Mercedes TE 350 CDI 4matic - Testbericht

Während anderswo mehr Lifestyle als Praxisnutzen im Vordergrund steht, setzt der E-Klasse Kombi auf alte Tugenden, Luxus und viel Platz.

Vor einigen Jahrzehnten war ein Kombi vor allem eines, Lastesel vom Dienst. Wer einen Kombi fuhr, der tat dies in den allermeisten Fällen aus einem Grund, er hatte einfach viel zu transportieren. Der Verfasser erinnert sich noch gut an den Fernsehtechniker aus seiner Kindheit. Der fuhr einen Ford Granada Tournier, die Rückenlehnen der hinteren Sitze umgelegt, und vollgeräumt mit damals noch sehr sperrigen TV-Apparaten. Er fuhr den Ford nicht, weil es cool war, er folgte auch keinem Lifestyle-Trend, ganz abgesehen davon, dass es das Wort damals vermutlich noch nicht einmal gab. Seit den 1980er Jahren hat sich einiges geändert: Heute fährt man Kombi nicht weil man muss, sondern weil man will. Die klassische Stufenhecklimousine hat deutlich an Stellenwert verloren, bei vielen Modellreihen werden mehr Kombis als Limousinen verkauft. Es gibt nur wenige Kombis mit wirklich edler Anmutung, das T-Modell der Mercedes E-Klasse zählt ohne Zweifel dazu. Mit diesem Auto ist man so gut wie bei jeder Gelegenheit standesgemäß "gekleidet". Und doch verbindet der Stuttgarter wie kaum ein anderes Automobil diese Tugenden mit stattlichem Nutzwert. Der betuchte Familienvater zählt ebenso zur Klientel wie Firmenkunden, die das Auto auch in der Freizeit gerne nutzen.

Praktisch ist der E-Kombi ohne Frage, und edel - und nicht wirklich günstig. Aber das hat eigentlich auch niemand erwartet. Schon gar nicht wenn 350 CDI 4matic auf der Heckklappe steht. Denn dann schlummert ein bärenstarker Sechszylinder Turbodiesel unter der Motorhaube, der seine Kraft im Bedarfsfall an alle vier Räder weitergibt. Wer braucht da eigentlich ein SUV? 4Matic nimmt selbst schneereichen Wintern den Schrecken, auch beim Beladen ist das T-Modell aufgrund der deutlich niedrigeren Ladekante deutlich im Vorteil. Günstigster E-Klasse Kombi ist der E 200 CDI mit bescheidenen 136 PS für 46.460 Euro. Am eher oberen Ende der Preisliste ist unser Testwagen angesiedelt, der bereits in der Grundausstattung nicht unter 66.100 Euro den Besitzer wechselt. Und natürlich gibt’s da einige Extras wie Navigationssystem, Designlinie Avantgarde, Lederausstattung uvm. die sich Mercedes fürstlich bezahlen lässt. Macht unterm Strich einen Preis von 82.963 Euro. Das Topmodell E 63 AMG mit stolzen 525 PS kommt übrigens auf nicht minder stolze 131.400 Euro und ist wohl in Relation zum Laderaum einer der schnellsten Kombis der Welt.

Genug der Theorie, nehmen wir Platz:

Kommentare