vor allem für groß gewachsene Passagiere kann es eng werden. Das Kofferraumvolumen ist mit 475 Liter recht passabel. Der Wohlfühlfaktor ist aber auf jeden Fall sehr groß. Die C-Klasse vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit.

Zu den Gründen dafür zählen sicher auch die gute Geräuschdämmung und der souveräne Motorlauf. Auch wenn der C250 CGI nur einen 4-Zylinder-Motor unter der schnittigen Haube hat, so ist dieser vibrationsärmer als so mancher 6-Zylinder-Motor, von den Diesel-Triebwerken ganz zu schweigen. Die Leistungsentfaltung ist dabei auch sehr gut, schon vom Drehzahlkeller steht genug Leistung zur Verfügung. Immerhin schafft der C250 CGI den Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Geschalten wird serienmäßig über eine 5-Gang-Automatik, was etwas verwundert. Der neue Motor hat als einziges Modell der C-Klasse diese in die Jahre gekommene Automatik, alle anderen haben schon die moderne 7G-Tronic, die sicher auch wesentlich besser zum C250 CGI passen würde. Die etwas großen und merkbaren Schaltsprünge passen einfach nicht zu dem sonst so harmonischen Zusammenspiel aller anderen Fahrzeugkomponenten. Bei der Federung und dem Fahrwerk kann man nichts aussetzen, es ist auf der einen Seite sehr komfortabel und bietet andererseits viel Raum für Fahrspaß und flotte Kurven. Zudem ist die C-Klasse mit einer nahezu perfekten Lenkung kombiniert, die sich jeder Fahrsituation anpassen kann. Auf der Autobahn ist sie schön direkt, man kann aber auch spielend leicht in engen Parklücken rangieren.

Mit dem C250 CGI Blue Efficiency ist die C-Klasse aber vor allem eine ideale Reiselimousine, die sich auf der Autobahn richtig wohl fühlt und einen auch lange Etappen stressfrei bewältigen lässt. Allerdings sollte man beim Verbrauch schon den einen oder anderen Liter mehr einkalkulieren. Der vom Werk angegebene Durchschnittsverbrauch von 7,9 Liter auf 100 Kilometer ist kaum realisierbar. Im Test inkl. hohem Landstraßenanteil hat sich die C-Klasse im Schnitt 9,2 Liter vom teuren Saft gegönnt. Hier ist der Diesel eindeutig im Vorteil.

Ein weiterer Vorteil des 250 CDI mit gleicher Leistung ist die Möglichkeit, diesen mit der 4Matic zu kombinieren, was beim Benziner leider nicht möglich ist. Gerade im Winter kommt man mit der C-Klasse recht schnell an die Grenzen, schon bei geringen Mengen Schnee tut sich der Hecktriebler, trotz ASR und Co. recht schwer, die Parklücke wieder ohne fremde Hilfe zu verlassen.

Die C-Klasse ist in der Summe ihrer Eigenschaften ein souveränes Auto, in dem man sich schnell wohl fühlt. Der C250 CGI Blue Efficiency überzeugt dabei mit viel Fahrspaß und einer absoluten Laufruhe, die man mit einem etwas höheren Verbrauch erkaufen muss.

Was uns gefällt:
Die Laufruhe und Leistung des 250 CGI, das Gefühl der Geborgenheit, die Lenkung

Was uns nicht gefällt:
Der Verbrauch, der Preis, die nach wie vor eingeschränkte Wintertauglichkeit.

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1

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