Testbericht: MINI Cooper 3-Türer mit 136 PS

Im Frühjahr 2018 ließ MINI einigen seiner Modelle ein Facelift angedeihen. Wir haben uns jetzt den neu aufpolierten Cooper 3-Türer zum Test geholt.

Woran erkennt man das neue Facelift? MINI bleibt MINI, und um den Wiedererkennungswert, den man an ihm so schätzt, nicht zu verlieren, wurden die Änderungen am Styling nur dezent, aber nicht weniger effektiv durchgeführt. Die upgedateten MINIs erkennt man zunächst an der Motorhaube, denn darauf prangt nun ein neu gestaltetes Emblem. Bei unserem Testfahrzeug wird dieses auch via Beleuchtungseinheit auf dem Seitenspiegel beim Aussteigen auf den Boden projiziert. Ein weiterer optisch auffälliger Blickfänger in unserem Fall sind die neuen Heckleuchten im Union Jack Design, sprich die Leuchtsignatur zeigt in LED die Linien der britischen Flagge. Bei den Scheinwerfern vorne wechselt beim Blinken das weiße Tagfahrlicht in ein gelboranges.

Das wären schon die markantesten Änderungen am Außendesign. Unser MINI Cooper rollte in einer der drei neuen Farben in unsere Redaktionsgarage: Solaris Orange Metallic heißt sie und ist in Kombination mit den schwarzen Stylingelementen und dem schwarzen Dach ein ganz besonderer Hingucker. Preislich starten wir beim Cooper in der 3-Türer-Version mit 22.350 Euro. Bei den Ausstattungsvarianten kann man wie gewohnt zwischen Salt, Pepper oder wie in unserem Fall Chili wählen.

Für die scharfe Ausstattung legt man zum Grundpreis noch 3.010 Euro extra (exkl. Steuer) auf den Ladentisch, bekommt dafür aber einige wirklich scharfe Accessoires mitgeliefert. Unter anderem sind hier Sportsitze vorne, Scheinwerfer und Nebelscheinwerfer in LED-Technologie, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion sowie die MINI Driving Modes mit an Bord.

Die Sportsitze sind im MINI wirklich herausragend gut. Diese sind manuell mehrfach verstellbar, und man kann sogar die Oberschenkelauflage verlängern. Bei uns besteht der Bezug aus Vollleder (Option!) und nicht aus einer Stoff/Ledermischung. Hoch gezogene Seitenwangen geben genug Halt, um das Go-Kart-Feeling wirklich auszukosten. Wer die Sitze auch beheizen möchte, muss wie bei unserem Fahrzeug bei den Extras ein zusätzliches Häkchen machen.

Wie von den deutschen Herstellern gewohnt, kann man auch den MINI derart individuell auf sich und seine Bedürfnisse abstimmen, dass die Liste der Sonderausstattungen sehr umfangreich wird. So auch in unserem Fall: Extras in der Höhe von 16.975 Euro hat der Hersteller insgesamt (inkl. Chili) in unseren MINI Cooper zusätzlich investiert. Dafür gibt es unter anderem adaptive LED-Scheinwerfer, 17-Zoll Rail Spoke 2-Tone Felgen, das Connection Navigation Plus Paket, adaptives Fahrwerk, Alarmanlage, Komfortzugang, Rückfahrkamera, Panoramaglasdach, Sonnenschutzverglasung, Innen- und Außenspiegelpaket, Parksensoren vorne und hinten sowie Parkassistent, Head-up Display, DrivingAssistant inkl. Aktiver Geschwindigkeitsregelung und einen anthrazitfarbenen Dachhimmel.

Mit dem Schlüssel in der Tasche nehmen wir also in unserem Testwagen Platz. Der Innenraum präsentiert die typischen MINI-Bedienelemente. Auch hier legt der Hersteller den Schwerpunkt auf den Wiedererkennungswert. Die klassische Schalterkulisse in der Mittelkonsole und auch die Bedienung des Entertainmentsystems, überdies von Harman Kardon und aus der Zusatzausstattung, sind von den Vorgängern schon bekannt. Das Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Auf der linken Seite findet sich der adaptive Tempomat mit der Distanzregelung, der gerade bei langen Autobahnfahrten sehr praktisch ist, aber nur bis 140 km/h aktiv bleibt. Rechts findet man die Bedienung der Multimediaanlage und der Sprachsteuerung, die sehr sauber die Anweisungen ausführt. Beim Höhenverstellen geht die Armaturentafel dahinter mit dem Lenkrad mit.

Zentraler Blickfang bleibt das Rundinstrument in der Mitte. Dieses wird durch eine Leucht-LED umrahmt, die je nach Situation entweder das Drehzahlband farblich schematisch wiedergibt oder die Distanz der Parksensoren zur Umgebung. In der Mitte desselben findet man dann den Touchscreen für Navi, Internet-Apps, Audio und Telefon. Die Darstellung ist klar und gut ablesbar. Das schwarze Interieur mit Softtouch-Oberflächen verleiht dem Ganzen einen Premium-Touch. Nicht zu vergessen die britische Flagge beifahrerseitig - als Teil des Interior Style Piano Black - sogar illuminiert.

Ansonsten bleibt der Innenraum des Dreitürers auch mit den Ablagen übersichtlich: Zwei Getränkehalter und ein kleines Fach vorne sowie kleine Ablagen in den Türblättern zusätzlich zum Handschuhfach. Praktisch ist die induktive Ladeschalte in der Mittelarmlehne, die das Handy richtig fixiert. Dass die vier Sitze mehr als nur ein Kompromiss im MINI sind, wird niemanden überraschen. Auch die Ladekapazität im Kofferraum ist mit 211 Litern trotz höhenverstellbarer Ladefläche nicht riesig. Mit umgelegter Rückbank erreicht man aber immerhin 731 Liter Stauraum.

Mittels rotem Start/Stopp-Schalter in der Mittelkonsole erweckt man den 1,5 Liter-Dreizylinder Benzinmotor im Cooper zum Leben. Dabei vermisst man fast schon den typischen rauen Klang, so rund und leise läuft er. Auch während der Fahrt begeistert uns der MINI: Antrittsstark sprintet unser "Go-Kart" mit seinen 136 Pferden in 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Knackig sportlich wechselt man per Handschaltung die sechs Gänge, die derart gut abgestimmt wurden, dass man schon mal mit einem niedrigeren Gang unterwegs ist als man sein könnte. Den Topspeed setzt der Hersteller bei 210 km/h fest.

Zum subjektiv extrem agilen Fahrverhalten tragen die 220 Nm Drehmoment bei, die beim Cooper bereits ab knapp 1.500 Umdrehungen verfügbar sind. Das Go-Kart Feeling ist aber in erster Linie, neben dem kurzen Radstand, dem ebenfalls hervorragenden Zusammenspiel von Lenkung und Fahrwerk geschuldet. Dieses lässt sich im Sportmodus noch einmal nachschärfen, und so wird der ohnehin schon sehr straff ausgelegte MINI noch eine Spur härter. Obwohl der Fahrspaß riesig ist, braucht unser MINI während der Testzeit etwa 6,7 Liter. Damit liegen wir zwar 1,5 Liter über der Angabe des Herstellers, der Gesamtwert schreckt uns aber nicht.

Das Facelift des MINI 3-Türers in der Cooper-Version begeistert uns auf der ganzen Linie. Wer auf Platz verzichten kann und das Go-Kart-Feeling genießen möchte, liegt mit ihm sicher richtig. Aber Ikonen kosten auch ihren Preis, besonders wenn es scharf hergehen soll.

Was uns gefällt:

Go-Kart-Fahrgefühl, Union-Jack-Rückleuchten und Details im Interieur, Sitzkomfort auch für Langstrecke

Was uns nicht gefällt:

Adaptiver Tempomat nicht Deutschland-tauglich, wenig Ladekapazität und relativ kleine Ablagen, Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1-
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 2-
Übersichtlichkeit: 1-

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