Mercedes SLK 200 im Test

Sehr solide Basis

Mercedes ist mit dem SLK etwas gelungen, was jeder Autobauer gerne möchte: Ein Klassiker. Das Cabriolet mit festem Klappdach macht sich vor der Oper am Abend ebenso gut wie vorm Szene-Treff. Dazu ist es allwettertauglich und das Gepäckabteil reicht (geschlossen) auch zum Shopping. Im Test der Basis-SLK mit 120 kW / 163 PS.

Die zweite Generation des SLK hat sich auch optisch frei geschwommen. Hier sitzen die üppigen Rundungen am richtigen Fleck. Für gemütliche Naturen ist er freilich nichts: Man fällt tief in die relativ harten Sitze, die auf längeren Strecken bei der Beifahrerin Rückenbeschwerden verursachten. Der elektrisch verstellbare Fahrersitz entwickelte gelegentlich ein Eigenleben und ließ lediglich eine Verstellung nach vorne oben zu. Erst nach einem Druck auf die Memory-Funktion verschwand der Fehler. Trotzdem werden Mercedes-Freunde sich sofort zu recht finden: Alles sitzt am gewohnten Fleck, ist aber etwas jugendlicher gestaltet als in anderen Modellen. Der kurze Griff der Handbremse erinnert an einen Revolvergriff. Der Qualitätseindruck des Testwagens war gut.

Trotzdem ist der SLK reisetauglich, auch mit dem Basis-Motor. Immerhin 230 Km/h Spitze schafft der 1,8-Liter-Motor, der von einem Kompressor unterstützt wird. 240 Newtonmeter reichen zum flotten Vorankommen. Nach einer leichten Anfahrschwäche verfügt das Aggregat bei mittleren Drehzahlen über ausreichend Kraft. Der Testwagen übertrug die Kraft über eine Fünfstufen-Automatik, die gut zum entspannten Fahren geeignet ist und nicht zuviel Schwung raubt. Die Kombination Sport-Modus und Automatik erwies sich als sehr gut und mit 9,6 Litern Verbrauch im Schnitt als nicht zu durstig. Mit dem großen 70-Liter-Tank lassen sich auch lange Etappen ohne Zwischenstopp bewältigen.

Zum Rasen animiert der Roadster dabei nicht, ab Tempo 160 wird es laut . Ein CLK mit Stoffdach ist leiser. Offen bleibt der Sturm im Innern bis 120 Km/h ein laues Lüftchen, danach leidet die Frisur mit steigendem Tempo. Die Möglichkeit etwas Gepäck auch bei geöffnetem Dach, mitzunehmen ist bei der zweiten SLK-Generation gestiegen. Das Volumen wurde um 63 Liter auf 208 Liter vergrößert - dies wird durch die drehbare Heckscheibe ermöglicht. Bei geschlossenem Dach fasst der Kofferraum respektable 300 Liter , das reicht auch für ein verlängertes Wochenende zu zweit.

Cabrio-Freunde werden die Nase rümpfen, aber wir haben es genossen: Mit dem "Airscarf" , der sich wie ein unsichtbarer Schal um Nacken, Hals und Kopf hüllt, bereitet die Ausfahrt im SLK auch bei kühleren Temperaturen viel Spaß. Wir haben es bei mäßigen Temperaturen erprobt: Höchst empfehlenswert. Das Heizsystem ist in den Sitzlehnen des SLK integriert. Per Tastendruck strömt aus Belüftungsöffnungen in den Kopfstützen während der Fahrt wohltemperierte Luft. Dadurch bleibt der Kopf auf Wunsch nicht kühl, sondern wird beheizt.

Mercedes-Fahrer werden sich über die sportliche Abstimmung des SLK wundern. Er ist relativ hart, aber dennoch ausreichend komfortabel gehalten. Dabei lässt er sich wirklich schnell durch Kurven zirkeln und bleibt dabei leicht beherrschbar. Die Lenkung trägt ihren Teil dazu bei, sie ist direkt und vermittelt viel Rückmeldung. Der Schleuderschutz ESP ist selbstverständlich Serie, genau wie vier Airbags und der Tempomat. Sonst kostet fast alles extra und treibt den Grundpreis von rund 40.300 Euro (inkl. NoVA u. MwSt.) zielstrebig in Richtung 50.000 Euro hoch. Dennoch ist der SLK ein echter Hingucker in allen Lebenslagen , der seinen Preis auch beim Wiederverkauf rechtfertigt.

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