Mercedes SLK 55 AMG - Testbericht

Die dritte Generation des SLK präsentiert sich sportlich wie nie, allen voran das Topmodell, der SLK 55 AMG, den wir zum Test begrüßen durften.

Der kompakte Roadster von Mercedes ist 2011 bereits in seine dritte Generation gestartet und ist noch sportlicher und hochwertiger geworden.

Seine markante Frontpartie vermittelt schon im Stand eine hohe Dynamik, besonders wenn es sich um das Topmodell, den SLK 55 AMG, handelt, der sich von den anderen SLK-Modellen nochmals ordentlich unterscheidet.

Der AMG-Look steht dem sportlichen Roadster dabei besonders gut, die Spoiler und Schweller, die rundum angebracht sind, wirken dabei aber immer noch sehr dezent und passen perfekt zum harmonischen Styling des SLK.

Wer 82.660,- Euro anlegen möchte, könnte dann durchaus auch den SLK 55 AMG in Betracht ziehen, soviel kostet das Auto nämlich ohne Extras. Mit an Bord sind dann schon das elektrische Variodach, LED-Tagfahrlicht, das AMG-Styling, eine ECO-Start-Stopp-Funktion, elektrische Fensterheber, ein Tempomat, die Klimaanlage "Thermatic", AMG Sportsitze, AMG Leichtmetallfelgen, das AMG Kombiinstrument, abgedunkelte Heckleuchten und natürlich ein umfangreiches Sicherheitspaket mit ABS, ESP, sechs Airbags und dem Attention Assist.

Doch wer sich für einen SLK 55 AMG entscheidet, der gibt sich nicht mit der Basis zufrieden, und so lässt sich auch dieses Modell noch mit Sonderausstattung im Wert einer Mercedes A-Klasse ausrüsten.

Unser Testfahrzeug hatte unter anderem eine perfekte Farbkombination aus einer Außenfarbe in matten Kaschmirweiß und einer bengalroten Nappa-Leder-Innenausstattung, eine Parktronic inkl. Parkführung, eine Analoguhr, das PRE-Safe-System, einen adaptiven Tempomat, das Magic Sky Control Panoramadach, das Comand Online Navigationssystem, Keyless-Go, AMG-Zierteile in Carbon, das adaptive Light System, mattschwarze 18"-AMG-Alufelgen, Sitzheizung, ein Harman Kardon Soundsystem, Regensensor, Airscarf und noch einige Kleinigkeiten mehr an Bord, die den Preis dann auf insgesamt 113.176,- Euro treiben.

Dafür kann man sich dann an wirklich allerfeinsten Zutaten freuen. Der Innenraum des SLK wurde zum Beispiel vom SLS AMG inspiriert und verfügt über die runden Lüftungsdüsen mit Chromumrandung und eine sehr ähnlich gestaltete Armaturenlandschaft inkl. gut positioniertem Navigationssystem.

Viel Liebe zum Detail zeigen auch die Zierelemente in Carbon-Optik, die analoge IWC-Schaffhausen-Uhr, die in der Mitte des Armaturenbretts oberhalb der Mittelkonsole thront oder auch die unter einer Klappe in der Armauflage der Mittelkonsole versteckte Bedienung für das elektrische Verdeck, welches überhaupt ein Highlight des Autos ist.

In wenigen Sekunden öffnet das Vario-Dach vollautomatisch und schließt auch wieder ebenso schnell. Mit der Magic Sky Control kann man dann auch bei geschlossenem Dach den Blick auf den Himmel genießen, wenn die Sonneneinstrahlung dann doch zu groß ist, wird es per Knopfdruck einfach abgedunkelt. Für Technik-Fans mit einem Hang zum Verspielten darf diese Option keinesfalls fehlen!

Damit man schon bei niedrigen Temperaturen offen fahren kann, empfiehlt sich dann der Airscarf, der den Nacken der Passagiere mit wohlig warmer Luft umströmt.

Das Platzangebot ist zudem für einen Roadster sehr großzügig bemessen, sogar das Kofferraumvolumen von 335 Liter bei geschlossenem Dach bzw. 225 Liter bei geöffnetem Verdeck, kann sich sehen lassen.

Die sehr bequemen AMG-Sportsitze und das griffige Lederlenkrad runden gemeinsam mit den wirklich schönen Armaturen den guten Gesamteindruck im Innenraum ab.

Ein noch breiteres Grinsen zaubert einem dann aber der Druck auf den Startknopf des Keyless-Go-Systems ins Gesicht. Der 5,5 Liter V8 Saugmotor begrüßt die Passagiere mit einem gewaltigen Sounderlebnis, wenn die 422 PS zum Leben erweckt werden. Die AMG Sport-Abgasanlage mit integrierten Abgasklappen schafft dabei den Spagat zwischen sonorem Motorsound beim Start und Volllastbetrieb, aber zurückhaltender Lautstärke im Teillastbereich.

Mit einer Leistung von 422 PS (310 kW) ist man aber meist versucht, den Sound - und somit die ganze Leistung - auszukosten. Das maximale Drehmoment von 540 Nm steht bei 4.500 U/Min bereit, aber schon ab dem Start kann man sich im SLK 55 AMG nicht über zu wenig Leistung beklagen und verfügt über Kraft im Überfluss.

Dem Fahrer stehen zudem drei Fahrmodi zur Auswahl: Neben "C" für Controlled Efficiency stehen noch "S" für Sport und "M" für Manuell zur Verfügung.

Dabei kann man im "C"-Modus schon viel Fahrspaß erleben, dabei aber dank der aus der Formel 1 übernommenen Zylinderabschaltung "AMG Cylinder Management" auch äußerst sparsam unterwegs sein. Im Display des Bordcomputers sieht man dann, ob man im "ECO8"-Modus, wo alle 8-Zylinder arbeiten, oder im "ECO4"-Modus, wo die Zylinder 2,3,5 und 8 abgeschaltet sind, unterwegs ist.

Die Volle Leistung erlebt man dann im Sport-Modus, wo die Schaltzeiten, die Gaspedalkennlinie und auch die Lenkung nochmals geschärft werden. Bei einem Druck aufs Gaspedal werden die Passagiere in die Sitze gepresst, und man sprintet in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h.

Das Ganze passiert mit einer Leichtigkeit, die dann auch bis in hohe Temporegionen beibehalten wird. Die Höchstgeschwindigkeit ist dabei auf 250 km/h elektronisch begrenzt, sonst würde der flotte Roadster noch weit schneller unterwegs sein.

Die AMG Speedshift Plus 7G-Tronic sortiert dabei jederzeit die Gänge äußerst schnell und perfekt. Schon auf die kleinste Änderung der Gaspedalneigung reagiert die Automatik und wählt den für die gewünschte Fahraktion geeigneten Gang. Wer möchte, kann die Arbeit aber via Schaltpaddels am Lenkrad selbst übernehmen.

Dank dem AMG Sportfahrwerk liegt der SLK 55 AMG wie ein Brett auf der Straße und lässt sich trotz der enormen Kraft gut beherrschen. Er neigt auch beim flottem Herausbeschleunigen aus Kurven nie dazu, mit dem Heck auszubrechen – zumindest, wenn man auf trockener Fahrbahn unterwegs ist. Bei Nässe merkt man dann schon, dass viel Kraft auf der Strecke bleibt und die elektronischen Helfer viel zu regeln haben.

Auch wenn der SLK 55 AMG dazu verleitet, die Leistung auszukosten, kann man mit ihm auch ganz gemütlich unterwegs sein und mit offenem Verdeck die Landschaft genießen. Gut dazu passt dann auch die Distronic Plus, die immer den passenden Abstand zum Vordermann hält und auch das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremst.

Dass der Mercedes SLK 55 AMG dann trotz seiner enormen Leistung auch sparsam ist, zeigt sich an der Tankstelle. Die vom Werk versprochenen 8,4 Liter kann man zwar erreichen, sollte sich dann aber die Frage stellen, warum man sich nicht mit der Basismotorisierung zufrieden gibt. Wir hatten während unseres Tests keinesfalls darauf verzichtet, die Leistung des Sport-Roadsters abzurufen, und sind im Schnitt auf 11,3 Liter gekommen, ein in Bezug auf die Leistung absolut guter Wert.

Der kompakte Roadster von Mercedes ist ein in jeder Hinsicht tolles Auto. Mit der Mischung aus Sportwagen und Cabrio bietet er gleich zwei Autos in einem. Der sensationelle V8 mit seiner Top-Leistung und dem tollen Sound sorgt für jede Menge Fahrspaß, die Ausstattung dazu für viel Komfort. So betrachtet relativiert sich dann auch der hohe Anschaffungspreis, da der SLK 55 AMG auch einen wirklich guten Gegenwert bietet - zumindest für jene, die es sich leisten können.

Was uns gefällt:

Der AMG V8, mit welcher Leichtigkeit die Leistung zur Verfügung gestellt wird, das Ambiente im Innenraum, die Verarbeitung, die Liebe zum Detail

Was uns nicht gefällt:

Dass unser Einkommen eindeutig gegen den SLK 55 AMG spricht...

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1

Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 2

Fahrleistung: 1

Fahrverhalten: 1

Verarbeitung: 1

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1

Kofferraum: 1-

Ablagen: 2-

Übersichtlichkeit: 2

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