Mercedes GLC 220 d Coupé - Testbericht

Die Mischung aus SUV und Coupé ist jetzt auch beim Mercedes GLC möglich, wir haben das Allroundtalent zum Test geladen.

Mit der Mischung aus SUV und Coupé bieten immer mehr Hersteller eine Verknüpfung aus sportlichem Design und SUV-Eigenschaften an. Bei Mercedes gibt es mittlerweile auch die zweite Version eines SUV-Coupés. Nach dem GLE Coupé ist seit Herbst 2016 auch das GLC Coupé erhältlich. Im Vergleich zum GLC wirkt das GLC Coupé noch dynamischer, was im Vergleich auch auf das GLE Coupé zutrifft. Die Proportionen sind beim kleineren SUV-Coupé nämlich deutlich attraktiver, das Heck wirkt viel graziler und nicht so plump wie beim GLE Coupé.

Für unseren Test haben wir das Basismodell der sportlichen SUV-Reihe gewählt, den GLC 220 d 4Matic Coupé, der mit 170 PS Effizienz und Fahrspaß gleichermaßen verbinden soll. Der Basispreis liegt bei 53.900 Euro und unterstreicht den Premium-Anspruch des Fahrzeugs. Dabei ist die Ausstattung schon überraschend komplett, zumindest wenn man sie mit früheren Mercedes-Modellen vergleicht.

Immerhin sind schon ein Kollisionswarnsystem, eine Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber, Tempomat, Allradantrieb, 9-Gang-Automatik, die Keyless-Go Start-Funktion, die elektrisch öffnende Heckklappe und ein Audiosystem mit an Bord. Als Option hatten wir noch die Metallic-Lackierung, den Totwinkel-Assistent, den Aktiven Park-Assistent, das Ablagepaket, den Garmin Map Pilot, LED-Scheinwerfer, den Fernlicht-Assistent, die Klimatisierungsautomatik "Thermatronic", das Burmester Surround Soundsystem, dunkel getöntes Glas, Sitzheizung, eine beheizte Scheibenwaschanlage, die Ambientebeleuchtung, das AMG Line Interieur und Exterieur, das Spiegel-Paket und das Sitzkomfort-Paket. Der Gesamtpreis liegt damit bei 68.722 Euro und bietet eine durchaus komfortable Ausstattung mit sportlichen Akzenten.

Besonders gut passt dem SUV-Coupé nämlich der AMG-Look, der die Sportlichkeit des Fahrzeugs zusätzlich betont. Im Innenraum erkennt man die Verwandtschaft zur C-Klasse sehr deutlich. Man findet sich dabei schnell zurecht, und auch das Infotainmentsystem mit Garmin Map Pilot lässt sich einfach bedienen. Die Navi-Anzeige ist zwar nicht die größte, das System arbeitet aber sehr zuverlässig und ist auch mit einer Verkehrsinfo verbunden. Nicht ganz optimal ist die Audio-Steuerung gelungen, bei der eindeutig definierte Tasten für den Sendersuchlauf oder die Liedauswahl am Lenkrad fehlen. Dies ist nämlich nur möglich, wenn man den mittig zwischen Tacho und Drehzahlmesser positionierten Bordcomputer ins Audio-Menü führt.

Nach wie vor gut gefällt uns der Automatikwahlhebel hinter dem Lenkrad, wodurch man vor allem beim Einparken schnell die gewünschte Fahrtrichtung wählen kann, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Trotz Coupé-Charakter kann sich das Platzangebot im GLC Coupé durchaus sehen lassen. Lediglich in der zweiten Reihe ist die Kopf- und Beinfreiheit für groß gewachsene Passagiere schnell erschöpft. Versöhnlich zeigt sich das Kofferraumvolumen, das mit 500 bis 1.400 Liter Laderaum aufwarten kann. Sehr praktisch ist dabei die elektrisch öffnende Heckklappe. Dank dem Ablage-Paket gibt es im Innenraum auch genug Ablagen und einen Getränkehalter.

Gespannt waren wir, ob der Basis-Diesel mit 2,2 Liter 4-Zylinder und einer Leistung von 170 PS (125 kW) zu den sportlichen Ambitionen des SUV-Coupés passt. Immerhin liefert das Aggregat sein maximales Drehmoment von 400 Nm zwischen 1.400 und 2.800 U/Min, was man auch gleich auf den ersten Metern positiv wahrnimmt.

Das  473,2 cm lange GLC Coupé lässt sich wirklich sehr agil und lebendig bewegen, auch wenn man nur im Comfort-Modus unterwegs ist. Wer alle Systeme auf absolute Sportlichkeit getrimmt haben möchte, der muss den Sport-Modus wählen. Die Gasannahme erfolgt im Sport-Modus noch direkter, und die Gänge werden weiter ausgedreht. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt man nur 8,3 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.

Wir sind bei unserem Test aber durchaus mit dem Comfort-Modus und den damit verbundenen Fahrleistungen sehr zufrieden gewesen. Selbst bei Überholmanövern hat man immer genug Kraftreserven parat, und man hat das Gefühl, dass durchaus 20 PS mehr unter der Haube stecken. Überaus fein war auch die 9-Gang-Automatik, die mit einem wirklich zarten Gangwechsel überzeugen kann. Im Fahrbetrieb merkt man lediglich durch das veränderte Drehzahlniveau, dass man nun in einem anderen Gang unterwegs ist.

Zum sportlichen Charakter des Fahrzeugs passt auch die recht harte Abstimmung von Fahrwerk und Federung - ob das wirklich jeden Geschmack trifft, darf aber bezweifelt werden. Bodenunebenheiten werden einem nämlich durchaus ohne Umschweife gemeldet. Dafür liegt das knapp 2 Tonnen schwere SUV-Coupé auch äußerst souverän auf der Straße, und selbst schnelle Kurvenfahrten würden nicht vermuten lassen, dass man in einem doch recht hohen Fahrzeug unterwegs ist. Der Allradantrieb sorgt zudem dafür, dass die Kraft immer perfekt auf die Straße gebracht wird. Auch bei winterlichen Fahrbedingungen kommt man so immer bestens voran, wenngleich das GLC Coupé kein ausgewiesener Offroader ist. Vielmehr erfreut der schnittige Mercedes mit seiner Langstreckentauglichkeit, wenn man die harte Federung einmal beiseite lässt. Das Geräuschniveau im Innenraum ist der Premium-Klasse entsprechend sehr leise, und so kann man auch lange Etappen zurücklegen, ohne danach taub zu sein.

Überrascht hat uns der Mercedes auch beim Verbrauch. Die vom Werk angegebenen 5,4 Liter hatten wir ohnedies als unrealistisch angesehen, sind aber von einem Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern durchaus angetan. Immerhin haben wir das GLC Coupé nicht geschont und mit viel Fahrspaß bewegt. Auch Beschleunigungsvorgänge mit Vollgas waren dabei, womit der Verbrauch in Bezug auf Fahrzeuggattung, Größe und Fahrspaß definitiv in Ordnung geht.

So kann man also durchaus auch zum Einstiegsmodell in die Welt des GLC Coupé greifen. Das GLC 220 d 4Matic Coupé ist rundum gelungen und hat nicht nur optisch viel zu bieten. Man fühlt sich sehr wohl, hat eine komfortable Ausstattung, und der Motor verbindet Fahrspaß mit Effizienz.

Was uns gefällt:

das Design, die Automatik, der Motor, das Ambiente im Innenraum, das Handling

Was uns nicht gefällt:

die Sicherheitsausstattung könnte durchaus großzügiger sein

Testzeugnis: Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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