Mercedes CLA 250 Shooting Brake - Testbericht

In unserem Test zeigt der CLA Shooting Brake, wie sich die Mischung aus viertürigem Coupé und Kombi im Alltag bewährt.

Mercedes hat jetzt die Idee des viertürigen Coupés mit sportlichem Kombi-Heck auch in die Kompaktklasse transferiert und bietet seit Frühjahr 2015 den CLA auch als Shooting Brake an. Das sportliche Kombi-Heck steht dem CLA Shooting Brake dabei besonders gut und verhilft ihm im Vergleich zum CLA zu einer wesentlich harmonischeren Linienführung. Sein bulliger Auftritt lässt den CLA Shooting Brake dabei eine Klasse höher wirken, als er es eigentlich ist.

Leider wirkt er auch preislich eine Klasse höher und startet in der von uns getesteten Version mit 211 PS starkem Benzinmotor und Allradantrieb bei 47.890 Euro. Im Preis enthalten ist eine gute Grundausstattung inklusive Automatik, Tempomat, Multifunktionslenkrad, Radio Audio 20 USB, Attention Assist, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und vielem mehr.

Noch länger als die Liste der Serienausstattung wird die Liste der Optionen in unserem Testauto, welches unter anderem noch eine Rückfahrkamera, Comand Online, das Intelligent Light System, ein Harman Kardon Logic7 Surround-Soundsystem, adaptiven Tempomat, Spurhalteassistent, die Easy Pack-Heckklappe mit automatischer Öffnung, Sitzheizung, ein Panorama-Glasdach, einen aktiven Parkassistenten und das schon 5.705 Euro teure "Orange-Art"-Paket sowie noch einige weitere Kleinigkeiten an Bord hatte. Der Gesamtpreis liegt mit allen Extras bei 69.003 Euro und kann es damit schon mit so mancher Oberklasse-Limousine aufnehmen.

Unser Testfahrzeug hat sich mit diesen Extras dann auch überaus sportlich und luxuriös präsentiert. Das Orange Art-Paket bleibt aber Geschmacksache, denn der CLA Shooting Brake wirkt damit mehr am GTI-Treffen gut aufgehoben, als vor einem Nobelrestaurant. Aber Mercedes möchte mit diesem Fahrzeug auch jüngere Menschen ansprechen, wobei in dieser Zielgruppe wohl der Preis eine größere Verbreitung verhindern könnte.

Auch im Innenraum präsentiert sich der CLA Shooting Brake sehr sportlich. Der Mix aus orangen Zierelementen und Dekoreinlagen im Alu-Look verleiht dem Innenraum einen sehr eigenständigen Look. Nicht ganz am gewohnten Niveau von Mercedes hat sich die Verarbeitung gezeigt, bei Bodenunebenheiten hat es im Armaturenträger oft ordentlich geknarzt.

Keinen Grund zur Klage gibt es hingegen bei der Funktionalität. Man findet sich sehr rasch zurecht, und alle Hebel und Schalter sind so positioniert, dass man sie schnell findet. Besonders genial ist dabei die Anordnung des Automatikwählhebels hinter dem Lenkrad, so kann man die Fahrstufe wählen, ohne die Hand vom Lenkrad nehmen zu müssen und ist somit wesentlich schneller als bei herkömmlichen Wahlhebeln in der Mittelkonsole.

Beim Platzangebot zeigt sich der CLA Shooting Brake wieder von seiner sportlichen Seite. Fahrer und Beifahrer finden zwar viel Platz, im Fond wird es aber sehr eng für ein Auto mit 463 cm Länge. Der Laderaum geht mit 495 bis 1.354 Liter aber in Ordnung, praktisch ist dabei die Easy-Pack-Heckklappe, die sich elektrisch öffnen und schließen lässt.

Von seiner sportlichen Seite zeigt sich der CLA Shooting Brake auch, wenn man ihn mit dem 2,0 Liter-Benzinmotor mit einer Leistung von 211 PS (155 kW) kombiniert. Der Motor liefert sein maximales Drehmoment von 350 Nm zwischen 1.200 und 4.000 U/Min, womit man gleich nach dem Start die Leistung gut spürt. Schon im "Efficiency"-Modus ist man überaus sportlich unterwegs und würde glauben, dass es im Sport-Modus kaum noch besser geht. Erst wenn man via Knopfdruck in der Mittelkonsole den Sport-Modus wählt, merkt man, dass der sportliche Kombi noch ungeahnte Leistungsreserven mobilisieren kann.

Die Leistung wird dann noch direkter geliefert, und man sprintet in 6,6 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 km/h. Wer den Fuß dann weiterhin Richtung Bodenblech gedrückt hält, wird bis zu 240 km/h schnell. Das 7G-DCT-Automatikgetriebe überzeugt dabei mit sehr schnellen und auch überaus sanften Schaltvorgängen. Wer möchte, kann via Schaltwippen am Lenkrad die Gänge auch selbst sortieren, was einem aber wohl kaum besser gelingen wird als der wunderbar abgestimmten Automatik.

Sehr sportlich zeigt sich der CLA Shooting Brake auch bei der Fahrdynamik. Der 4Matic Allradantrieb leitet die Kraft perfekt auf alle Räder, so dass man auch bei voller Beschleunigung die Kraft perfekt auf die Straße bringt. Zudem klebt der Sport-Kombi förmlich auf der Straße und lässt sich auch bei hoher Kurvengeschwindigkeit nicht aus der Ruhe bringen. Trotz einer Länge von 463 cm bleibt er sehr wendig, und man hat stets das Gefühl, dass man mit einem wesentlich kompakteren Fahrzeug unterwegs ist.

Beim Einparken wird die sportliche Linienführung mit den kleinen Fenstern allerdings zum Bumerang und verhindert eine gute Rundumsicht. Dafür gibt es aber zum Glück eine Rückfahrkamera, mit der man millimetergenau einparken kann.

Wer sich von einer so sportlichen Seite wie der CLA Shooting Brake 250 4Matic zeigt, der ist freilich auch etwas durstiger. Wir haben im Schnitt 9,2 Liter pro 100 Kilometer benötigt, womit der Verbrauch doch weit vom angegebenen Werksverbrauch von 6,6 Liter entfernt ist. Hinzu kommt ein relativ kleiner Tank mit nur 56 Liter, so dass der Tankwart gute Chancen hat, ein guter Freund zu werden, da man ihn relativ oft sehen wird.

Der CLA Shooting Brake ist auf jeden Fall ein ideales Auto für Individualisten, die sich gerne von der breiten Masse abheben und über das nötige Kleingeld verfügen. Er ist überaus sportlich zu bewegen und gefällt mit seiner guten Leistung und der hervorragenden Straßenlage. Durch den Allradantrieb ist er auch im Winter ein treuer Begleiter in den Skiurlaub, der mit einem ordentlichen Kofferraum aufwarten kann.

Was uns gefällt:

der Fahrspaß, das Design, die luxuriöse Ausstattung, die Leistung

Was uns nicht gefällt:

der Verbrauch, das Platzangebot im Fond, der Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 2-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

Kommentare