Testbericht: Mercedes CLA 180d

Der neue Mercedes CLA zeigt sich noch dynamischer als sein Vorgänger. Im folgenden Testbericht verraten wir, ob der Basis-Dieselmotor eine gute Wahl für das schnittige Coupé mit vier Türen ist.

Die neue Generation des Mercedes CLA zeigt sich ganz im Stil des größeren CLS, optisch sind beide Autos nur noch schwer zu unterscheiden. Im Vergleich zur A-Klasse Limousine, die auf gleicher Basis wie der CLA aufbaut, kann der CLA mit einem noch eleganteren Design aufwarten. Er ist auch um gut 15 Zentimeter länger, was vor allem dem Kofferraumvolumen zugute kommt.

Für unseren Test haben wir den CLA mit dem Basis-Dieselmotor kombiniert und mit einigen Goodies ausgestattet. Im Listenpreis von 43.500 Euro ist eine gute Basisausstattung inkludiert, die unter anderem die wichtigsten Assistenzsysteme, ein Audiosystem, eine Klimaanlage und noch einiges mehr umfasst. So richtig wohnlich wird der Mercedes CLA aber erst mit vielen Extras, die den Listenpreis schnell nach oben treiben. Allen voran die sportliche AMG Line-Ausstattung, die dem CLA einen noch dynamischeren Look verleiht und mit 3.970 Euro exkl. Steuern zu Buche schlägt.

Des Weiteren hatten wir noch die Vorrüstung für das Konnektivitäts-Paket, das Premium-Paket, die 360-Grad-Park-Kamera, das Smartphone Integrationspaket, den Totwinkel-Assistent, ein Panorama-Schiebedach und das 7-Gang-DCT-Getriebe an Bord. Der Listenpreis summiert sich damit auf 50.558 Euro, lässt aber noch immer viel Luft nach oben. Dennoch haben wir uns auf Anhieb auch mit dieser Konfiguration schon sehr wohl gefühlt.

Im Innenraum präsentiert sich der Mercedes CLA ganz im Stil der A-Klasse. Das Widescreen-Cockpit mit den großen Displays und dem neuen MBUX-Infotainmentsystem bringt einen sehr modernen Touch ins Fahrzeug. Für einen sportlichen Look sorgen die feinen Alcantara/Ledersportsitze, die perfekten Halt bieten und sehr bequem sind. Zudem gibt es auch Alcantara an den Türverkleidungen, und auch die turbinenartig gestalteten Lüftungsdüsen verleihen dem Fahrzeug einen sportlichen Look. Bei Nachtfahrten sorgt die Ambientebeleuchtung für einen sehr coolen Look des Innenraums, die Farben kann der Fahrer dabei selbst wählen.

Ein Mix aus Klavierlack und Alu-Dekor rundet den sportlichen Auftritt weiter ab. Auch die Materialanmutung und Verarbeitung zeigt sich der Preisklasse entsprechend hochwertig. Überzeugen kann der Mercedes CLA auch bei der Bedienung, man kann das MBUX-Infotainmentsystem via Touchscreen, Touchpad zwischen den Vordersitzen oder Sprachsteuerung steuern. Die Darstellung von Navi und Menüs ist ebenfalls gut gelungen, die Karten wirken sehr modern, und die Zielführung lässt auch keine Wünsche übrig. Für verspielte Naturen ist auch der digitale Tacho bestens geeignet, der Fahrer kann für diesen nämlich viele Darstellungsmöglichkeiten wählen. Statt dem Drehzahlmesser kann man so zum Beispiel auch die G-Kräfte anzeigen lassen.

Beim Platzangebot zeigen sich die Tücken der sportlichen Karosseriegestaltung. Während Fahrer und Beifahrer noch viel Platz haben, wird es im Fond in jede Richtung eng, vor allem wenn man das Schiebedach wählt, welches wieder einige Millimeter Kopffreiheit kostet. Sehr großzügig bemessen ist dafür der Kofferraum, der mit einem Fassungsvermögen von 460 Litern aufwarten kann. Damit übertrumpft der CLA die A-Klasse Limousine um 40 Liter.

Zugegebenermaßen vorab sehr skeptisch waren wir was die Motorisierung unseres CLA-Testfahrzeugs betrifft. Ob ein 1,5 Liter-4-Zylinder-Dieselmotor mit 116 PS (85 kW) Leistung wirklich bei den Fahrleistungen hält, was die Optik verspricht? Gleich nach dem Start waren wir von der guten Geräuschdämmung überrascht, vom Diesel ist so gut wie nichts im Innenraum zu hören. Lediglich bei voller Beschleunigung macht sich der Motor akustisch bemerkbar. In Kombination mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe lässt sich der CLA aber definitiv in jeder Situation sehr harmonisch fahren. Die Gänge werden rasch und sanft gewechselt, zudem ist immer der richtige Gang blitzschnell parat.

Vor allem in der Stadt hat man so ein sehr spritziges Fahrgefühl, da auch das maximale Drehmoment von 260 Nm schon bei 1.750 U/Min bereit steht und damit viel Schubkraft von unten heraus geliefert wird. Aber auch außerhalb der Stadt hat sich der CLA 180 d überraschend wacker geschlagen. Man kann auf Landstraßen und Autobahnen sehr gut auch mit stärkeren Fahrzeugen mithalten, wenn man beherzt genug das Gaspedal durchdrückt.

Wer die volle Leistung abruft, sprintet in 10,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 205 km/h schnell unterwegs. An seine Grenzen stößt der schwächste Diesel jedoch, wenn es darum geht noch flott auf Steigungen zu beschleunigen oder noch rasch ein etwas langsameres Fahrzeug zu überholen. Überholvorgänge sollte man also eher langfristig planen, da dem Diesel hier doch schnell die Puste ausgeht.

In der Summe ist der Basis-Diesel aber für alle eine gute Wahl, die vor allem entspannt ans Ziel kommen wollen und für die in erster Linie Effizienz und nicht Sportlichkeit wichtig ist. Diese Klientel wird dann aber auch eine eher komfortable Abstimmung schätzen, was in Kombination mit der AMG Line nicht unbedingt der Fall ist. Uns hat die straffe Abstimmung und die damit verbundene gute Straßenlage begeistert, für Komfort-Liebhaber ist der CLA mit AMG Line aber sicher etwas zu straff gefedert.

Wir haben uns bei unserem Test auch von der sportlichen Aufmachung und Abstimmung ein wenig bei der Fahrweise inspirieren lassen, wodurch wir wohl öfters das Gaspedal weiter durchgetreten haben, als es für einen effizienten Verbrauch von Vorteil ist. So sind wir von den vom Werk angegebenen 4,0 Litern pro 100 Kilometer Verbrauch etwas weit entfernt gewesen. Wir  haben im Schnitt 5,7 Liter verbraucht. Das ist zwar noch immer kein schlechter Wert, Sparmeister ist der CLA damit aber auch nicht. Wer im Eco-Modus bedächtig unterwegs ist, wird aber sicher in die Region um die 5 Liter vordringen können.

Wie schon die A-Klasse Limousine zeigt auch der CLA in Basisausstattung noch nicht sein ganzes Können, wenn es um die Sicherheit geht. Ein adaptiver Tempomat sollte in dieser Preisklasse auf jeden Fall an Bord sein. Gegen Aufpreis ist dieser natürlich erhältlich. Eine gute Wahl trifft man auch mit der 360-Grad-Kamera, welche die recht schlechte Rundumsicht entschärft.

Fazit: Der Mercedes CLA war auf jeden Fall ein sehr angenehmer Begleiter. Wer der Optik entsprechende Fahrleistungen möchte, sollte aber zu einem stärkeren Modell greifen. Der Diesel ist für Sparmeister, die auf eine markante Optik stehen, dennoch eine gute Wahl.

Was uns gefällt:

Das Design, das Cockpit, das sportliche Ambiente, das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Was uns nicht gefällt:

Das Platzangebot im Fond, dass kein adaptiver Tempomat Serie ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 3